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Ursprache

Vorwort – Die spirituelle Geschichte der Menschheit

Spirituelle Zeitreise

Vorwort

Die Vergangenheit trägt den Keim der Zukunft in sich.

Die Gegenwart des Hier und Jetzt erwächst aus diesem Samen.

 

Dieses Buch begibt sich auf eine faszinierende Reise durch die Zeit, die zugleich eine Reise in die Innenwelt und das Unterbewusstsein des Menschen ist. Im Zeitraffer ziehen an uns Zeitreisenden die Stationen der Menschheitsgeschichte vorüber, begegnen uns Persönlichkeiten, die bis Heute das menschliche Denken und den Lauf der Welt beeinflussen. Wir werden Zeugen von Geschehnissen der Vergangenheit, die jetzt noch ihre Schatten auf unseren Weg werfen.

In der Geschichte der Menschheit wurzeln die Ursachen unseres Denkens und Empfindens als jahrtausendalte Hypothek auf ein besseres Erkennen und eine hellere Wahrnehmung, die erst von einer erwachten Menschheit eingelöst werden kann, deren Kommen wir erwarten. Ansonsten – wenn nicht ein höherer Plan einer göttlichen Liebeführung existierte, der trotz Allem, was Menschen Menschen (und aller Kreatur) unter Missbrauch ihres freien Willens angetan haben (und noch antun), auf ein höher entwickeltes Bewusstsein zielte – würde sich der Mensch als Irrtum eines blinden Zufalls zweifellos selbst aus der Evolution ausradieren.

So ist also eine der Hauptfragen dieser Geschichtsforschungsreise – die Frage nach dem Sinn und ob in der Entwicklung der Menschheit eine Planhaftigkeit zu erkennen ist, die eine Evolution des Bewusstseins zu einem höheren Ziel wirkt, als es unserem beschränkten Mental derzeit noch erkennbar ist? Denn dann wäre die Hoffnung berechtigt, dass die heutige Unzivilisiertheit der Menschheit nur eine frühe Entwicklungsstufe eines vollkommeneren, wahren Menschseins wäre, das diese höhere Verwirklichung erst noch erwarten darf.

Insofern ist diese Betrachtung menschlicher Geschichte nicht zuerst archäologisch oder historisch – sondern spirituell. Nicht Ausgrabungen verblichener Gebeine und Scherben stehen hier im Vordergrund, sondern vielmehr das überlieferte Gedanken- und Schriftgut der Kulturen. Dennoch ist diese Reise – zugleich in die Urgeschichte und Zukunft der Menschheit – in gewisser Weise sehr wohl der Arbeit der Archäologen zu vergleichen, die sorgsam Scherbe um Scherbe zusammen setzen, um ein zerbrochenes Gefäß zu rekonstruieren. Denn hier wird ähnlich Puzzleteil um Puzzleteil zu einem ganzheitlichen Bild zusammen gefügt, das – einst lebendig – dem heutigen Erkennen der Wirklichkeit zumeist noch verborgen ist.

Tatsächlich wird auf dieser Reise durch die Zeit schon bald deutlich werden, dass die Selbsteinschätzung der heutigen (sogenannten) Zivilisation: sie sei allen vorangegangenen Zeitaltern weit überlegen, nur auf Unwissenheit und bornierter Selbstüberschätzung beruht. Denn es zeigt sich (– und darüber kann aller technischer Fortschritt der Moderne nicht hinwegtäuschen), dass es in der Geschichte der Menschheit ein tiefsinnigeres Sehen und weiter reichendes Schauen eines ganzheitlichen Welt- und Menschenbildes gab, von dem zu Lernen der Weltgesellschaft des 21. Jahrhunderts zweifellos gut täte. Denn wenn die Menschheit aus der Betrachtung ihrer Vergangenheit für die Zukunft nicht lernt, wird es für sie keine Zukunft mehr geben.

Die etablierte Geschichtsforschung verkennt noch die Zeichen der Vergangenheit zum Verstehen der Zukunft – als Wegweisung in eine bewusstere Gegenwart. Würden die Zeugnisse der vergangenen Menschheitsepochen als Relikte eines einstigen ganzheitlichen Wissens verstanden werden, (was sie in Wirklichkeit sind), könnte die heutige globale Gesellschaft aus der Erfahrung der Urahnen unendlichen Gewinn ziehen. Dann enthüllten sich zum Beispiel die Pyramiden der Welt und vorantiken Bauwerke in ihrer frappierenden geo-systematischen Beziehung zueinander, die von einer architektonischen Weisheit zeugen, die bis heute von den modernen Geschichtsforschern nicht verstanden, dechiffriert und gedeutet – geschweige denn trotz aller modernen Technologien nachgebildet werden kann. Denn, verstünden wir den mystischen Code der alten Baumeister, deren Bauwerke die Jahrtausende überdauerten, Erdbeben und Fluten überstanden haben, dann würden wir dem Erkennen unseres wahren Wesens und dem Grund unseres Hierseins näher gekommen sein. Dann wären wir in der Lage, diese Botschaft einer untergegangenen Menschheitskultur an unsere Zivilisation, die sie in heiliger Mathematik und Geometrie in ihren monumentalen Bauwerken überlieferte – zum Erstehen einer vollkommeneren Welt zu lesen und verstehen.

Es wird Zeit, diese Information für eine zukünftige Menschheit, deren Erkenntnisfähigkeit es wahrhaft verdienen würde, zivilisiert genannt zu werden, zu dechiffrieren und endlich zu verstehen. Doch leider ist unsere vermeintliche „Hochkultur“ derzeit noch nicht einmal ansatzweise zu jener Blüte gelangt, das universelle, ganzheitliche und spirituelle Erkennen unsere Altvorderen auch nur zu erahnen. Trotz aller warnenden Zeichen dieses heraufziehenden Gerichts von „Ursache und Wirkung“, das unsere jetzige Menschheitskultur in ihrer Unbewusstheit herbei ruft, bleibt sie (– obwohl immerhin überall in der Welt Einzelne erwachen –) ihrem wahren Wesen mehr entfremdet, als je zuvor eine andere es war.

Doch im kulturellen Erbe der Menschheit sind nicht nur die schwerwiegenden Belastungen der Hypothek des dunklen Massenbewusstseins verborgen, sondern auch die schier unglaublichen Früchte der Möglichkeiten zur geistigen Verwirklichung auf Erden. Darin bewahrt sind die Samen der Erkenntnis wahren Menschseins und unseres göttlichen Ursprungs, die als Zeugnisse der untergegangenen ersten Menschheitskultur noch immer unserer Lebenserfahrung harren.

Die Liebe Gottes, die als Quelle des Lebens und Lebensfunke im Herzen eines Jeden von uns wohnt, zielt darauf, uns zu unserer göttlich ererbten Vollkommenheit zu führen. Doch überlässt Sie uns – in freier Verantwortung der Entscheidung unseres Freien Willens – die Wahl unseres Weges, der schon einmal – diese Schrift erinnert daran – eine Menschheit sich Selbst vernichten ließ. Möge unsere heutige Weltgesellschaft die Fehler vermeiden lernen, die zum Untergang jener ersten Menschheitskultur führten und sich des verlorenen ganzheitlichen Weltbildes erinnern. Möge sie sich des umfassenderen Seins eines erleuchteteren Bewusstseins für würdig erweisen und erkennen, dass Alles mit Allem verbunden ist.

Die Revolution, die diese Welt zu einem Besseren verändern wird, beginnt im eigenen Herzen jedes Einzelnen. Dies ist der all-einige Weg zum Heil. Auf ein freudiges Erwachen!

 

AKADEMIE DER HARMONIK

München, 30.01.2015

 

Spirituelle Zeitreise

Reise durch die Zeit in die Ewigkeit

Die spirituelle Geschichte der Menschheit

Über dieses Buch:

Den Sinn zu entdecken in dem, was war, um Erkenntnis zu gewinnen für das, was sein wird, ist das Motiv dieses Buches. Der Autor dieser Zeitreise durch die spirituelle Geschichte der Menschheit, (die zugleich eine Reise in die Innenwelten und ins Hier und Jetzt ist,) fügt die Splitter der Geschichte zu einem ganzheitlichen Bild. So finden sich einfache Antworten auf die existenziellen Fragen des Lebens und nach dem „Woher?“ und dem „Wohin?“, die deshalb so überzeugend sind, weil sie nicht einer bloß äußerlichen Verstandesbetrachtung entspringen, sondern einer inneren Schau, die Jeder in sich Selbst lebendig als wahr bestätigt finden kann. Es wird uns bewusst, warum wir hier sind. Nichts geschieht zufällig. Alles hat mit uns Selbst zu tun.

Herausgeber:

KreuzKugel Emblem AKADEMIE DER HARMONIK

www.harmonic21.net

Verlag:

SinnverlagEmblemBücher mit Sinn

 

DruckVerlags GmbH Hamburg

Bestellung:

 Paperback     16.00 €     978-3-7323-2239-8
Hardcover     24.00 €    978-3-7323-2240-4
e-Book             8.00 €     978-3-7323-2241-1

Weitere Leseproben:

DIE SPIRITUELLE GESCHICHTE DER MENSCHHEIT

Akasha

Von der Entstehung der Welten

Die universelle Schöpfungsgeschichte

Die Urgeschichte der Menschheit

Von Ufos, Riesen und Gefallenen Engeln…

Atlantis und die große Flut

Die Arche, das Karma – der Tod

Wer ist `Hermes Trismegistos´?

Der geistige Turmbau zu Babel

Kosmogonie der Götzen und Dämonen

Die Sprachverwirrung im heutigen Babel

Die spirituellen Wurzeln der Menschheit

Der mystische Weg zur Vollkommenheit

Die Erlösung vom Tod

Vom Ende der Welt und Erwachen

Video

 

Ur-Alphabet – Zusammenfassung

 

Die folgende Übersicht der Beziehung von Buchstabe und Zahl und dem Zusammenhang mit Bildern und geistigem Sinn bietet einen Ausgangspunkt für die weitere Rückfindung zur Ursprache. Sie veranschaulicht sowohl die Bedeutung der Laute, die Zusammenhänge zwischen den hebräischen, griechischen und lateinischen Buchstaben und deren Zahlwerten, als auch die engen Beziehungen dieser Hieroglyphen mit dem altägyptischen Tarot, die auf die gemeinsame ursprachliche Herkunft schließen lassen. Im folgenden werden diese Laute, Zahlen und Buchstaben einmal mehr den Sinn und Grund der urevangelischen Offenbarung Gottes an den Menschen bezeugen, die ihm als Geistesgabe von Anbeginn an mit der Ursprache und der Sternenweisheit geschenkt war.

Bei nur einigen Veränderungen der eigentümlichen Reihenfolgen des lateinischen und griechischen Alphabets – im Vergleich zum hebräischen Alephbeth – zeigt sich deutlich der urverwandte Sinn. Einige herkömmliche Benennungen der Buchstaben wurden hier in ihrer Bedeutung auf eine Weise korrigiert, die den verlorengegangenen Sinnzusammenhang augenfällig wiederherstellt (z.B. statt `Aleph´=`Rind´ – besser:`Aleph´=`Vater´ bzw. `Gott´…), was auch denjenigen Sprachforschern und Kabbalisten einsichtig sein sollte, die immer wieder Argumente an den Haaren herbei ziehen mußten, um die Sinnhaftigkeit jener Deutungsnamen zu rechtfertigen und zu beweisen, die sich durch Übersetzungsfehler und sonstige babylonische Verwirrungen im Laufe der Jahrtausende in einigen Fällen abstrus weit von ihren ursprünglichen Bedeutungen entfernt hatten.

Hier nun stehen die Hieroglyphen mit ihren Zahlen und Lauten in Einklang mit den ihnen entsprechenden Symbolbildern des Tarot und weisen, wie die Ausführungen zeigen, eindeutig den Weg des Urevangeliums zur Erleuchtung des Geistes. Eingedenk der ausschnitthaften Darstellung dieser Beziehungen, die nur ein Teil der geistigen Wirklichkeit sein können, sei dem Leser mit den folgenden Ausführungen ein „sprachliches Navigationsinstrument“ an die Hand gegeben, um gerade im persönlichen Sprachgebrauch die Herkunft und Bedeutung der Laute und Worte besser zu verstehen. Die Worte und Namen ergeben, wenn man die Bedeutungen der einzelnen Buchstaben zusammensetzt, einen oft wunderbaren Sinn, der in der Tiefe das Wesen des Ausgedrückten offenbart.

 

Die Bedeutung der Laute

Ü B E R S I C H T

 

Buchstabe

Hebr

Wert

Laut

Lat.

Gr.

Tarotbild

Sinn

Aleph

aleph

1.

a

A

Α

alpha

Der Schöpfer

„Gott“

„Vater“

Bêth

 

Bet

Bet

2.

b,

w

B

Β

beta

Hohepriesterin

„Sohn“

„Weisheit“

Gimel

Gimel

3.

g

G

Γ

gamma

Die Herrscherin

„Kraft“

„Macht“

Daleth

 

Dalet

daleth

4.

d, 

dh

D

Δ

 

delta

Der Herrscher

„Geschenk“

„Tor“

Hei

 Hei 5. h E H Εepsilon Hierophant „Atem“

 „Leben“

Waw

Vav

 waw 6. v, w, u W F

digamma

Die Liebenden

„Verbindung“

„Versuchung“

Zajin

Zain

 Zain 7. s C Ζ

zeta

Der Wagen „Sieg“
Chet

 Het

 Het 8. ch C H Η

eta

Der Mut
„Trennung“
Têth

 Tet

 Tet 9. t T Θ

theta

Der Eremit „Geburt“
JodYud  Yud 10. i, j I J Ι

jota

Schicksalsrad

„Der Weg“

„Wegweiser“

 Kaph

 Kaf

Kaf 20. k, ch K K

kappa

Gerechtigkeit

„Kraft“

„Gefäß“

Lamed  Lamed 30. l L Λ

lambda

Der Gehängte „Licht“

 „Liebe“

Mêm Mem 40. m M M

my

Der Tod „Mutter“

 „Gestaltung“

Nun  Nun 50. n N N

ny

Die Mäßigkeit „Ewigkeit“

 „Fortdauer“

Samek

 Sameh

Sameh 60. sz Z Ξxi Der Teufel „Eigenwille“

 „Erde“

Ajin

 Ayin

Ayin 70. ë, oyn Y Ο

omicron

Der Turm „Auge“
Phê

 Pei

Pei 80. p, ph P F Π

pi

Der Stern

„Mund“

„Wort“

Sadê

Tsadi

Tsadi 90. th, dh S Z M

san

Der Mond „Grund“
Qoph
 Kuf
Kuf 100. kh,ch Q O Koppaquoppa Die Sonne „Herz“
Resch

 Resh

Resh 200. r R Ρ

rho

Das Gericht

„Haupt“

„Herrschaft“

Schin

 Shin

 shin 300. s, sch S Σ

sigma

Der Narr „Geistfeuer“
Tau

Tav

 Tav 400. t, th T Ω

omega

Die Welt

„Kreuz“

„Vollendung“

    X ΥΦΧΨ

 

 

Seminare

 

free flow energy

BASIS-SEMINAR

Emblem Farbe

 Ganzheitliche Heilung mit Licht (Farbe) und Klang

 

energyman

 „Harmonikale Schwingungstherapie“

 Basis- und Schnupperseminar in der Akademie der Harmonik, Österreich

Zweitägige Einführung (Wochenende)

Jeden Monat nur einmal mit bis zu 5 Personen

Programm:

  • Erstellung des persönlichen Farb- und Klanghoroskops;
  • dessen Deutung (Erkennen seelischer- und körperlicher Blockaden);
  • Tageslichtdusche und Obertonbeschallung;
  • Einführung in die Zusammenhänge Ganzheitlicher Heilung.

 

Leistung:

  • 2 Übernachtungen in idyllischer Berglandschaft;
  • Vollpension (vegetarisch oder fleischlich nach Wunsch);
  • Wellnessprogramm mit ganzheitlicher Selbsterfahrung;
  • Erlebnistour in unberührter heiler Natur.

 

Anmeldung und nähere Information:

info@harmonic21.net

 

 

Weitere Seminare

Desweiteren lassen wir uns gern zu Seminaren oder Vorträgen einladen. Dabei können wir flexibel auf das Themenspektrum der jeweiligen Veranstaltung eingehen, oder auch aus der Vielfalt der ganzheitlichen Themen der AKADEMIE DER HARMONIK Einführungen und Workshops mit praktischer Anwendbarkeit geben.

Themenkreise:

Ganzheitliches Bewusstsein
Die Universelle Harmonik
Die Zukunft der Menschheit im 21. Jahrhundert
Rückerinnerung an die Ursprache
Die Uhr der Welt
Die Matrix des Lebens als allumfassende Schwingungswirklichkeit
Transformation und Heilung
Das göttliche Wesen des Menschen

 

Bei Interesse mehr Information:

Akademie der Harmonik
Fon: 0043 (0) 177 8478074
Mail: info@harmonic21.net

 

 

DER URSPRACHENBAUM

Baum der Religionen

 

Das Alter der Menschheit

Über die Datierung der bislang ältesten Knochenfunde von menschartigen Wesen(Australopithecus ramidus) in Ostafrika streiten sich die Gelehrten. Die Schätzungen des Alters reichen von fünf bis zwei millionen Jahre. Wie hat der Mensch der Steinzeit gesprochen ?  Hat er gesprochen?

 

Die Sprache der Vokale

Universell ist die Sprache der Vokale (Selbstlaute: a, e, i, o, u), die in allen Kultur- und  Sprachräumen verstanden wird und mit denen schon Kinder ihre Gefühle zum Ausdruck bringen:     `aaa´ = Bewunderung oder Wohlfühlen mitteilen;
                   `eee´ = Aufmerksamkeit erregen;
                   `ooo´ = Freude oder Erstaunen zeigen;
                   `i i i´  = Abscheu erklären;
                  `uuu´ = Angst oder Unbehagen vermitteln; und in Lautverbindungen wie
                  `aua´ = Schmerz ausdrücken.

 

Zivilisation 

Der Zeitraum von etwa 8000 Jahren zurück in die Urgeschichte der Menschheit zu den Anfängen der Sprache, zum Anbeginn aller Kultur, ist nur ein Augenaufschlag in der Geschichte der Erde. Aber erst von den letzten 6 – 8000 Jahren spricht man von einer Zivilisation und Kultur der Menschheit. Was bewirkte so plötzlich, dass der Mensch, der bis dahin millionen von Jahren kaum größere Entwicklungssprünge gemacht hatte, auf einmal innerhalb der letzten 8000 Jahre eine Hochkultur nach der anderen aufbaute?        

 

Kultur

Zweifellos war es die Geistbegabung, die den Menschen mit Sprache, Sternenweisheit und Schrift in die Fähigkeit versetzte, diese Entwicklung zu vollziehen, die ihm offensichtlich 3 millionen Jahre lang nicht möglich gewesen war – und auch weitere 10 millionen Jahre nicht möglich gewesen wäre, wenn ihm nicht der Geist eine völlig neue Qualität des Bewusstsein geschaffen hätte. Im Gegensatz zu der Behauptung vieler `wissenschaftlicher´ Sprachforscher, die auch die menschliche Sprache für ein `zufälliges´ Produkt der Evolution halten, sollen hier insbesondere folgende Thesen anschaulich verdeutlicht werden:

These 1           Das Wort ist dem Menschen von Gott gegeben.

These 2           Es gibt eine Ursprache, aus der alle Sprachen entstanden sind.

These 3           Die Rückbesinnung auf das göttliche Urwort wird für die persönliche Entwicklung des Einzelnen,

                  wie für die Menschheit im Allgemeinen eine große Bewusstseins-Entwicklung bewirken.      

 

Geistbegabung

Die ungeteilte geistige Schau, die Gott dem ersten (Geist-)Menschen mit der Geistbegabung gab, versetzte ihn in die Lage, das Wesen der Tiere, Pflanzen und Dinge im Garten Eden nicht nur im Grunde zu erkennen, sondern auch, sie bei ihrem wirklichen Namen zu benennen: „Und Gott der Herr machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen. Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel  unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen.“ 1 Mose 2,19

 

Sprachbegabung           

Die Folge dieser Gabe war, dass der Mensch, nach millionen von Entwicklungsjahren, die ihn kaum  über die Primaten erhoben hatten, mittels der Sprache, die ihm vom Geist gegeben wurde, nun Macht über die Natur gewann. Diese Sprache Gottes, deren ausgesprochenes  „Es werde !“ gleichzeitig vollbrachte Tat ist, war es, die den Menschen durch die Artikulationsfähigkeit aus seinem tierähnlichem Dasein erhob und ihm dadurch überhaupt erst ermöglichte, Gedanken zu denken und sie mitteilend auszusprechen.  Diese Sprachbegabung schaffte ihm Verständnis und war die Voraussetzung dafür, sein Leben,  statt instinktgelenkt, fortan planmäßig zu gestalten. Sie ermöglichte ihm eine erbauliche Kommunikation, die über die bloße Artikulation körperlicher Bedürfnisse hinaus, ihn zum Mitschöpfer der Welt machen sollte. Ohne Sprache wäre der Mensch noch heute kaum mehr  als ein Tiermensch, wenn er sich seiner einstigen Sprachbegabung inzwischen auch so weit entfremdet hat, dass er kaum noch ahnt, was für geistige Kräfte im Wort ruhen, die zu wecken ihm nur durch die Rückbesinnung auf den göttlichen Ursprung des Wortes gelingen wird. Die Sprache stellt jene Schöpferkraft im Menschen dar, mit der er das Denken, Fühlen und Wollen seines Bewusstseins zum Ausdruck bringt.       

 

Die Kraft des Wortes

Die Fähigkeit mittels Lauten Gedanken zu artikulieren, die von anderen Menschen verstanden werden, bezeugt die reingeistige Kraft des Wortes. Insofern ist die Sprache Voraussetzung für jeglichen zwischenmenschlichen Dialog und jeden Austausch der Kulturen. Ohne Sprache gäbe es keine sinnvolle Gemeinschaft unter den Menschen.               

 

Das vergessene Wort

Wie am gegenwärtigen Sprachgebrauch ersichtlich wird, wandelte sich die alte, gottgegebene Ursprache, die das innere Wesen der Dinge benannte, in viele veräußerlichte Verstandessprachen, die vor allem durch ein materielles Verständnis der Dinge geprägt sind. Deshalb bleibt den heutigen Menschen vieles verborgen, was einem früheren, inneren Verstehen selbstverständlich war.

Jedem Wort wohnte eine Kraft inne, die im Empfänger und Hörer seelisch und geistig Resonanz erzeugte. Mit zunehmender Veräußerlichung und Materialisierung des menschlichen Geistes ging mit der Ursprache auch mehr und mehr die Urkraft und die Urbedeutung des Wortes verloren. Doch der göttliche Same des Wortes ist unzerstörbar. Der alte Sprachgeist lebt auch in den neueren Sprachen fort und birgt noch heute unter der Oberfläche äußeren Verstehens,  so tief man nur zu erkennen vermag, Sinntiefe. Geistige Sprachforschung ist mehr als Etymologie. Sie heißt uns, den Geheimnissen des Wortes bis zu den Wurzeln zu folgen, und wird uns schließlichden Sinn und die Macht der Laute offenbaren.

 

Die Suche nach der Ursprache

Seit Menschengedenken wurde in allen Kulturen nach dem verlorenen Wort geforscht. Ein zweieinhalb Jahrtausende altes Experiment zur Wieder-Entdeckung der Ursprache ist von dem ägyptischen König Psammetich I. überliefert: Er setzte zwei neugeborene Kinder bei einem Ziegenhirten in der Wildnis aus, der kein Wort zu ihnen sprechen durfte. Ihre einzigen Gefährten waren Ziegen, deren Milch die Kinder tranken. Nach zwei Jahren waren die einzigen Laute, die sie von sich gaben: „bek bek“ – das Nachahmen des Meckerns der Ziegen. Psammetich forschte nach dem Ursprung des Lautes „bek“ und erfuhr, daß die Phryger in ihrer Sprache das Brot `bekos` nannten. Somit war für Psammetich I. das Phrygische die Ursprache der Menschen.           

In der Antike hat sich besonders Pythagoras durch die Begründung der Wissenschaft der Harmonik hervorgetan, die vornehmlich die Beziehung von Zahl, Klang und Kosmos zum Inhalt hat. Auch Platon und Homer gaben den Sprachforschern bis Heute wichtige Impulse. Im Mittelalter galt der Philosophie die Sprache als ein Geschenk Gottes, dessen sich der Mensch durch den Sündenfall unwürdig gemacht hätte.

1419 entdeckte man in Florenz ein Manuskript mit Hieroglyphen-Auslegungen, das im 4. oder 5. Jahrhundert in Alexandrien entstanden war, und glaubte darin den Schlüssel  zum ägyptischen Weistum gefunden zu haben.

In der Renaissance und der darauffolgenden Barock-Zeit richtete sich das Interesse mehr auf die `lebenden´ Sprachen, in der Hoffnung, aus ihnen die Ursprache zurück verfolgen und restaurieren zu können. Lange galten die romanischen Sprachen als besonders ursprünglich, weil man glaubte, durch ihre Verwandtschaft zum Altgriechischen, Hebräischen und Ägyptischen, der Ursprache nahe zu sein. Die Vorstellung der Einheit von Gott, Sprache, Licht und Leben prägte insbesondere die abendländische Kultur bis ins 18. Jahrhundert hinein.

 

Aufklärung

Dann begann durch die sogenannte `Aufklärung´ eine entscheidende Veränderung, die als Ursache für eine Loslösung von geistigen Werten betrachtet werden darf, die unter der Prämisse einer `neuen Rationalität´ vielfach zu einem hochmütigen Ausschluss aller mystischen oder nicht empirischen Weisheitswege geführt hat, die sich dem Verstandesdenken der `Aufgeklärten´ nicht erschlossen haben. Bei aller sinnvollen Befreiung von Aberglauben, feudalistischen Herrschaftsstrukturen und verkrusteten Dogmen wurde jedoch vielfach das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Die Folge war eine einseitige verstandesmäßige Ausrichtung und ein wachsender Mangel an Spiritualität, der gerade in der heutigen Zeit vielen spürbar wird, die auf der Suche  nach dem Sinn des Lebens entweder in anderen Kulturen Grund suchen, oder leicht Opfer pseudoesoterischer Lehren und Heilsversprechungen werden.

 

Die Sprache und das Wort

Goethe verarbeitet die kritische Neubewertung des Wortes und der Sprache durch die Epoche der Aufklärung in seinem Werk „Faust“: „Geschrieben steht: `Im Anfang war das Wort!´ Hier stock ich schon ! Wer hilft mir fort ? Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen.“ Eine Szene später verspottet Mephisto die Sprachgläubigkeit, indem er dem Schüler ironisch rät: „Im ganzen haltet Euch an Worte ! Dann geht Ihr durch die sich`re Pforte zum Tempel der Gewißheit ein. […] Mit Worten lässt sich trefflich streiten, mit Worten ein System bereiten, an Worte lässt sich trefflich glauben, Von einem Wort lässt sich kein Jota rauben.“ (Goethe, Faust I, V)

In einem Brief vom März 1816 bekennt Goethe, die Sprache sei das Organ gewesen, wodurch er sich während seines Lebens am meisten und liebsten den Mitlebenden mitgeteilt habe. Aber er hätte müssen auf´s deutlichste begreifen lernen, dass die Sprache nur ein Surrogat ist:„Wir mögen das was uns innerlich beschäftigt oder das was uns von außen anregt ausdrücken wollen. Auf meinem Wege bin ich diese Unzulänglichkeit der Sprache nur allzu oft gewahr worden und habe mich dadurch abhalten lassen, das zu sagen was ich hätte sagen können und sollen.“
Immerhin ahnte auch Goethe den verborgenen inneren, geistigen Wert des Wortes, was in seiner Äußerung deutlich wird: „Anatomieren magst du die Sprache, doch nur ihren Kadaver. Geist und Leben entschlüpft flüchtig dem groben Skalpell.“

Die Sprache ist ein Mysterium, das mit zunehmender Reife des Einzelnen, des Sprechenden oder Hörenden immer tiefer verständlich wird. Darum sind es gerade die Dichter aller Sprachen und Kulturen der Menschheit, die auf den Klang des Wortes lauschend, die Silben entziffern und Empfindung für den Takt des Sprachrhythmus entwickeln. Sie spüren der Beziehung von Wort, Klang und Farbe nach, die sich in ihrer Verwandtschaft zu den Proportionen und Bedeutungen der Zahlen in der Intensität des musischen Ausdrucks äußert.

 

Dichtung

Wie die Maler mit Farben ihre Licht- und Schattenbilder malen, die dem Betrachter zu Brücken in jene geistigen Sphären werden, aus denen sie ihre Inspirationen gewannen, so machen die Musiker mit ihren Instrumenten Klänge hörbar, die in einer höheren Mathematik mit den kosmischen Wellen schwingen und die Hörer gleichsam der Schwere der Erdanziehung entheben – zum Tanz.

Wie diese Künstler setzen die Schriftsteller die Buchstaben, verdichten die Worte in mannigfacher Beziehung zueinander und formen daraus einen verständlichen Sinn. Wie die Maler wirken Musiker und Dichter mit Klangfarben und Farbtönen, denn durch die Wechselseitigkeit von Auge, Ohr und Vorstellungskraft der Imagination ergänzt der eine Sinn, was dem anderen fehlt.
Somit befinden sich auf der Farbpalette des Dichters 26–saitiger Laute, die er, den harmonikalen Gesetzen seiner Kunst und der Inspiration des Geistes folgend, zu immer neuen Silben, Worten und Sätzen verdichtet, die ihn in immer tiefere Erkenntnis des Wunders der Sprache führen. Das Werk, an dem er baut, ist nicht aus leblosem Stein, sondern es lebt und ist das geistige Haus, in dem er ewig wohnt.

 

Das Wort

Dass das Wort lebt, zeigt sich nicht nur in der genialen Wandlungsfähigkeit der Sprache, mit der sie in ständiger Veränderung jahrtausendelang ihren inneren, ursprachlichen Wesenskern in allen so unterschiedlich scheinenden Sprachen der Welt erhalten hat, sondern auch, weil alle Elemente der Sprache verschiedene Deutungsebenen und einen mehrfachen Sinn haben.

 

Der vielfache Wortsinn

Ganz abgesehen von der Unbewußtheit, in der wir mit unserer Rede zahllose Urlaute des geistigen Schöpfungswortes aneinanderreihen und als Schwingungen in den Äther des Raumes senden, kaum ihre Wirkung und Resonanz ahnend, verhüllen sich uns meistens auch die im folgenden beschriebenen Bedeutungen des Wortes, die gleichwohl in jedem Satz wirkend gegenwärtig sind.

Der willkürliche Wortsinn:

Bei diesem Phänomen wird das Gehörte von dem Hörer umgedeutet: Er hört, was er hören will  und was ihn in seinen Grundauffassungen bestätigt.

Der Bi-polare Wortsinn:

Jedes Wort trägt die Polarität der Gegensätze in sich, da es mit jedem zum Ausdruck gebrachten positiven oder negativen Sinn, auch die Existenz des Gegenteils ausdrückt, weshalb man zugleich mit dem, was man sagt, ungleich viel mehr ausdrückt mit dem, was man nicht sagt.

Der dreifache Wortsinn:

Desweiteren trägt jedes (inspirierte) Wort eine Dreideutigkeit in sich, die sich erstens in einem äußerlichen, materiellen Weltsinn kundtut; zweitens in einem höheren seelischen Entsprechungssinn; und drittens in einem tieferen geistigen Sinn des Wortes ausdrückt (der dem Redner zumeist selber unbewusst ist).

Der vierfache Wortsinn:                       

Die moderne Kommunikationstheorie unterscheidet bei jeder Mitteilung, und sei sie scheinbar noch so belanglos, die gleichzeitige Vermittlung von vier Informationen: 1. »Sachinhalt« (Die vordergründige Absicht der Information); 2. »Selbstoffenbarung« (Mit jeder Information gibt der Informant etwas von sich selber kund); 3. »Beziehung« (Mit der Art der Formulierung der Information drückt der Informant gleichzeitig aus, was er von dem Adressaten hält und wie sie zueinander stehen); 4. »Appell« (Wozu der Informant den Adressaten veranlassen möchte). Weil also ein und dieselbe Nachricht vier Botschaften gleichzeitig enthält, spricht der Entwickler dieser Theorie, Friedemann Schulz von Thun, von einem »Empfang mit vier Ohren«:

                        1.   Das »Sach-Ohr« („Wie ist der Sachverhalt zu verstehen ?“),
                        2.   das »Selbstoffenbarungs-Ohr« („Wer ist der Sprechende ?“),
                        3.   das »Beziehungs- Ohr« („Wie sieht er mich ?“)
                     4.   und das »Appell-Ohr« („Was will er von mir ?“)

DIE REKONSTRUKTION DER URSPRACHE

 

 

Akademie der Harmonik

Freie Online-Akademie für ganzheitliches Bewusstsein
open source community for holism in science

AKADEMIE DER HARMONIK

 

   Entwicklung der ganzheitlichen Wissenschaft der UNIVERSELLEN HARMONIK;

   Harmonikale Grundlagen- und Anwendungsforschung;

   Förderung individueller und gesellschaftlicher Erkenntnisprozesse;

   Moderation des interdisziplinären Austauschs der Wissenschaften;

   Seminare und Weiterbildungen zur Erkenntnis holistischer Zusammenhänge;

   Unterstützung des globalen Dialogs über gesellschaftsrelevante Fragen.

 

Letztlich geht es um nicht weniger, als den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts angemessen und bewusst zu begegnen, die durch das Unwissen und die Maßlosigkeit eines falschen Fortschrittsdenken vom Menschen selbst herauf beschworen wurden. So abgehoben es sich in dieser Weltenstunde vielleicht noch anhören mag, die Verhinderung weltweiter Katastrophen, die systembedingt vorprogrammiert sind, kann nur durch einen globalen Bewusstseinswandel bewirkt werden:

DAS ERWACHEN DES GÖTTLICHEN BEWUSSTSEINS IM MENSCHEN
UND DIE TRANSFORMATION DES PLANETEN ZUM `HIMMEL AUF ERDEN´

Jeder, der an die Entwicklungsfähigkeit der Menschheit im 21. Jahrhundert glauben mag, ist eingeladen, sich mit seinen Visionen, Erkenntnissen und Fähigkeiten einzubringen.

Herzlich Willkommen!

Die Äste und Zweige des Ursprachenbaums

riesenbaum

     Die Entdeckung der indogermanischen Sprachwurzel erfolgte im Jahre 1786. Damals hielt William Jones, ein Richter in Fort Williams bei Kalkutta, einen epochalen Vortrag über die Sprache des indischen Altertums und begründete so die indogermanische, oder „indoeuropäische“ Sprachforschung: „Die Sanskrit genannte Sprache, wie altertümlich sie auch sei, ist von wunderbarem Bau; vollkommener als das Griechische, reicher als das Lateinische, und in ihrer Feinheit noch herrlicher als jede dieser beiden; doch beiden so nahe stehend, sowohl in den Wurzeln der Wörter wie in den grammatischen Formen, als dass dies durch Zufall bewirkt sein könnte; so eng verwandt, dass kein Philologe alle drei untersuchen könnte, ohne zu dem Schluss zu gelangen, dass sie alle einer gemeinsamen Quelle entstammen, die möglicherweise nicht mehr existiert. Es bestehen ähnliche Gründe, wenn auch nicht ganz so zwingende, für die Annahme, dass sowohl das Gotische (Germanische) als auch das Keltische, wenn auch mit einer andersartigen Sprache vermischt, denselben Ursprung wie das Sanskrit haben. Das Altpersische mag man dieser Familie hinzurechnen.“                    
1812 wies Franz Popp nach, dass die Konjugation des Verbs in den Sprachen Sanskrit, Griechisch, Latein, Persisch und den germanischen Sprachen demselben Muster folgt.

Übersicht Indo-Germanischer-Sprachen   

Zum indogermanischen Sprachstamm gehören folgende lebende Sprachen:

1.  Iranische Sprachen
2.  Indische Sprachen
3.  Keltische Sprachen
4.  Griechisch
5.  Armenisch
6.  Romanische Sprachen (italienisch, spanisch, französisch, portugiesisch, rumänisch)
7.  Albanisch
8.  Germanische Sprachen (skandinavische Sprachen, deutsch, englisch, holländisch, Afrikaans)
9.  Baltische Sprachen
10. Slawische Sprachen
11. Mongolische, koreanische und chinesische Sprachen
12. Ägyptisch, aramäisch, hebräisch und arabisch
13. Sonderfälle (Basken, Aborigines, Indianer…)

Die Äste am Baum der Ursprache

Die Entwicklung der Sprachzweige des Sprachenbaumes lässt sich wie folgt skizzieren.

1. Iranisch (Altpersisch)          

Nicht zufällig, wie wir im weiteren Verlauf sehen werden, finden die iranischen Sprachen hier zuerst Erwähnung, da die Vermutung naheliegt, dass im Altpersischen eine wesentliche Wurzel besagten Baumes zu entdecken ist. Avestisch wurde vor mehr als 2500 Jahren gesprochen, jedoch reichen die sprachlichen Anfänge sehr viel weiter zurück. In Avesta wurde die heilige Schrift des Propheten Zarathustra verfasst. Das heutige Neupersisch (Farsi) hat sich weit von alten indogermanischen Grundformen fort entwickelt. Ein Merkmal dieser Sprache ist die Übersichtlichkeit des Lautsystems und der grammatikalischen Formen. Im Iran wird hauptsächlich die arabische Schrift verwendet, deren Zahlensystem und Ziffern heute international in allen Sprachen der Welt gebräuchlich sind.

2. Armenisch  

Das armenische Alphabet ist in seiner jetzigen Form mindestens 1500 Jahre alt, wenngleich die später ausführlich dargelegte Vermutung nahelegt, dass die Wurzeln dieser Sprache, die heute nur noch im Staatsgebiet Armeniens gesprochen wird, etwa 6000 Jahre auf den Grundtypus vieler Sprachen zurückreicht, dessen Stamm ebenfalls das Altpersische (insbesondere Nordpersisch) ist.

3. Indische Sprachen

Das Sanskrit wurde bis etwa 500 v. Chr. gesprochen. Heute bezeichnet diese, der allen gemeinsamen Ursprache ebenfalls sehr nahe Sprache, überwiegend philosophische und transzendente Inhalte. Wie keine andere überlieferte Schrift vermittelt Sanskrit das Wissen um die Kraft der Urlaute (siehe die Meditation: „Om Mani Padme Hum“). OM/AUM ist ein Symbol hinduistischer spiritueller Erkenntnis. Es ist zugleich ein Symbol der Form (das unterschiedliche Bewusstseinszustände ausdrückt) als auch Schwingungskraft des Klanges. Diese Silbe ist kein magisches Wort, sondern eine Manifestation der spirituellen Kraft, das die Gegenwart des Absoluten in der irdischen `Scheinwelt´ (skr.:= Maya) bezeichnet. Das sogenannte Mittelindisch wurde bis etwa 500 n.Chr. gesprochen; aus dem sich das Spätmittelindische im Mittelalter entwickelte. Heute spricht man in Indien Hindi, Urdu und Bengali, die sich seit dem 10. Jhdt. nachweisen lassen. Der Unterschied zwischen den sehr ähnlichen Sprachen Hindi und Urdu besteht darin, dass Hindi in der uralten Devangari-Schrift des Sanskrit, und Urdu arabisch geschrieben wird.

4. Keltische Sprachen

Während sich die meisten indogermanischen Sprachen sehr weit ausgedehnt haben, wird die keltische Sprache in den letzten Jahrtausenden zunehmend weniger gesprochen. Gleichwohl gehen ihre Ursprünge sehr weit in die Urgeschichte zurück. Den Schriftzeichen der Kelten, die Runen (woher sich das deutsche Wort `raunen´ ableitet), wird eine magische Symbolkraft nachgesagt. Die Ur-Rune (Swastika) soll in ihrer kosmischen Wirkkraft gleichbedeutend mit der Sanskrit-Silbe OM (AUM) sein, (vergleiche auch das christliche `Amen´). Auch wird eine Beziehung zwischen den Bedeutungen der Runen und den altindischen heiligen Schriften der `Veden´ vermutet. (Siehe auch die `Edda´, keltisch-germanische Götter- und Heldendichtung und Spruchweisheit). Das traditionelle Versmaß der runischen oder eddischen Schau ist der Stabreim, wie er in der Edda des Sämund Sigfusson in altnordischer Sprache überliefert wurde.

Dass das Schriftgut alter Kulturen häufig im Versmaß vermittelt ist, (z.B. auch die vedischen Schriften, oder Homers `Ilias´) wird auf göttliche Inspiration zurück geführt. Insbesondere die Bibel enthält (nicht nur in den Psalmen) einen Rhythmus (der allerdings nur in den Urschriften unverfälscht zum Ausdruck kommt, hingegen in andere Sprachen nur andeutungsweise übersetzbar ist), der zutiefst bedeutungsvoll ist. Hier ist die Sprache nicht bloß Information, sondern trifft und wirkt als Schwingung zugleich durch ihren rhythmischen und melodiösen Klang. Erst in späterer Zeit wurden Reime auch für profane Dichtungen verwandt.
Früh beherrschten keltische Sprachen von Irland bis Österreich, von Südpolen bis Nordspanien – halb Europa. Heute werden keltische Sprachen (Gälisch) nur noch in Irland, Schottland und Wales als Zweitsprache gesprochen.

5. Griechisch  

Die Entwicklung der griechischen Sprache ist, einzigartig im europäischen indogermanischen Sprachraum, über einen Zeitraum von über 2500 Jahren durch schriftliche Zeugnisse bestens dokumentiert. Diese Sprache ist im wesentlichen geprägt durch die Einwanderung nordischer und persischer Volksstämme, die schon im 2. Jahrtausend vor Christus stattgefunden hat.
Die Schrift übernahmen die alten Griechen im 9. Jhdt v. Chr. von den Phöniziern, die diese in den beiden Jahrhunderten zuvor aus den ägyptischen Hieroglyphen entwickelt haben. Wie überhaupt das Vorbild für die meisten Alphabete der Welt, die wie unser lateinisches mit A B (C) G beginnen (gr.:= Alpha, Beta, Gamma…; hebr.:= Aleph, Beth, Gimel…; arab.: = Alif, Bai, Ghim…) – das altägyptische Tarot ist. Auf diesen Ursprung wird später näher eingegangen werden.
Aus dem Griechischen übernahm das Deutsche eine Reihe von Wörtern, vor allem aus dem philosophischen und wissenschaftlichen Sprachgebrauch: z.B. Mathematik, Politik, Demokratie, Elektrizität, Atom oder Chaos …

6. Romanische Sprachenfamilie

Zwischen den verschiedenen Zweigen dieses `Astes´ des Sprachenbaumes wurden von Jacob Grimm (1785-1863) eindeutige Regeln der Lautverschiebung entdeckt: Das sind `gesetzmäßige´ Veränderungen von Lauten der Aussprache gemeinsamer Wurzeln, bei denen es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um einen dauerhaften Austausch von meistens Konsonanten. Zum Beispiel einspricht dem [p] in lat.:`pater´ – ein [v] in deutsch:`Vater´ – und ein [f] in engl.: `father´; dem [t] in lat.:`frater´ entspricht ein [ð] in engl.:`brother´, ein [d] in deutsch:`Bruder´; usw.

6 a Latein

Auf der italienischen Halbinsel war das Lateinische im 6. Jahrhundert vor Christus eines unter vielen Dialekten. Durch die Expansion des Römischen Imperiums entwickelte sich aus dem Dialekt eines unbedeutenden Stammes im Latinum die bedeutendste Sprache der Antike, die zur sprachlichen Mutter Europas wurde. Das klassische Latein hatte nur eine relativ kurze Blütezeit von 100 v.Chr. bis 14 n.Chr., dem Tod Kaiser Augustus. Auf den Spuren der römischen Legionen verbreitete sich diese Sprache über weite Teile Europas. Bis ins 5. Jahrhundert blieb das nachklassische und später das Spätlatein die allgemeine Umgangssprache. Ab Ende des 6. Jahrhundert veränderte sich das gesprochene Latein des Alltags so sehr, dass hier in jeweiliger Kulturregion der Übergang zur nachfolgenden romanischen Sprache stattfand.
Doch das Erbe des Lateinischen lebte in der Sprache der Priester und Gelehrten fort, denn schon im 2. Jahrhundert hatte es als Kirchensprache das Griechische verdrängt. (Dass die katholische Kirche ihren Gläubigen, die zumeist nicht des Lateinischen mächtig waren, keine Bibelübersetzungen in ihrer Sprache zu lesen gestattete, und bis weit ins 20. Jahrhundert hinein auch die Messen auf Lateinisch gehalten wurden, gehört allerdings eher zu den unrühmlichen Kapiteln der Kirchengeschichte.)
In West- und Mitteleuropa wurde Latein ab dem 8. Jahrhundert die Sprache der Wissenschaft und lange Zeit die Unterrichtssprache der europäischen Universitäten. Auch heute noch sind die Fachtermini der Wissenschaften international lateinisch (obschon durchaus auch gewisse Fachausdrücke griechischen und arabischen Ursprungs sind). Dies ermöglicht vor allem in der Medizin, aber auch in anderen Fachbereichen, eine internationale Verständigung.

6 b Italienisch

In Italien, dem einstigen Kerngebiet des Römischen Reiches, hat sich die italienische Sprache in größter Anlehnung an die lateinische Muttersprache entwickelt. Bereits aus dem Jahr 960 ist ein zweisprachiges Dokument in Latein und einer Vorform des heutigen Italienisch überliefert. Insbesondere Dante Alighiere (1265-1321) machte mit seiner „Göttlichen Komödie“ den Dialekt seiner Heimat, der Toskana, zur Literatursprache. Die Aussprache des Italienischen ist sehr einfach und es müssen nur wenige Regeln beachtet werden, da die Differenz zwischen Schriftsprache und gesprochener Sprache sehr gering ist. Beim Erlernen der Sprache ist vor allem die komplizierte Konjugation der Verben ein Hindernis. Die Beugung des Substantivs und des zugehörigen Adjektivs ist allerdings durch seine Regelmäßigkeit einfach. Wie im Französischen können Worte nicht zusammengesetzt werden. Das Italienische eignet sich (als aus dem Land hervorragender Künste) besonders für den Gesang. Deshalb sind noch heute Fachtermini der Musik und der Gesangsausbildung zumeist italienisch.

6 c Französisch          

Wie alle romanischen Sprachen hat das Französisch seinen Grundwortschatz aus dem Lateinischen übernommen. Es löste im 18. Jahrhundert Latein als Sprache der Höfe und Diplomatie ab.
Französisch entfernte sich von allen romanischen Sprachen am weitesten vom Latein. Zwar ist die Rechtschreibung diesem vorbildenden Ursprung noch ziemlich nah, jedoch hat sich die mündliche Sprache ganz anders entwickelt. So bewahrte die Schrift Konsonanten am Wortende, die nicht mehr gesprochen werden, was beim Erlernen der Sprache häufig zu Verwirrung führt. Zum Beispiel das gesprochene ver (=Wurm) auch vers (=gegen), verre (=Glas) oder vert (=Grün) bedeuten kann. Für deutschsprechende Lernende ist auch ungewohnt, dass das Französische im Gegensatz zum Deutschen (allerdings konform mit dem Englischen) das Zusammensetzen von mehreren Wörtern nicht zulässt. Allgemein wird dieser Sprache ein schöner Klang nachgesagt, der auf dem Umstand beruht, das ein reicher Wechsel zwischen Selbst- und Mitlauten stattfindet.

6 d Spanisch   

Die Entwicklung der spanischen Sprache ist eng mit der Geschichte der iberischen Halbinsel verbunden. Von 200 v.Chr. bis 400 n.Chr. stand die Provinz Hispania unter römischer Herrschaft, weshalb der überwiegende Teil des Spanischen aus dem Lateinischen kommt. Auch die Araber, die 711 bei Gibraltar einfielen, hinterließen in dieser, wie in den meisten europäischen Sprachen, viele Spuren (z.B. Worte wie `Algebra, Alkohol, Tarif, Ziffer und Zucker´). Erst im 15. Jahrhundert wurden die moslemischen Araber durch die christlichen Heere der Reconquista wieder vertrieben.
Wegen der weiten Verbreitung in Süd- und Mittelamerika durch die Kolonialisierung durch die Spanier, gehört Spanisch auch heute noch zu den meistgesprochenen Sprachen der Welt. Weil diese Sprache eine ziemlich genaue Übereinstimmung von Orthografie und Aussprache aufweist, können Lernende einen spanischen Text schon bald vorlesen.

6 e Portugiesisch       

Wegen ihrer langen gemeinsamen Geschichte können Spanier das Portugiesische zwar relativ gut lesen (und andersherum), aber die gesprochene Sprache des Nachbarn nur schlecht verstehen. Nasale Vokale und die starke Betonung der akzenttragenden Silben geben dem Portugiesischen seinen typischen Klang. Als ehemalige Kolonialmacht trugen die Portugiesen ihre Sprache in viele Kolonien. Durch die noch heute gebräuchliche Anwendung als Staatssprache in Brasilien ist die globale Bedeutung dieser Sprache weiterhin sehr groß.

6 f Rumänisch

Die Römer besetzten Rumänien im Jahre 107 n.Chr. und bildeten so die Grundlage für den östlichsten Zweig der romanischen Sprachen. Wenngleich neben Ungarn, der Türkei und Griechenland auch die slawischen Nachbarstaaten den Wortschatz der Rumänen mit prägten, ist der lateinische Einfluß doch eminent. In früheren Jahrhunderten wurde die Sprache in kyrillischen Buchstaben geschrieben, die erst seit dem 19. Jahrhundert das lateinische Alphabet verwendet.

7. Albanisch       

Diese Sprache blieb im wesentlichen auf das albanische Staatsgebiet beschränkt. In Albanien wird erst seit 1908 das lateinische Alphabet benützt.

8. Germanische Sprachenfamilie         

Im ersten und zweiten Jahrtausend vor Christus fand durch Lautverschiebung die Abtrennung des Germanischen vom Ur-Indogermanischen statt. Heute existieren zwei Gruppen germanischer Sprachen: Die westliche Gruppe, bestehend aus englisch, deutsch, niederländisch (welches mit dem Flämischen und dem Afrikaans verwandt ist), sowie friesisch; und die nördliche Gruppe, der schwedisch, norwegisch, dänisch, isländisch und färöisch angehören. Ab dem 7. Jahrhundert nach Christus bildeten sich aus dem Urgermanischen der Nordgermanen die skandinavischen Sprachen. Noch heute weisen norwegisch, schwedisch und dänisch große Ähnlichkeiten auf, weshalb sich die Skandinavier immer noch einigermaßen gut in ihren Muttersprachen verständigen können.

8 a Englisch

Das heutige Großbritannien war ursprünglich von keltischen Stämmen bewohnt. Im Jahr 55 v.Chr. eroberte Julius Cäsar mit seinen Legionen die Insel und begründete eine 450 Jahre dauernde Herrschaft der Römer, die allerdings in der Sprache der Kelten relativ wenig Spuren hinterließ. Die Angeln und Sachsen kamen vorwiegend aus dem Gebiet des heutigen Schleswig-Holstein. Sie verdrängten in der Mitte des 5. Jahrhundert die keltische Urbevölkerung aus England, die sich vor allem nach Irland zurückzog. Die Angel-Sachsen beeinflußten mit ihrem westgermanischen Dialekt die Sprache auf der Insel, die weitere Beeinflussung durch den nordgermanischen Dialekt der Wikinger erfuhr, die sich ab dem 9. Jahrhundert verbreiteten.
Damals wie heute stehen sich das Englische, Französische und Deutsche ziemlich nahe, woran nicht zuletzt die fast gesamteuropäische Herrschaft `Karls des Großen´ (747-814) erheblichen Anteil haben dürfte. Der durch die Christianisierung ab dem 7. Jahrhundert bedingte Einfluss wirkt noch heute im lateinischen Sprachanteil nach. Der weitaus größte nachvollziehbare Anteil an der Entwicklung der englischen Sprache stammt allerdings aus der Zeit normannischer Herrscher (ca. 1050-1350), die mit ihren Eroberungszügen das mittelalterliche Französisch ihres Herkunftslandes – und damit den romanischen Ursprung vieler Wörter mitbrachten.
Zur Blüte gelangte das Englische durch die Werke von William Shakespeare (1564-1616) und die „King-James-Bibel“ (1611), was in der Mitte des 17. Jahrhunderts wesentlich zur dauerhaften Etablierung des Neuenglischen beitrug. Durch die Kolonialpolitik des Empire im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Englische im 20. Jahrhundert zur Weltsprache.
Ungefähr die Hälfte aller Menschen der Welt sprechen heute englisch als Staats- oder Zweitsprache. Die Bedeutung wird, nicht zuletzt wegen der wirtschaftlichen Vormachtstellung Amerikas, der Popularität englischsprachiger Musik, der Entwicklung des amerikanisierten Internet und des internationalen Gebrauchs dieser Sprache im Flug- und Schiffverkehr– mit großer Wahrscheinlichkeit auch im 21. Jahrhundert eher noch zunehmen.

8 b Deutsch

Während die romanischen Sprachen sich am gemeinsamen `Ast´ Latein zu verschiedenen Zweigen des Sprachbaumes entwickelt haben, verlief die Entwicklung des Deutschen umgekehrt: Es wuchs zusammen aus den Dialekten verschiedener Stämme. Von etwa 750 bis 1050 verlief diese erste Phase des Althochdeutschen, der eine zweite, hochdeutsche Lautverschiebung vorangegangen war. So wurde beispielsweise aus dem altsächsischen `herta´ – das althochdeutsche `herza´, aus dem das neuhochdeutsche `Herz´ entstand. Der Übergang vom Mittelhochdeutsch fand von 1050 bis 1500 statt. Die Entfaltung des Frühneuhochdeutsch von etwa 1500 bis 1650, wurde insbesondere durch die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg (um 1450) und die Bibelübersetzung von Martin Luther (1522-34) gefördert, wodurch eine einheitliche Sprachverbreitung unterstützt wurde. Ab 1650 spricht man von der Existenz der neuhochdeutschen Sprache, die als Sprache `der deutschen Dichter und Denker´ bald zur Blüte fand.
Im Gegensatz zu den anderen germanischstämmigen und romanischen Sprachen, zeichnet sich das Deutsche durch seine Kompositionsfähigkeit aus, die sich aus der Möglichkeit der Aneinanderreihung von Substantiven ergibt.

8 c Finnisch-Ungrische Sprachen     

Zum finnisch-ungrischen Sprachzweig gehören diejenigen europäischen Kultursprachen, die nicht indo-germanischer Herkunft sind: das Finnische, Estnische, die Sprache der Lappen und das Ungarische. Dieser Zweig ist für die Sprachforschung deshalb interessant, weil angenommen wird, dass diese Sprachfamilie, die vor etwa 7000 Jahren im Gebiet des Ural verbreitet war, der Ursprache recht nahe stehe. Durch die lange voneinander unabhängige Entwicklung des Finnischen und Ungarischen sind diese Sprachen allerdings inzwischen so verschieden, dass sich Ungarn und Finnen kaum noch in ihren Muttersprachen verständigen können.
Im 9. Jahrhundert kamen die Ungarn von Osten her in ihr jetziges Gebiet. Über 800 Jahre lang, (bis 1840), hat das ungarische Parlament seine Debatten in lateinischer Sprache geführt.

9. Baltische Sprachen

Obwohl die überlieferten Schriftzeugnisse nicht so alt sind wie die des Orients, dürfte zumindest das Litauische, der etymologischen Sprachforschung zufolge, ein mit dem Altgriechischen und Sanskrit vergleichbares Alter haben. Eine zeitweilig gemeinsame Entwicklung der germanischen und slawischen Sprachen wird als wahrscheinlich angenommen.

10. Slawische Sprachen        

Das Russische hat wegen seiner Rolle als Staatssprache und seiner bedeutenden Literatur das stärkste Gewicht unter den slawischen Sprachen, die alle auf eine gemeinsame Muttersprache, das Urslawische zurückgeführt werden. Die Entscheidung darüber, welche Schrift benutzt wird, bestimmte im wesentlichen die religiöse Zugehörigkeit: Die orthodoxen Slawen schreiben kyrillisch, die anderen lateinisch. Die Trennungslinie verläuft mitten durch die serbokroatische Sprache. Insgesamt stehen sich die slawischen Sprachen einander sehr nahe, näher jedenfalls als das Deutsche dem Englischen.

11. Mongolische, Chinesische und Koreanische Sprachen

Zählen der modernen Sprachforschung die Sprachen zu 1 bis zu 10 allgemein anerkannt zu der großen Gruppe der indogermanischen Sprachen, wird zur Erreichung des erklärten Zieles, die Wurzeln der Ursprache zu finden, dieses Buch den Beweis auch für die Verwandtschaftsbeziehung zu den Sprachen zu 11 und 12 antreten.

12. Ägyptisch, Aramäisch, Hebräisch und Arabisch

 Im Gegensatz zur häufig vertretenen Lehrmeinung, die die indogermanischen Sprachen als besonders ursprünglich ansieht, wird die gegenseitige Durchdringung und Beeinflussung auch und gerade dieser Sprachgruppe mit der Abteilung zu 12 deutlich werden. Ohne den weiteren Ausführungen allzuweit vorzugreifen: In den folgenden Kapiteln werden sich diese Sprachen als der Mutter aller Sprachen am nahestehendsten erweisen und einige Wurzeln des alten Sprachenbaumes enthüllen, der einst aus dem göttlichen Schöpfungswort hervorging.

13. Sonderfälle          

Doch zuvor noch ein kurzer Blick auf die Sonderfälle der Sprachforschung, die sich bislang in kein Schema so recht einfügen lassen wollten:

13. a  Baskische Sprache

Als die Sintflut über die Erde hereinbrach und die Meere das Land überspülten, wurde die erste menschliche Hochkultur, von der an anderer Stelle noch ausführlicher zu reden sein wird, vernichtet. Nur wenige Erinnerungen überdauerten diese Katastrophe.
Da die baskische Sprache keinerlei Verwandtschaft mit den sie umgebenden Kulturen aufweist, kann die Vermutung geäußert werden, dass sich hier, im Schutz der Gebirge der Iberischen Halbinsel, aus vorsintflutlicher Zeit Relikte der ersten Kultur-Epoche der Menschheit erhalten haben. So darf man annehmen, dass das Baskische der einstigen Ursprache ebenfalls relativ nahe steht.

13. b  Olmeken, Maya, Azteken, Inka …       

In die über 5000 Jahre alten Hochkulturen menschlicher Zivilisation in Mesopotamien, Ägypten, Indien und China reiht sich der erst jetzt mehr und mehr in den Blickpunkt kommende süd- und mittel-amerikanische Kontinent. Nun, zu Beginn des dritten Jahrtausends entdeckten Archäologen „Caral“ – die vermutlich älteste Stadt Amerikas in Peru.
In Amerika wurden schon lange vor der `Entdeckung´ durch Kolumbus über 1000 Sprachen gesprochen, deren vielfältige Einflüsse bis nach Ägypten, Nordeuropa und den afrikanischen Raum zurückverfolgt werden können. Es ist inzwischen unumstritten, dass bereits die Wikinger und vermutlich auch die Phönizier Jahrtausende vor der (Wieder-) Entdeckung durch die Spanier den amerikanischen Kontinent entdeckt und besiedelt hatten. Zudem gilt als sicher, dass über die Inselbrücke zwischen Sibirien und Alaska ein Austausch der asiatischen und amerikanischen Kulturen stattfand. Jedenfalls bestätigen Archäobiologen die These der Verwandtschaft der Kulturen anhand von genetischem Erbgut. Joseph H. Greenberg klassifizierte die mehr als 1000 Sprachen im vor-kolonialisierten Amerika in drei Gruppen zusammen:

  •  „Eskimo-Aleutisch“ (Arktis),
  • „Na-Dené“ (Nordwest-Amerika -> Navaho- Sprachen)
  • und „Amerind“ (die übrigen).

Sowjetische Sprachforscher bestätigten Ähnlichkeiten zwischen der Na-Dené-Familie und den nordasiatischen und kaukasischen Sprachen.

13 c Aborigines

Auf dem Globus des Crate von Mallos (zwischen 180 und 150 v.Chr) ist der australische Erdteil als `Antoikoi´ verzeichnet. In der Kartographie erscheint Australien erstmals bei Pomponius Mela und Petrus Bertius um etwa 40 n.Chr. Damals wurde der Kontinent `Antichtones´ genannt, was etwa `Gegenerdler´ bedeutet.
Die Sprachbegabung der Ureinwohner Australiens ist in der Regel außergewöhnlich: Die meisten von ihnen beherrschen mindestens drei verschiedene Sprachen. Die Kultur der Aborigines kannte ursprünglich mindestens 200 verschiedene, grammatikalisch hoch entwickelte Sprachen und Dialekte. (Heute werden jedoch nur noch etwa 50 dieser Idiome von kleinen Gruppen gesprochen.) Jeder Stamm hatte seine eigene Sprache. Unter den verschiedenen Stämmen verständigte man sich mittels einer inzwischen fast gänzlich vergessenen Zeichensprache. Über Jahrtausende bewahrten sich im Leben der Ureinwohner dennoch bis heute viele gemeinsame Traditionen, wie z.B. die mythologische Schöpfungsvorstellung der `Traumzeit´ und die Erinnerung an den Ursprung aller Aborigines von den gleichen Ahnen.
Die moderne Sprachforschung weiß nur wenig über eventuelle Beziehungen der Aborigines-Sprachen zu den übrigen Sprachen der Welt. Das Alter dieser Kultur, die zweifellos zu den ältesten der Erde gehört, legt jedenfalls eher die Vermutung einer Sprachverwandtschaft vorsintflutlicher Herkunft nahe, obschon es durchaus auch Anhaltspunkte für frühe Kontakte mit den ägyptischen, chinesischen und südamerikanischen nachsintflutlichen Kulturen gibt.

DIE UNIVERSELLE SCHÖPFUNGSGESCHICHTE

DER URSPRACHENBAUM

DAS WURZELWERK DES SPRACHENBAUMES

Von der Entstehung der Welten

Reise durch die Zeit in die Ewigkeit

 2. Kapitel

bigbangVon der Entstehung der Welten

Die Zellteilung

Der Prozess der Zellteilung ist mehr als nur ein gleichnishaftes Bild: das biologische Ambivalent der Welten bildenden Verhältnisse der Musik bei der Erschaffung des Universums und des Lebens.

Johannes Kepler hatte die Verhältnisse der Tonabstände, die Pythagoras als Intervalle beschrieben hatte = 1:2, 3:5, 5:8, 2:3, 3:4, 4:5, 5:6, 7:8, 8:9 und 9:10 (sowie 15:16 und 24:25) – ohne Übertreibung die „Welten bildenden Verhältnisse“ genannt. Zum Verhältnis 1:2 – der Halbierung der Saite des Monochords – die als Oktave des Grundtones schwingt, sagt Kepler auf die Geometrie der göttlichen Mathematik bezogen:

„Ist nicht die Kreisteilung 1:2 die einfachste und ursprünglichste, wie auch das musikalische Intervall 1:2 die am meisten auffallende und ursprüngliche Oktav bildet? So hat Gott nicht einmal die Töne ohne Geometrie in die Welt eingeführt. (…) Die Natur liebt diese Verhältnisse in allem, was des Verhältnisses fähig ist.“

 

Das griechische Wort für Zellteilung – „Mitose“ – bedeutet Faden (was man im Hinblick auf die Stringtheorie in übertragenem Sinn auch „Saite“ nennen mag), und bezeichnet den Vorgang der Oktavierung der Zelle eines Lebewesens. Vor der Empfängnis ist die weibliche Eizelle (Zygote) eine Kugel. Sie ist als größte Zelle des menschlichen Körpers etwa 200 mal so groß wie eine normale Körperzelle. In dieser kugelförmigen Eizelle ist eine weitere Kugel – der Vorkern – der als Träger die Erbinformationen der DNS-Struktur – 23 Chromosomen enthält. Dies ist genau die Hälfte (Oktave) des vollständigen Chromosomensatzes (46) eines Menschen.

Durch Verschmelzung der beiden Vorkerne von Ei- und Samenzelle, beginnt der Prozess der Zellteilung. Nach der ersten Teilung sind die beiden aus ihr entstehenden Zellen nur noch 100-mal so groß – (1:2) = „oktaviert“.

Zellteilung

Nach Teilung der Zygote in zwei Zellen, teilt sie sich erst in vier, dann in acht, sechzehn, zweiunddreißig und so weiter, so dass sich die Zahl der Tochterzellen bei jeder neuen Teilung verdoppelt, während sich ihr Volumen (die Länge der Saite) halbiert. Auf diese Weise – sich zugleich verdoppelnder und halbierender Oktavierung – entwickelt sich die Zygote zu einer Kugel aus vielen Zellen, die man Furchungskugel (Morula) nennt. Dass sich die moderne Wissenschaft die Entdeckung dieser Zusammenhänge seit Ende des 19. Jahrhundert zugute hält, verkennt das jahrtausendalte Wissen um diese elementaren Vorgänge des Lebens.

1 : 2 : 4 : 8 : 16 : 32 : 64 … … Wir kennen diese Zahlenreihe. Bereits die alten Chinesen kannten die Bedeutung dieser Zahlenverhältnisse und schufen im „Buch der Wandlung“, dem I Ging, nicht nur die schematische Darstellung von Yang und Yin, sondern völlig korrekt auch den Aufbau der DNS-Struktur und den Prozess der Zellteilung. Darüber hinaus ist das taoistische Symbol Yang und Yin nicht nur philosophisches Sinnbild für die Dualität von „männlich und weiblich“, als die beiden Grundpolaritäten der Erde, sondern zugleich ein Beispiel des Zirkelschlags der göttlichen Geometrie, mit der das Universum erschaffen ist.

Der Kreis (Wu-ki), der „ohne Anfang und Ende“ ist, ist das Zeichen für die Ewigkeit. Die Zweiheit („2“), die aus der Einheit des Kreises („1“) hervorgeht, benennt die beiden elementaren Prinzipien, die in ihrem fortwährenden Wandel Vergänglichkeit wirken.

 

 

Yang und YinYang und Yin

Somit darf das „Yang und Yin“ Symbol, das in der altägyptischen Symbolik als „Uroborus“ – die sich in den Schwanz beißende Schlange – dargestellt wird, als „Weltformel“ der chinesischen Philosophie bezeichnet werden, da sie den dialektischen Grund alles Seienden vollständig verbindet und beschreibt. Yang und Yin sind als Urprinzipien Licht und Dunkel, Tag und Nacht, hart und weich, Ja und Nein, Plus und Minus, Mann und Frau… Alles Lebendige auf der Erde trägt diese beiden magnetischen Pole in sich – wie auch die Erde selbst. Nichts in der Welt existiert, das nicht im wechselhaften Zusammenspiel dieser dualen Gegensätze gebildet wäre. (Auf die Beziehung von Yang und Yin zur Musik – in der Erscheinlichkeit von „Dur und Moll“, wird an anderer Stelle näher einzugehen sein.)

Die männliche Form trägt zugleich einen weiblichen Anteil in sich – und anders herum. Keiner der beiden Pole kann ohne den anderen bestehen, weil sie im Wechselspiel ihres Magnetfeldes untrennbar miteinander verbunden sind: in Wirklichkeit EINS (1), auch wenn sie sich getrennt voneinander (2) erleben.

Im Licht der Höheren Wirklichkeit ist das bipolare Denken ein unzivilisiertes, veraltetes Denkmuster, das in die Illusion des Sich-getrennt-Erlebens von Gott und von Allem führt. Indem Gott (Yang) sich in Seiner Schöpfung (Yin) „oktavierte“, erschuf Er (1) in der Kraft der Liebe den Gottessohn (2) Adam Kadmon.

Die Evolution des Bewusstseins wird im Erwachen der Menschheit die Erinnerung an das Eins-mit-Allem-Sein bringen und so aus dem Hin-und-her-Geworfen-Sein zwischen den Polen befreien.

 

 

Beziehung von Zahl, Klang und Form

Für Kepler ist die Kugel ein spirituelles Symbol. Er sieht in ihr – „der heiligen Sphäre“ – nicht nur den Grundbaustein der kosmischen Ordnung, sondern auch den Inbegriff der göttlichen Geometrie. Sie ist für ihn die primäre Sprache des Geistes, durch die Gott in vollkommener Übereinstimmung mit der Mathematik und den harmonikalen Gesetzen der Musik, alles hervorgebracht hat, was ist.

Im Gegensatz zu dem heute in Wissenschaftskreisen weit verbreiteten Irrtum, das der Kosmos (griechisch = Ordnung) und das Leben zufällig entstanden seien, sieht Kepler, wie schon vor ihm Pythagoras und Hermes Trismegistos – und Jedem, der aus dem zwiegespaltenen Denken zu ganzheitlichem Sehen erwacht ist – einen göttlichen Plan im kreativen Spiel mit Zahl, Klang und Form. Durch bewusste Bewegung des Geistes im Raum schafft Gott nach dem Maß der Zahl die Schwingung des Klanges und zugleich die geometrischen Formen des Lebens in den Dimensionen des Seins.

 

 

Die Geometrie des Menschen

Nicht nur äußerlich ist der Mensch mit seinen paarweisen Gliedmaßen, Augen und Ohren eine diffizile geometrische Form, die in ihrer Ordnung über jedes „zufällige Entstandensein“ erhaben ist – auch die zellulare Struktur seines Körpers ist reine Geometrie. Mit der oben beschriebenen Zellteilung griffen wir allerdings jenem Ereignis vor, das, ehe sich die Zygote auf so wunderbar harmonikale Weise teilen kann, zuvor zu geschehen hat: Die Empfängnis.

Die existenzielle „Schnittstelle“ der Entstehung neuen Lebens ist die Vereinigung der Gegensätze von Yang und Yin. Dies ist ein geheimnisvoller Prozess, der den Alten Mysterium war. Heute – nicht zuletzt durch die modernen Verhütungsmittel und als Folge einer zunehmenden Materialisierung des Bewusstseins – ist dieses „Welten schaffende“ Ereignis zumeist zu bloß körperlichem Sex verkommen. Dabei kann dieser Akt der körperlichen Vereinigung als Symbol für eine tiefer gehende seelische – und noch tiefer gehend – geistige Vereinigung (Unio Mystica) erlebt werden, deren größte Freude sich zweifellos in der Vereinigung zweier liebenden Herzen entfaltet.

Wenn also der männliche Spermius die weibliche Eizelle erreicht, nachdem er von millionen Samenzellen als erster ankam, wirft er seine Geißel, das Fortbewegungsmittel, mit dem er sich durch den Raum bewegte, ab. (Ein Vorgang, der sich in gewisser Weise beim Sterben durch den Abwurf des verschlissenen Körpers wiederholt.)

Der Kopf des Spermiums, der männliche Vorkern, hat die gleiche Größe wie der weibliche Vorkern. Durch die Vereinigung der männlichen und der weiblichen Zelle entsteht die erste Zelle des neuen menschlichen Wesens, die befruchtete Eizelle oder Zygote. Nun hat sie – statt der nur 23 Chromosomen der männlichen und der weiblichen Keimzelle – 46 Chromosomen, die den kompletten Chromosomensatz eines Menschen ausmachen. Aus der Vereinigung von „1“ + „2“ entsteht die „3“.

 

Kernfusion

Die biologische Vereinigung, die zugleich ein seelisch-geistiger Prozess ist, hat in der Verschmelzung zweier Atomkerne ein entsprechungsreiches Bild. Die so genannte Kernfusion, die sonnengleiche Energien freizusetzen vermag, ist auf atomarer Ebene dem Vorgang der körperlichen Zell-Verschmelzung vergleichbar. Auch Atome kann man sich kugelförmig vorstellen, die von ebenfalls kugelförmigen Elektronen mit 9/10 der Lichtgeschwindigkeit umkreist werden. Unter dem Elektronen-Mikroskop werden ihre Bahnen als „Elektronen-Wolke“ sichtbar, die gleichfalls kugelförmig ist.

Würden sich beispielsweise zwei Wasserstoffatomkerne – entgegen der elektrisch abstoßenden Kräfte ihrer Protonen – sehr nahe kommen, würden sie – unter Freisetzung gewaltiger Energien – zu einem Heliumkern verschmelzen, wie es bei der schier unerschöpflichen Energie der Sonne der Fall ist.

Dazu müssten die Protonen derart beschleunigt werden, dass sie die abstoßenden elektromagnetischen Kräfte überwinden. Dazu bedarf es eines großen Energieaufwandes, denn zur Verschmelzung der beiden Kerne benötigt es eine Temperatur von mehreren millionen Grad. Doch viele milliarden Mal mehr, als man an Energie aufzubringen hätte, um diese Annäherung der Wasserstoff-Atomkerne zu bewirken, würde man an Kraft durch deren Fusion freisetzen. Während Atomphysiker und Philosophen darüber diskutieren, ob es einen grundlegenden symbolischen Unterschied zwischen der Gewinnung von Atomenergie durch Kernspaltung oder durch Kernfusion gibt, lehnen Gegner der Atomstromgewinnung beide Formen als unverantwortlichen Eingriff des Menschen in den göttlichen Schöpfungsplan ab.

Supernova NASA, Hubble-1987 A

Sternnebel„Ameisen-Sternnebel“, NASA

Das Prinzip der biologischen Zellteilung – die Verschmelzung der männlichen Samenzelle mit der weiblichen Eizelle – ähnelt also auf verblüffende Weise den beschriebenen atomaren Vorgängen.

Um nun auf den harmonikalen Prozess der Oktavierung und den Welten bildenden geometrischen Plan Gottes zurück zu kommen: Wir sahen bereits, wie sich die befruchtete Eizelle teilte und haben die daraus entstehende Zygote (Fischblase) gedanklich noch vor Augen, aus der alles weitere in fortgesetzter Teilung nach dem Maßstab der harmonikalen Zahlenreihe des Dualen Systems entsteht.

So teilt sich die bipolare Zygote also zunächst in vier Zellen, die geometrisch als vier Kugeln in Form eines Tetraeders erscheinen:

 

TetraederTetraeder

Diese vier Zellen teilen sich nach demselben harmonikalen Gesetz, das – wie im Dualen System, dem I Ging und der Oktavierung der Musik, auch in allen biologischen Prozessen wirksam ist – in acht Zellen. Als acht Kugeln innerhalb einer Kugel bilden sie die Form des zweiten Platonischen Körpers – den Würfel. So entsteht das „Ei des Lebens“, das als Welten bildende geometrische Grundform des biologischen Lebens, die Harmonik der Musik mit den elektromagnetischen Schwingungen der „Matrix des Lebens“ verbindet. Denn die Geometrie der Körper ist als sichtbar gewordener Klang zugleich Schwingung. Der Geist, der diesen Bauplan erdacht hat, ist göttlicher Geometriker, Mathematiker und Musiker zugleich. Dies erklärt, warum den alten Kulturen die Geometrie wie die Musik heilig war.

HexaederHexaeder

 

Die 8 Sphären der Keimzellen

Diese acht Zellen verfügen als die „Mütter aller Zellen“ über die Fähigkeit fast unbeschränkter Reproduzierbarkeit durch Teilung in alle verschiedenen Arten von Körperzellen der unterschiedlichsten Spezialisierung. Erst mit weiteren Zellteilungen beginnt die Ausbildung der Charakteristika der jeweiligen Lebensform, sei sie menschlich oder tierisch.

Auch in diesem Zusammenhang beantwortet sich die Frage nach dem Zufall durch die zielstrebige Planhaftigkeit einer Stammzelle von selber, dass sie genau weiß, welche von den verschiedenen Körperzellen sie genau an welche Stelle zu setzen hat.

Diese acht Zellen sind die so genannten „Stammzellen“, um die viele Begehrlichkeiten von „Gentechnikern“ und Klonforschern kreisen. Die acht Stammzellen sehr junger Embryos nennt man „Totipotent“, weil aus jeder einzelnen von ihnen ein vollständiges Lebewesen zu wachsen vermag.  Sie entfachten einen heftigen Streit um die Frage der Ethik in der Medizin: Wie weit darf der Mensch eingreifen in die göttliche Ordnung des Lebens? Und tatsächlich besteht die Gefahr, dass man aus Profitgier die ethischen Grenzen des Lebens einreißt – und, wie der Zauberlehrling (Goethe), der in seinem unbewussten Tun Dinge in Gang brachte, die er nicht kontrollieren konnte – fahrlässig an Genen von Pflanzen, Tieren und Menschen herum manipuliert. Schon durch seine unbedachten Experimente mit der “Kernspaltung” entfaltete der Mensch global eine destruktive Kraft, die nicht nur durch die zunehmende Radioaktivität der Erde, sondern mehr noch in der fatalen Bewusstsein spaltenden Symbolik zur Wirkung kommt.

 

ei des lebensDas Ei des Lebens

In den folgenden Rotationen um die zentralen Kernpunkte im „Ei des Lebens“ wächst im weiteren Prozess der geometrischen Schöpfung die „Blume des Lebens“. Dieses urbildliche Gewächs ist ebenfalls ein sakrales Urbild der ganzheitlichen Geometrie, die zweidimensional die drei- und vierdimensionale Wirklichkeit abbildet.

Die ersten acht Zellen allen biologischen Lebens teilen sich in der nächsten Rotation weiter zu 16 Zellen und bilden die Form eines Würfels in einem Würfel. Die „Blume des Lebens“, die so entsteht, ist als weitere geometrische Urform ebenfalls ein archetypisches Symbol der Menschheit. Mehr als nur ein paar ineinander gezirkelte Kreise stellt es das Lebensprinzip im kosmischen Schöpfungsplan des „Großen Kreators“ dar.

 

Ei des LebensDie Blume des Lebens

Die Blume des Lebens findet sich in allen Weltkulturen als mystisches Zeichen göttlicher Harmonie. Sechstausend Jahre alt sind die ältesten in Stein gemeißelten Zeugnisse. Ob im antiken Tempel von Abydos im alten Ägypten, den frühen Synagogen Galill und Mesada im vorchristlichen Israel, in der orientalischen Ornamentik, oder der christlich-sakralen Architektur: wie dort findet sich die „Blume des Lebens“ auch in Indien, China und Amerika als Urbild des geometrischen Bauplans des Großen Geistes, der Alles aus dem Nichts erschafft. Nach ihrem Muster wachsen ebenso Kristalle, natürliche Blumen, Zellen von Tieren und Menschen, wie die mikro- und makrokosmischen Strukturen der Weltkörper. Dies sollte deutlich machen, warum den alten Kulturen die Geometrie, Mathematik und Musik heilig waren: weil sie die Lebens- und Schwingungswirklichkeit in Form, Zahl und Klang allumfassend ausdrücken.

Lebensblume

Wenn Sie diese Leseprobe interessiert hat, lesen Sie bitte im Buch „Reise durch die Zeit – in die Ewigkeit“ die Fortsetzung dieses Kapitels. Darin geht es u.a. um die Entstehung der „Frucht des Lebens“, des „Baumes des Lebens“ und dem „Baum im Samen des Lebens“. Es handelt desweiteren von der „Weltharmonik Metatrons“ und den metatronischen Würfel, der alle universellen Formen kosmischer und biologischer Entwicklungsfähigkeit darstellt.

Spirituelle Zeitreise

Reise durch die Zeit in die Ewigkeit

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Von der Entstehung der Welten

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Von Ufos, Riesen und Gefallenen Engeln…

Atlantis und die große Flut

Die Arche, das Karma – der Tod

Wer ist `Hermes Trismegistos´?

Der geistige Turmbau zu Babel

Kosmogonie der Götzen und Dämonen

Die Sprachverwirrung im heutigen Babel

Die spirituellen Wurzeln der Menschheit

Der mystische Weg zur Vollkommenheit

Die Erlösung vom Tod

Vom Ende der Welt und Erwachen

Video

 

 

Die Rekonstruktion der Ursprache

DIE BEDEUTUNG DER BUCHSTABEN,

ZAHLEN UND SYMBOLE

 

                                       Die Erinnerung an die verlorene Ursprache und den Ursprung der Sternenweisheit ist zugleich der Weg zur Rückfindung zum vergessenen Selbst. Es geht hier nicht nur um die Wurzeln aller Sprache, Mathematik und Sternenkunde, die als Symbole erst zu dechiffrieren und übersetzen sind, bevor sie das Bewusstsein mit Inhalt füllt. Erst das Bewusstsein gibt den Zeichen und Symbolen der Sprachen ihre eigentliche Bedeutung. Ohne die Deutung des Geistes bleiben sie stumm. Je wacher das Bewusstsein ist, umso tiefer wird das Verständnis der Symbole, die sich der Leuchtkraft eines erwachten Bewusstseins enthüllen. In den Systemen der Sprache erkennt der `Mensch´ dann sein wahres Wesen in seiner Beziehung zu Gott, dem All und der Welt. Denn wie die Dinge selbst, die sie als Symbole beschreiben, sind die Sprachen der Mathematik, Geometrie, Musik und des geschriebenen Wortes göttlichen Ursprungs.

Entgegen der zur Zeit noch oft vorfindbaren Selbsteinschätzung des „modernen Menschen“ – mit seinen sogenannten „Wissenschaften“ einer veräußerlichten Weltsicht – die gern den Eindruck vermittelt, nie zuvor hätte er einen solch hohen Wissensstand wie heute erreicht, werden wir sehen, dass es sich in Wirklichkeit ganz anders verhält.
Vielmehr war den ersten Menschen ein ursprüngliches Wissen gegeben, das in den Systemen und Sprachen des 21. Jahrhunderts nur noch relikthaft erhalten und erinnerlich ist. Es zeigt sich, dass die frühe Menschheit durch die Geistbegabung und die`Ursprache´ im Vollbesitz der ganzheitlichen Erkenntnis und Anschauung der `Höheren Wirklichkeit´ war, die erst im Laufe der Menschheitsgeschichte weitgehend verloren ging – bis auf den heutigen Tag.

Folgen wir diesen Spuren nach, finden wir erstaunliche Zusammenhänge mit weitreichender Bedeutung für jeden Einzelnen von uns, wie für unser kollektives menschliches Wesen, das in der heutigen Zeit diesen Planeten bewohnt.
Diese `Kosmogonie der Ursprache´ begleitet den Leser zum Anbeginn geistiger Menschwerdung und zu den vergangenen Kulturen, als der Mensch die vergessene Ur-Sprache und Sternenweisheit als Geistesgabe Gottes überkam.
Die Rückfindung zum Ursprung aller Sprache, Mathematik, Geometrie, Musik und Sternenkunde (als Symbole der Universellen Harmonik) kann nicht nur die getrennten Natur- und Geisteswissenschaften holistisch harmonisieren, sondern darüberhinaus auch jedem, an seinem `Woher´ und `Wohin´ interessierten Leser, ein nützliches Navigations-Instrument zur Orientierung auf seinem persönlichen Lebensweg zu sich Selbst sein, denn die Ursprache verstehen zu lernen ist zugleich eine Reise in die Tiefen des Bewusstseins. Denn diese Reise in die Urgeschichte des Menschen beschreibt nichts weniger als den Sinn des Lebens und den Weg zum `vollkommenen Menschsein´, wie er zu allen Zeiten und allen Kulturen durch göttliche Offenbarung kundgetan war.

Es entfaltet sich eine ganzheitliche Weltsicht, die von der Einheit der Vielfalt und der Vielfalt der Einheit innerhalb einer vollkommenen göttlichen Ordnung zeugt.
Nachvollziehbar entwickelt sich das fast vergessene, aber in den Sprachen nach wie vor lebendige Urwissen vom „Einklang im Vielklang“ und dem höchsten Ziel der spirituellen Bewußtwerdung: dem „Einssein mit Allem“. Wegen der heutigen persönlichen und gesellschaftlichen Entfremdung weiß der moderne Mensch gemeinhin nur noch sehr wenig von diesem eigentlichen Lebensziel.

In rhythmischem und geordnetem Gang zählt die Sternenuhr die Jahrtausende, die dem Verstand unermesslich erscheinen – nicht aber dem Geist und der unsterblichen Seele.
Das holistische Weltbild dieser Kosmogonie findet in den Quellen der heiligen Bücher der Menschheit brennend aktuelle Informationen, die auch für die in zahllose Fachgebiete zersplitterte Wissenschaft zur Gewinnung einer ganzheitlichen Perspektive geeignet sind.
Wer den Samen kennt, weiß was da wächst. Um das `Wohin´ zukünftiger Menschheitsentwicklung zu sehen ist es erforderlich das `Woher´ zu kennen.
Geschähe die Geschichte aus einem blinden Zufall heraus, wie noch heute manche Wissenschaftstheorien postulieren, und nicht nach einem wohlwollenden Plan Gottes, wäre die gesamte Menschheit ohne diese geistige Führung einer planvollen Evolution des Bewusstseins verloren.

Möge diese Suche nach der vergessenen Ursprache zum Verständnis und zur Rückbesinnung auf den Grund allen Lebens beitragen. Das ist die Botschaft: Es gibt sie, die all-belebende Kraft der `Liebe´, derentwegen allein die wunderbare Schöpfung existiert!

Sie segne den Leser dieser Schrift !

Andreas Klinksiek

Weiterführende Informationen:

DIE SPIRITUELLE GESCHICHTE DER MENSCHHEIT

Die universelle Schöpfungsgeschichte

creation

Die universelle Schöpfungsgeschichte

 

Das neue und das alte Wissen

Nicht neu oder umstritten ist die Tatsache, dass das spirituelle Wissen der Menschheit trotz aller technischen Errungenschaften (oder deshalb), heutzutage nicht unbedingt in seiner größten Blüte steht. Die alten Ägypter – beispielsweise, überlieferten nicht nur architektonische, mathematische und astronomische Kenntnisse, die bis auf den heutigen Tag verblüffen, sondern sie wussten auch ungleich viel mehr vom spirituellen Wesen des Menschen, das Thema dieser Schrift ist. Woher sie dieses Wissen hatten, das in Bauwerken, Kunstwerken und Schriften manifestiert ist, verhüllt der Schleier der überlieferten Geschichte. Die ein oder andere Hieroglyphe ihrer Überlieferung soll hier entschlüsselt werden. Auch den Spuren einer einstigen Ursprache der Menschheit werden wir folgen, die relikthaft noch heute in allen Sprachen erhalten ist, und darüber hinaus dem Ursprung der Sternenweisheit nachspüren, die von der heute fast vergessenen Beziehung des inneren zum äußeren Kosmos wusste.

 

Moderne Geschichtsforschung

Was geschah zu Anbeginn der Urgeschichte der Menschheit? Geologen versuchen den Versteinerungen der Gesteinsschichten die Urgeschichte mit Hammer und Bohrungen zu entlocken; Archäologen befragen die Scherben der vergangenen Kulturen und suchen die lebendige Geschichte in den Gräbern. Die etablierte Schulgeschichtsforschung vermittelt nur ein sehr lückenhaftes Geschichtsbild, das oft mehr auf die überlieferten Annahmen und Spekulationen wissenschaftlicher „Autoritäten“ und vermeintlicher Koryphäen fußt, als auf der geschichtlichen Wirklichkeit, die man allzu oft mit obskuren Behauptungen leugnet.

Ja, es gab vor der heutigen Menschheitskultur eine frühere Zivilisation, die in Vielem der heutigen überlegen war. Diese erste adamitische Hochkultur hatte eine Kosmologie mit genauer Kenntnis der Präzession und der Planetenbahnen. Sie schuf auf der Erde ein globales Pyramiden-Netzwerk, das – alle Kontinente verbindend – einen energetischen Sinn hatte. Keinesfalls waren diese Pyramiden Gräber von Pharaonen, wie heute noch irrtümlich die etablierte Geschichtsforschung lehrt. Im Gegensatz zum tradierten Schulgeschichtsbild, das zumeist auf zusammengesetzten Scherben und exhuminierten Leichen aufbaut, werden wir auf dieser Zeitreise eine lebendige Geschichte finden, die in ihren spirituellen Erkenntnissen noch jetzt gegenwärtig ist – und in die Ewigkeit reicht.

 

Der göttliche Schöpfungsplan

Es wird sich erweisen dass beides, Ursprache und Sternenweisheit, eine göttliche Geistesgabe des Schöpfers an den Menschen ist, den Er – nicht zufällig – sondern nach höchst weisem Plan erschuf. Dieser Plan Gottes ist der Gegenstand des Interesses dieser Zeitreise, die zu den Anfängen der menschlichen Geschichte führen wird. In den heiligen Schriften der Menschheit sind bedeutende Hinweise über den Sinn und das Ziel dieses göttlichen Planes zu finden, denn dieser Schöpfergott offenbarte sich der Menschheit zu allen Zeiten in vielen Erscheinungen und unter vielen Namen durch das Wort – und vor allem durch innere lebendige Erfahrung, die dem modernen Menschen im Allgemeinen heute so fremd und unbekannt sind, wie die Symbole babylonischer Keilschrift, ägyptischer Hieroglyphen oder die Runen der Kelten.

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Urägytisches Mysterium

Die altägyptische Schöpfungsgeschichte beschreibt, wie aus dem `Urgewässer Nun´ ein Licht- und Schöpfergott empor steigt, dessen Wesensmerkmal es ist, dass Er aus sich heraus die Welt und die anderen Urgötter erschaffen hat.

Das mindestens 5000 Jahre alte Schöpfungsmysterienspiel von Memphis beginnt wie jahrtausende später das Johannes-Evangelium: „Im Anfang war das Wort.“

Damals fuhr in dieser Zeremonie der Hierophant (Oberpriester) fort: „Und es geschah, dass das Herz und die Zunge Macht erhielten über alle Glieder. Denn so wird uns gelehrt: Dass Er war das Herz in jeglichen Wesens Brust, und die Zunge in jeglichen Wesens Mund. Von allen göttlichen Wesen, von allen Menschen, von allem Getier – von allem, was da kreucht und fleucht. Sie alle haben Leben, weil Er sie denkt, und Sein Gebot schafft alles nach Seinem Willen. Es war eine Zeit, da alle die einzelnen göttlichen Wesen noch ungeboren waren in Seinem Munde. Er aber sprach aus den Namen aller Dinge – und sie wurden. Er schuf sie nach Seinem Ebenbilde. Sie alle sind nur die vielfachen Formen des Großen Ewigen Einen. Er schuf das Sehen der Augen, das Hören der Ohren, das Atmen der Nase, auf das sie dem Herzen darbringen mögen die Früchte ihres Tuns. Denn es ist das Herz, das jeden Gedanken gebiert. Und es ist die Zunge, die jeden Gedanken verkündet, auf dass er Wirklichkeit werde. So wurden geboren alle göttlichen Wesen – das Aton und die heilige Neunheit der Hierarchien (gleichsam die 9 Grundzahlen, aus denen jede der unendlichen Zahlen gebildet ist). Denn jedes Wort der schaffenden Gottheit wurde Sein durch das, was das Herz dachte und was die Zunge gebot. Und so sind erschaffen worden die Konstellationen am Himmel. Und so wurden ihnen ihre Aufgaben zugewiesen durch sie, die alles Sein im Himmel und auf Erden nähren und erhalten.“

Dass Gott den Menschen laut dieser altägyptischen Offenbarung nach Seinem Ebenbild erschaffen haben soll, findet sich nicht zufällig wortgetreu in der Genesis der mosaischen Tora und des Alten Testaments der Christen wieder, war Moses doch – als angenommener Sohn der Pharaonentochter – eingeweiht in das altägyptische Mysterium der Beziehung von Gott und Mensch.

 

Dogon

Für den westafrikanischen Volksstamm der `Dogon´, die den Wissenschaftlern mit ihren präzisen astronomischen Kenntnissen (insbesondere des Sterns Sirius) Rätsel aufgeben, existierte das Universum bereits vor seiner Entstehung als Gedanke im Geiste der höchsten Schöpfer-Gottheit `Amma´, auf deren Plan sie das Erscheinen aller Dinge zurück führen.

 

Brahma

Eine ähnliche Vorstellung hat der Hinduismus von Brahma, der das Universum meditierend ersonnen haben soll, bevor Seine göttlichen Gedanken dann materielle Gestalt annahmen. Doch Brahma, der dieses Universum erträumt, ist nicht der höchste Gott, sondern nur ein Teil von Ihm. „Seine Teile sind viele. Gott ist einer. Es gibt nur einen Höchsten Gott – Krishna – und die Halbgötter (wie Brahma) sind mit verschiedenen Kräften bevollmächtigt, um die materielle Welt zu verwalten.“ (Bhagavad-Gita)

 

Weltreligionen

Auch der jüdische, christliche und islamische Glaube hält die Schöpfung für einen Gedanken Gottes, der durch Sein Wort „Es werde!“ alles Erschaffene Wirklichkeit werden ließ.

Im Laufe dieser Zeitreise werden wir noch in vielen Kulturen Hinweise auf diesen Gott finden, Der „mit den Augen der Menschen die Welt schaut“, damit wir mehr und mehr „mit den Augen Gottes sehen.“ (Alte brahmanische Weisheit)

 

Sintflut

Ob im alten Ägypten, Indien oder China, bei den Sumerern, Mesopotamiern oder Griechen: Fast überall auf der Erde gibt es Hinweise auf diesen gemeinsamen Ursprung einer ersten Zivilisation, die mit der Sintflut endet – und einer zweiten Zivilisation, die mit Noah beginnt (der in den Mythen anderer Völker andere Namen hat, z.B. `Manu´ in Indien, Utnapischtim in Babylon) und noch andauert.

 

Heilige Schriften

Von Moses, der als Eingeweihter der ägyptischen Kosmogonie, dieses Wissen im Auftrag Gottes den Hebräern überlieferte, ist der Weg über die Tora der Juden, das Neue Testament der Christen, und den Koran des Islams nicht mehr weit in das Hier und Jetzt. Das geistige Wort öffnet vor allem den nach innen gerichteten Sinn, dem sich in den heiligen Schriften immer neue Verständnistiefen eröffnen, als Kunde aus der vieldimensionalen geistigen Welt.

Denn Auskünfte über die vitalen Geister und Seelen der Urahnen sind am ehesten in deren Schriften zu finden. Ohne die Heiligen Bücher des inspirierten göttlichen Wortes wüsste der moderne Mensch wohl kaum etwas über seinen Ursprung und noch weniger von einem höheren Lebensziel. Deshalb werden wir die indischen, mesopotamischen und hebräischen Quellen befragen (jene Völker also, die aus den drei Söhnen Noahs nach der Sintflut hervorgingen).

 

Wenn Sie diese Leseprobe interessiert hat, lesen Sie bitte im Buch „Reise durch die Zeit – in die Ewigkeit“ die Fortsetzung dieses Kapitels. Darin geht es u.a. um eine nicht-buchstäbliche Deutung der „Genesis“. Es handelt desweiteren von der Uroffenbarung des „Urevangeliums“, das die Wurzel aller heutigen Weltreligionen ist.

Spirituelle Zeitreise

Reise durch die Zeit in die Ewigkeit

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Der mystische Weg zur Vollkommenheit

Die Erlösung vom Tod

Vom Ende der Welt und Erwachen

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Die Reise zum Anbeginn

Andreas Klinksiek

 

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Kurzbeschreibung

Erscheinungstermin: 20. Oktober 2003
Dieses Buch beschreibt die spirituelle Urgeschichte der Menschheit im Spiegel des 21.Jahrhundert aus der Perspektive eines ganzheitlichen Weltbildes.
Die hier gestellten Fragen nach dem Grund der Dinge erschließen das Universum in seinen Dimensionen. Es enthüllt sich der Bauplan des kosmischen `Uhrwerks´, das, (im Gegensatz zur Ansicht manch sogenannter `wissenschaftlicher Theorie´, die ein „zufälliges“ Entstandensein des Universums und des Lebens postuliert), ohne den Plan eines „großen Uhrmachers“ nicht denkbar ist. Mit der Ergründung des Zieles und der Absicht des göttlichen Schöpfungswerkes stellt dieses Buch einen Beitrag zum interkulturellen Dialog der Religionen dar, dessen Entwurf einer ganzheitlichen Philosophie des 21.Jahrhunderts von fächerübergreifendem Interesse ist.
In einer `KOSMOGONIE DER URSPRACHE´ entschlüsselt es den kosmischen Code des altägyptischen Tarot, des altchinesischen I Ging und der Sprache der Sterne. Es wird deutlich, dass sich in allem geschichtlichen, gegenwärtigen und zukünftigen Geschehen der Menschheit der göttliche Plan von `Anbeginn´ realisiert.
Dieses Buch ist eine Zeitreise in die spirituelle Urgeschichte der Menschheit, die den Blick für die Zukunft weitet und in einer ganzheitlichen Weltsicht Sinn vermittelt – auch für die persönliche Gegenwart. Die Liebe Gottes enthüllt sich als der Grund des Lebens und weist den Weg zum höchsten Ziel spiritueller Bewußtwerdung in der Erkenntnis des seit `Anbeginn´ verheißenen Erlösers (hebr.= Messias; gr.= Christus) des gefallenen Universums: Jesus ! Kurz: Dieses Buch berührt den Grund.

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

… „Das Buch ist auch noch flüssig zu lesen, also ein Buch zum Verschlingen! Durch die verschiedenen Tabellen und komprimierten Daten dient es aber auch als Nachschlagewerk. (…) Fazit:
Für Suchende, die abseits des Wissenschafts-Einheitsbreies einen Überblick rund um die Schöpfung bekommen wollen, ist das Buch „Die Reise zum Anbeginn“ sehr gut geeignet. (…) Gerald Berghöfer — (A-Site.at, 04. Februar 2004)… „Ein hochinteressantes Buch über das wahre Sein des Menschen und über die Wirklichkeit der Evangelien. Es gibt etliche Erklärungen, Aufzeichnungen und Einführungen in die Themen der Urgeschichte der Menschen.“ …
Bewertung: 5 Sterne – Roman Hanhart — (Yoda.ch,16. Januar 2004)

… „Kurz: Wir dürfen mit „Die Reise zum Anbeginn“ wieder einmal ein Buch benennen, das wir jedem Leser empfehlen und darüber hinaus allen `Fragenden´ und `Suchenden´ als fundiert sach- und fachlich qualifizierten `Reisebegleiter´ regelrecht ins Bücherregal stellen möchten.“ Gerd Kirvel — (Jenseits des Irdischen, 01. März 2004)… Zu loben ist der Fleiß des Autors, der aus vielen Kulturen Legenden und Mythen detailliert beschreibt und verbindet. Dabei ist die Aufmachung des Buches sehr leserfreundlich: Schriftsatz gut zu lesen, Randverweise auf Bibelstellen oder Heraushebung der wichtigen Stichpunkte, Auflockerung durch Bilder und Tabellen.(…)“ Herbert Huber — (Gavagai.de, 29. Dezember 2003)

Der Verlag über das Buch

Diese Zeitreise führt zu der Wiege der Kulturen und den wesentlichsten Stationen der Zeitgeschichte. Die Erinnerung an die verlorene Ursprache und den Ursprung der Sternenweisheit wird zum Weg zur Rückfindung zum vergessenen Selbst. Es geht nicht nur um die Wurzeln aller Sprache, Mathematik und Sternenkunde, sondern ebenso um das Geist-Seele-Körper-Wesen `Mensch´ in seiner Beziehung zu Gott, dem All und der Welt; kurz: um die grundlegenden Fragen des Lebens.

Die Reise beginnt Heute, im 21.Jahrhundert, an der Schwelle zum 3.Jahrtausend (n.Chr.), am Beginn des Wassermannzeitalters. Eine Epoche in der Menschheitsgeschichte, die geprägt ist von dem materialistischen Weltbild einer Gesellschaft, die sich und die Welt in nur 100 Jahren mehr verändert hat, als in den 8000 Jahren zuvor. Die spotartige Schau im Zeitraffer-Vorüberflug der Jahrtausende kann nur die wichtigsten Stationen der Menschheit berühren. Die Zeitlandschaft wird vorüberfliegen und geschichtliche Ereignisse und Personen, die Menschheitsepochen prägten, am Horizont des Zeitgeschehens auftauchen, ehe sie sich, mehr oder weniger lange Schatten werfend, dem Blick des Zeitreisenden im Nebel der Vergangenheit entziehen. Kurz werden sie als Sterne ihrer Zeit aufstrahlen, die über einen Teil der damaligen Welt als beherrschendes Prinzip ihrer Kultur aufgingen. Sie blieben im menschlichen `Ur-Gedächtnis´ als Meilensteine menschlicher Entwicklung in Symbolen, Bildern und Zeichen erinnerlich und erhielten sich in Mythen, Mysterien und Ritualen. Sie konditionierten unsere Seh-, Denk- und Wahrnehmungsgewohnheiten auf unserem Weg aus der Vergangenheit durch die Gegenwart in die Zukunft.

Entgegen der oft überheblichen Selbsteinschätzung der modernen Wissenschaft, die gern den Eindruck vermittelt, nie zuvor hätte der Mensch einen solchen Wissensstand wie heute erreicht, weist dieses Buch nach, dass es sich tatsächlich völlig anders verhält. Vielmehr war den ersten Menschen ursprünglich ein Wissen gegeben, das heute nur noch in Relikten erhalten ist. Es zeigt sich, dass die frühe Menschheit durch die Geistbegabung und die `Ursprache´ im Vollbesitz der Erkenntnis und Anschauung der Wirklichkeit war, die erst im Laufe der Menschheitsgeschichte weitgehend verloren ging. Diesen Spuren geht diese Schrift nach und findet erstaunliche Zusammenhänge mit weitreichender Bedeutung für die heutige Zeit.

Dieses Buch begleitet den Leser zu den vergangenen Kulturen und zum Anbeginn geistiger Menschwerdung, als den Menschen die vergessene Ur-Sprache und Sternenweisheit als Geistesgabe Gottes überkam. Die Rückfindung zum Ursprung aller Sprache, Mathematik und Sternenkunde kann nicht nur die etymologische und archäologische Forschung bereichern, sondern wird auch dem an seinem `Woher´ und `Wohin´ interessierten Leser ein nützliches Navigations-Instrument zur Orientierung auf seinem persönlichen Lebensweg sein. Denn `die Reise zum Anbeginn´ ist zugleich eine Reise in die Tiefen des Bewußtseins. Das Augenmerk gilt dabei insbesondere der sprachlichen, spirituellen und kulturellen Entwicklung des Stammbaumes der (geistigen) Menschheit.

Diese Reise in die Urgeschichte des Menschen beschreibt nichts weniger als den Sinn des Lebens und den Weg zum `vollkommenen Menschsein´. wie er zu allen Zeiten und allen Kulturen durch göttliche Offenbarung kundgetan war.  Wegen der heutigen persönlichen und gesellschaftlichen Entfremdung weiß der moderne Mensch gemeinhin nur noch sehr wenig von diesem eigentlichen Lebensziel. Es entfaltet sich eine ganzheitliche Weltsicht, die von der Einheit der Vielfalt und der Vielfalt der Einheit innerhalb einer vollkommenen göttlichen Ordnung zeugt. Nachvollziehbar entwickelt sich das fast vergessene, aber in den Sprachen nach wie vor lebendige Urwissen vom „Einklang im Vielklang“ und dem höchsten Ziel der spirituellen Bewußtwerdung: dem „Einssein mit Allem“. Das holistische Weltbild dieser Kosmogonie findet in den Quellen der heiligen Bücher der Menschheit brennend aktuelle Informationen, die auch für die in zahllose Fachgebiete zersplitterte Wissenschaft zur Gewinnung einer ganzheitlichen Perspektive geeignet sind.
 

 

Rezension

5 von 5 Sternen Vom Ursprung des Seins, der Sprache und der Religionen,26. November 2005
Von Ellen Francke (Buxtehude) –
Rezension bezieht sich auf: Die Reise zum Anbeginn – Kosmogonie der Ursprache (Taschenbuch)

Dieses Buch ist eine Schatztruhe – randvoll mit wesentlichen Informationen zu zahlreichen menschheitsgeschichtlichen, kulturellen,
spirituellen und kosmischen Themen, die sich wie in einem Kaleidoskop zusammenfügen zu einem so noch nie gesehenen Bild.
Diese „Reise“ führt die Leser zugleich durch die Menschheitsgeschichte und in ihre eigenen Innenwelten.
Die Rekonstruktion der in Babel verlorenen Ursprache geht weit über eine bloß theoretische Betrachtung hinaus
und verschaffte mir ein vertieftes Verständnis für das Wort im allgemeinen – und mehr Gefühl für meine persönliche Sprache im besonderen.
Ich kann „Die Reise zum Anbeginn“ jedem empfehlen, der mehr über seine kulturelle und spirituelle Herkunft wissen will.
Das übersichtliche Register macht dieses Buch auch als kulturhistorisches Nachschlagewerk geeignet.

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DAS WURZELWERK DES SPRACHENBAUMES

wurzelwerk
Hier soll die Entwicklung der Sprachen auf die eine gemeinsame Ursprache zurück geführt, und die bislang hypothetische Annahme des gemeinsamen Ursprungs aller Sprachen der Menschheit zur Gewissheit werden.

 

Nostratische Ursprache

Bereits Wladislaw M. Illitsch-Switytsch und Aaron B. Dolgopolsky von der Universität Haifa führten um 1960 drei Viertel aller Sprachen der Weltbevölkerung auf 6 Sprachfamilien einer angenommenen Ursprache zurück, die sie die „Nostratische“ nannten (`noster´: lat.= unser). Diese, `unsere´ nostratische Sprache, soll in der Jungsteinzeit vor 12.000 Jahren gesprochen worden und die Mutter des Indoeuropäischen, Drawidischen (Südindien), Kartwelischen (Süd-Kaukasus), Uralischen (u.a. finnisch), Altischen (u.a. türkisch, mongolisch), Afro-Asiatischen (u.a. arabisch und Berbersprachen) sein. Dolgopolsky hat unter Verwendung etymologisch anerkannter Regeln 1.600 Wurzeln hypothetischer Urwörter des Nostratischen zusammengestellt. Zum Beispiel die nostratische Wurzel „mälgi“:

                       Proto-Afroasiatisch          mlk                  saugen, Brust, Euter
                       Proto-Indoeuropäisch:    melg                melken, Milch
                       Proto-Finno-Ugrisch:       mälke              Brust
                       Dravidisch (Tamil):           melku              kauen, Kehle`
                       Eskimo (Yupik):                melug              saugen
                       Proto-Amerindisch:          maliq`a           Kehle, saugen, trinken

Die Verbindung der etymologischen Sprachforschung mit den Mythen der Völker und den heiligen Schriften der Menschheit, soll nun den Schlüssel liefern zu dem vergessenen gemeinsamen Ursprung aller Sprachen. Dazu folgen wir dem veränderlichen Weg, den das Wort durch alle Epochen der Menschheitsgeschichte nahm, zurück bis auf Noah, der laut biblischer Offenbarung der Stammvater aller existierenden menschlichen Zivilisationen, und als direkter Nachkomme von `Adam und Eva´ zweifellos Erbe, der von Gott gegebenen Ursprache sein müsste. In der Überzeugung, dass sich der Kreis durch Einfügung des bislang fehlenden Gliedes der Kette dort schließen wird, wenden wir uns darum einer ursprünglichen Kultur zu, die hier aus einleuchtenden Gründen – trotz der zweifelhaften Besetzung dieses Wortes – `Arisch´ genannt werden soll.     

Arier

(Dass das von Hitler beanspruchte Erbe der Nachfolge dieser Kultur eine Anmaßung war, ebenso wie seine Behauptung, Begründer des `1000 jährigen Reiches´ zu sein, bedarf keiner weiteren Erläuterung und erklärt sich schon aus der Historik, nach der diese `tausend Jahre´ bereits nach 12 Jahren beendet waren.)
Die ursprüngliche Heimat jener arischen Volksgruppe wurde bislang in Pakistan vermutet. Es soll hier der Nachweis erbracht werden, dass die arische Kultur, die tatsächlich ihren Ursprung in Eriwan, im heutigen Armenien hatte (jener kaukasischen Gebirgslandschaft, unweit vom türkischen Berg Ararat, auf dem die Arche Noahs gelandet sein soll), als nachsintflutliche Wiege aller heutigen Sprachen gelten kann. Insbesondere war, so die zu beweisende These, das (noch unverbildete) Ur-Aramäische der altpersischen, altindischen, altägyptischen und althebräischen Sprache vorbildlich, aus denen dann im weiteren Geschichtsverlauf die anderen Sprachkulturen hervorgingen.
Als einzige Einschränkung dieser Behauptung mag die Vorstellung gelten, dass die Erde nicht überall in gleichem Ausmaß wie in Asien, Europa und Nordafrika von der Sintflut betroffen war, und (gleichwie es Reste von Bauwerken aus vor-noahischer Zeit gibt) wahrscheinlich auch Sprachwurzeln aus der adamitischen Periode erhalten sind. Dies macht jedoch hinsichtlich des einen, gemeinsamen Ursprungs aller Sprachen keinen Unterschied, weil Noah schließlich auch die Sprache Adams sprach. Zur Unterstützung der Theorie, die Ursprache sei dem Aramäischen sehr nahe, werden neben ältester Überlieferungen der jeweiligen Kulturen, auch Werke der modernen Sprachforschung herangezogen.

Geschichtsschreibung

Mittels historischer Quellen ist hinreichend dokumentiert, dass in den traditionellen Überlieferungen Irans, Indiens und des Nahen Ostens genügend gemeinsame Wurzeln wiederzufinden sind, die den gemeinsamen Ursprung klären. Die Geschichtsschreibung, weil immer aus der subjektiven Sicht einzelner Völker, bietet oft kein eindeutiges Bild. Darum spiegelt die Geschichtsüberlieferung nicht die volle Wahrheit über die älteren Perioden wider, sondern stellt eine Kette von Vermutungen dar, über welche sich spezialisierte Forscher, je nach Standpunkt uneinig sind. Daher sollen hier weitestgehend die dokumentierten Quellen reden, um die geschichtlichen Ereignisse möglichst so darzustellen, wie sie gewesen sind. Die Geschichte nicht bloß als das Ergebnis von Absprachen bestimmter Gruppen von Wissenschaftlern aufscheinen zu lassen, sondern als eine logische Verkettung von Tatsachen darzustellen, die gegenseitig und zueinander in Beziehung stehen, ist die erklärte Absicht dieser Rückerinnerung.
Eine Reihe gemeinsamer sprachlicher und kultureller Wurzeln der Vor- und Frühgeschichte im Kulturgut dieser Völker, ermöglicht eine geschlossene Beweiskette herzustellen, die die grundlegende Präsenz der Arier im Altertum belegt. Neben der historischen Untersuchung altorientalischer Überlieferung werden auch archäologische Zeugnisse herangezogen. Die sprachlichen und textlichen Zusammenhänge in den Quellen der alten Kulturen, sowie ihre Widerspiegelung in nahöstlichen, ägyptischen, indischen bis europäischen Überlieferungen, sind Teil dieser Untersuchung des gemeinsamen arischen Ursprungs.
Weder die Sprachforschung noch die Archäologie ist ohne die Inspiration der heiligen Schriften der Kulturen imstande, die dunklen Perioden der Vergangenheit zu erhellen. Insbesondere werden hier die hebräische Tora und die heiligen Schriften der Ägypter, Perser und Inder zum Beleg der wesentlichen Aussagen dieses Kapitels zu Rate gezogen. Und tatsächlich ist es erstaunlich, wie sich diese Überlieferungen im Einklang mit den aktuellsten Erkenntnissen der modernen Sprachforschung nahtlos zusammenfügen. Dadurch wird sich ein neues Bild von der Vergangenheit – und damit der Gegenwart und Zukunft – entwickeln, das manche etablierte Vorstellung in Frage stellt oder sogar widerlegen wird.

sintflut-dore

Sintflut                

Mesopotamien heißt das Land zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris (geographisch etwa der heutige `Irak´). Seit tausenden von Jahren durchfließen diese beiden Ströme das Land, an deren Ufern große Reiche entstanden und vergingen. Neben dem Alten Ägypten und Indien war Mesopotamien eine weitere Quelle, aus der das Wissen über die Frühzeit der Menschheit, über die Griechen und Römer auch den abendländischen Kulturkreis prägte. Die gängige Forschung geht im allgemeinen davon aus, daß die Zivilisation aus Mesopotamien stamme. Die alten Quellen, auch die mesopotamischen, weisen dagegen auf den nordöstlichen Ursprung der Kultur hin, den wir, seit der Landung der Arche auf dem Ararat, in den arischen Anfängen erkennen.
Eine ausführliche Beschreibung der Umstände, die zu der Flutkatastrophe führten (insbesondere der Kriege der vor-noahischen Menschen der ersten Hochkultur, mit denen sie selber die Sintflut auslösten), ist in dem inspirierten dreibändigen Werk „Haushaltung Gottes“ von Jakob Lorber zu finden. In vornoahischer Zeit, so ist dort zu lesen, erstand die Menschheit zu einer ersten großen Blüte, deren außerordentliche Sichtbarwerdung sich in dem Stadtstaat Hanoch verwirklichte, dessen zivilisatorische Pracht in keiner Weise hinter heutigen Metropolen zurück gestanden habe, – sondern im Gegenteil die Wissenschaften zu einer beispiellosen Blüte führte, die letztlich jedoch, wegen destruktiver Kräfte dieser ersten Weltmacht, zur Zerstörung des hochkultivierten Lebensraumes durch die sogenannte `Sintflut´ (Sündflut) führte.
„Wie aber und wohin ergoß sich das Gewässer der Sündflut? – Der Hauptteil war das Mittelasien, allwo noch heute der Aralsee und das Kaspische Meer die Überbleibsel von der denkwürdigsten Art sind; denn wo nun das Kaspische Meer ist, da stand einst das übergroße und stolze Hanoch, und es ließen sich noch heutzutage Überreste von dieser Stadt finden, – aber freilich in einer Tiefe von mehr als tausend Klaftern (= etwa 2000 m).“ (Haushaltung Gottes 357,8)
Tatsächlich berichten die archäologischen Zeugnisse von „Spuren von Zerstörungen in urbanen Zentren, z.B. in Tepe Hessar, südöstlich des Kaspischen Meeres, und Tepe Giyan, in Kurdistan, und die damit verbundenen kulturellen Veränderungen werden oft als Zeichen einer gewaltsamen Einwanderung der Arier in das Iranische Hochland gewertet. Es ist denkbar, dass neue archäologische Funde und die Erschließung neuer Texte uns ein ganz anderes Verständnis der indogermanischen bzw. arischen Sprachen vermitteln werden.“ (Derakhshani, 1999: „Geschichte und Kultur des alten Ostiran“)
„Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen. Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel wurde gewehrt. Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen ab nach hundertundfünfzig Tagen. Am siebzehnten Tag des siebenten Monats ließ sich die Arche nieder auf das Gebirge Ararat.“ (1 Mose 8,1-4)

Eriwan (Schinar, Sinear)

Auf der Suche nach der Urheimat der Arier finden wir Ariwan (Eriwan) im heutigen Armenien – unweit des Landungspunktes der Arche Noahs, denn, nachdem Gott mit Noah den `Neuen Bund´ schloss, „führte der Herr den Noah in eine sehr fruchtbare Gegend, und zwar namentlich in dieselbe, die heutzutage Eriwan heißt (…). Der Herr aber segnete dies herrliche Land drei Male und gab es vollends dem Noah und seinen Kindern zu eigen.“ (Haushaltung Gottes 362,7)
Von diesem Ausgangsort zogen sie bald nach Schinar (Sinear) in Mesopotamien: „Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst.“ (1 Mose 11,1-2) (Dieser Ort lag am Euphrat in der Ebene Schinar, etwa 870 km östlich von Jerusalem und rund 80 km südlich von Bagdad im damals noch zukünftigen Babylon.)
Die schnell wachsenden Sippen verteilten sich in ganz Zentralasien, wobei vermutlich die Gegenden von Sogdien, Kharazmien und Baktrien sowie die Gebiete nördlich davon – zu den ersten Siedlungsgebieten gehörten, da dort die arischen Spuren am deutlichsten und ursprünglichsten sind. Auch zeugen viele ostiranische geographische Namen von ihrer frühen Gegenwart, die im Avesta und den altpersischen Texten bezeugt, auch in den alt-arischen Quellen zu finden sind. So fanden die Nachkommen Noahs auch in jene Gegend zurück, in der einst das Paradies von Adam und Eva gewesen sein soll. Die Ortsbeschreibung des Paradieses wird in der mosaischen Genesis geschildert: „Und es ging aus von Eden ein Strom, den Garten zu bewässern, und teilte sich von da in vier Hauptarme. Der erste heißt Pischon, der fließt um das ganze Land Hawila, und dort findet man Gold; und das Gold des Landes ist kostbar. Auch findet man da Bedolachharz und den Edelstein Schoham. Der zweite Strom heißt Gihon, der fließt um das ganze Land Kusch. Der dritte Strom heißt Tigris, der fließt östlich von Assyrien. Der vierte Strom ist der Euphrat.“ (1 Mose 2,10-14)

Arischer Ursprung

Die Betrachtung dieser Zusammenhänge erübrigt die lange gestellte Frage der etymologischen Sprachforschung nach der Zuwanderung der Arier in das iranische Hochland, weil die Sachlage die natürliche Ausdehnung der Sippen in bis dahin unbevölkerte Gebiete nahe legt (siehe Sintflut). Somit erübrigt sich auch die Vermutung einer Nachbarschaft verschiedener Völker, deren gegenseitige Beeinflussung durch Lehnwortaustausch stattgefunden hätte, sondern es ist vielmehr anzunehmen, dass die Völker im Nahen Osten, wie in der ganzen damals besiedelten Welt, ausnahmslos aus den arischen Stämmen der drei Söhne Noahs, den Semiten, Hamiten und Japheten hervorgingen, die durch ein Ereignis, auf das noch näher einzugehen sein wird, ihre gemeinsame Sprache und ihren Zusammengehörigkeitssinn verloren.

Der folgende Absatz ist den sprachwissenschaftlichen Büchern von Jahanshah Derakhshani entnommen: „Die Arier in den nahöstlichen Quellen des 3. und 2. Jahrtausend v.Chr.“ und  „Geschichte und Kultur des alten Ostiran“: „Geographische Namen wie Aratta, Erin, Aria, Subartu, Parashi (ideographisch Marhashi), Mada, Martu, Amurru, Mardaman, Dapara etc., welche spätestens seit dem 3. Jahrtausend v.Chr. den Völkern Mesopotamiens und teilweise auch Ägyptens geläufig waren, sowie Völkernamen wie Martu, Amurru, Ari, Harri, Akia etc. lassen sich unter den bisher bekannten altorientalischen Sprachen allein durch eine arische Etymologie deuten. Ferner gehörten die ältesten Völker des Nahen Ostens, die schon früh in den alten Texten Erwähnung finden, zu den Ariern bzw. Indogermanen, und ihre Könige trugen arische Namen. Diese Zeugnisse werden von einer beachtlichen Anzahl weiterer Eigennamen und Appellativen – insbesondere geht es um sprachliche Elemente aus dem iranischen Hochland wie Pflanzennamen, Bezeichnungen bestimmter sozialen Klassen etc. – aus den frühesten geschichtlichen Perioden begleitet, die ebenfalls nur arisch zu erklären sind. (…) Die behandelten sprachlichen Zeugnisse, bestehend aus Personennamen, geographischen Namen, Götternamen sowie Bezeichnungen verschiedener Dinge des Alltags, machen die frühe und massive Präsenz der Arier im Nahen und Mittleren Osten deutlich und sind als Widerlegung der Einwanderungstheorie zu betrachten.“

Teilung der Ursprache

Keine der alten Sprachen, auch die aramäische nicht, der das besondere Interesse dieses Kapitels gilt, war nach dem Ereignis, das unter dem Bild des `Turmbau zu Babel´ Einzug in die Historie fand, noch rein erhalten. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Präsenz einer einstmals vollkommenen Sprache sich in viele Teile aufsplitterte, die jedes für sich, zum Preis des Verlustes der einstigen Ganzheit, in sich jeweils bestimmte Aspekte der einstmals vollkommenen Regeln bewahrte. (Gleichwie Sekten vernachlässigte Sichtweisen der offiziellen Kirchenlehre zum Kern ihrer Lehre erheben und damit die anderen Aspekte zum Preis des Verlustes der Einheit aus den Augen verlieren.) So bewahrt zum Beispiel das Sanskrit mehr als andere Sprachen das Wissen um die Kraft der Laute, das Ägyptische die bildhafte Entsprechung der Zeichen, das Hebräische (und Arabische) die Beziehung des Buchstabens zur Bedeutung der entsprechenden Zahl. Dies schließt nicht aus, dass in der geschichtlichen Folge die gegenseitigen Beeinflussungen der Sprachen zu einer Durchdringung und Durchmengung führten, wodurch einerseits eine Wiederannäherung der verlorenen Gemeinsamkeit, doch andererseits eine Eintrübung der in sich schlüssigen Sprachsysteme stattfand.
Im Südosten Irans, in der Gegend von Sistan und Kerman, lebte ein arisches Volk, das bereits im 4. Jahrtausend v.Chr. über eine hoch entwickelte Kultur und Zivilisation verfügte. Dieses Volk, aus dem vermutlich die Perser hervorgegangen sind, pflegte intensive Beziehungen mit Mesopotamien. Der Begründer des mesopotamischen Weltreiches aber war `Nimrod´, ein Urenkel Noahs, ein Enkel Hams, der erste Sohn von Kusch: „Der war der erste, der Macht gewann auf Erden, und war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn. Daher spricht man: Das ist ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn wie Nimrod. Und der Anfang seines Reichs war Babel, Erech, Akkad und Kalne im Lande Schinar.“ (1 Mose 10, 8-10) Auf diesen Nimrod und seine Beziehung zum Turmbau zu Babel wird später noch ausführlicher einzugehen sein.

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Völkerwanderungen

     Die sprachlichen Zeugnisse und Indizien bestätigen nicht nur den immensen kulturellen Einfluss der Arier auf die nahöstlichen Völker (die nach unserer Hypothese ebenfalls arischen Ursprungs waren), sondern auch ihre aktive geschichtliche Präsenz in der gesamten Alten Welt. Bereits zu Beginn des 3. Jahrtausend v.Chr. hatten sich die arischen Stämme im gesamten Orient verbreitet. Diese Tatsache wird durch sprachliche Belege bestätigt. Archäologische Zeugnisse gehen darüber hinaus und führen mindestens bis in das 4. Jahrtausend v.Chr. Zeugnisse für diese arische Präsenz an. Schon in den frühen arischen Perioden waren die `Mardi´ und `Amardi´ zwei bedeutende Stämme, die im Nordosten und Nordwesten des Iranischen Hochlandes verbreitet waren. Ein Teil dieses Volkes, das sich nach der arischen Wurzel „ámrta“ = ‘lebendig, unsterblich’ nannte, was auf die hohen Lebensalter der biblischen Urahnen hinweist. Lange waren die ur-arischen Stämme des iranischen Hochlandes dafür bekannt, das Geheimnis der Unsterblichkeit zu kennen. „Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertundfünfzig Jahre, dass sein ganzes Alter ward neunhundertundfünfzig Jahre, und starb.“  (1 Mose 9,28)
Der Volksstamm der ámrta wanderte in Mesopotamien ein und brachte die alte babylonische Dynastie von Akkad zu Fall (2230 v.Chr.). In gleicher Zeit wanderte ein anderer Teil dieses Volkes, das sich zunächst `Mntw´ (Mantu ~ Martu) und später `Amu´ nannte, in Syrien und Palästina ein und ließ sich dort nieder. Bereits vor der Gründung des Alten Reichs (ca. 3000 v.Chr.) wurde dieses Volk in den Wandmalereien und Reliefs Ägyptens dargestellt und in den frühesten Urkunden erwähnt. Nach der Vertreibung aus Ägypten herrschte dieses Volk neben anderen arischen Stämmen (Amoriten ~ Amardi, Perisiter [später Philister] ~ Perser) als Arier-Dynastien des 15. und 14. Jahrhundert v.Chr. über fast ganz Palästina und Syrien. Das Volk der `Parashi´ bestand (wie die anderen Völker der Frühzeit) aus verschiedenen Familien-Stämmen, die sich in diverse Richtungen ausbreiteten. Ein Teil von ihnen nannte sich `Parsa´- und blieb in seiner Urheimat; ein anderer Teil wanderte unter der Selbstbezeichnung `Parathu´ (Parther) nach Kleinasien, Griechenland und den Gebieten um das Schwarze Meer sowie nach Palästina und Ägypten. Auf ihrer westlichen Wanderung mischten sie sich mit den `Danu– und Haxa´-Stämmen. Einige Volksgruppen, die `Tapuri´und `Paratschi´, wandten sich westlich von Kabul, und zweigten sich im heutigen Afghanistan und Pakistan von den Urpersern, den Parashi, ab. Die `Peresiten´ sind der Ursprung des palästinensischen Volkes, die sich schließlich als `Philister´ in Palästina niederließen.
Schon in frühgeschichtlichen Zeiten kam es also zu großen Völkerwanderungen in alle Himmelsrichtungen. Die `Guti´ wohnten im Nordwesten, die `Tugri´ im Norden bis Nordosten Irans (ca. 2300 v.Chr.). Nach ihrer Wanderung gen Osten entschlossen sie sich (ca. 2000 v.Chr.), vermutlich infolge der Überwanderung durch die Perser, aus dem Süden nach Westen zu ziehen.
Die `Mardi´ und `Amardi´ zogen ins heutige Nord-Afghanistan und drangen als `Martu´ und `Amurru´ in Mesopotamien ein und bis nach Palästina und Ägypten vor.
Infolge der globalen Erhitzung zog ein Teil der arischen Völker in Richtung Norden bis an die Grenzen Chinas. Weitere Gruppen waren bereits in einer unbestimmten Vorzeit bis nach Korea vorgedrungen. Andere Stämme ließen sich (anfangs des 3. Jahrtausends v.Chr.) in Kleinasien und rund um das Schwarze Meer sowie später in Griechenland nieder. Vermutlich bildeten sie die prä-sumerische Bevölkerung Mesopotamiens. Archäologische Zeugnisse bestätigen diese Annahme.
An die Verwandtschaft der Perser mit den Griechen erinnert die Aufnahme des `Gottes´ Perseus ins griechische Pantheon. Dokumente überliefern, dass noch Xerxes von diesen Ursprüngen wusste.      Die `Haxäer´ (das Volk der Haxa) zählten zu den ältesten Ariern. Sie wanderten nach Kleinasien ein und gründeten dort das Land `Achiyawa´, als die Heimat der `Akawasha´ bzw. der `Achäer´. Ein Teil dieser Achäer wandte sich nach Griechenland und bildete das Urvolk der Griechen. Ein anderer Teil dieser arischen Völker zog von Kleinasien nach Palästina und Ägypten. Unter diesen Stämmen waren die Amardi, Mardi (äg. Mantu), Amu und Hachäer bzw. das Haxa-Volk vermutlich die ältesten; während die Angehörigen dieser Stämme sich als die ältesten Bewohner Palästinas dort und im Sinai niederließen, wanderte ein Teil von ihnen (ca. 4000-3000 v.Chr.) nach Ägypten und spielte eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der prädynastischen ägyptischen Kultur, die heute Negade I oder Amratien und Negade II oder Gerzéen genannt wird.
Die in Palästina ansässigen Arier gründeten dort die ältesten Stadtkulturen, die sie mit arischen Namen bezeichneten. Dazu gehört auch Jerusalem (ursprünglich Urusalem), welches Mitte des 3. Jahrtausends v.Chr. eine Stätte des von den Ariern eingeführten Salm-Kults war (`Salm´ bedeutet ursprachlich = `Das schöpferische Licht Gottes auf Erden`). Die Einwanderer übernahmen viele Kulturgüter der arischen Urbewohner, wie etwa die Jahu– (= Jahwe), Amu– und Salm-Kulte, und sie nannten sich nach einem dort herrschenden arischen Stamm, den `Habiru´, nunmehr ‘Hebräer’.
Die Semiten herrschten über Teile Palästinas und ließen sich in der Arier-Stadt Jerusalem nieder, die sie ursprünglich `Ariel´ nannten. Über den Gründer Jerusalems, den `König der Könige´ Melchidedek, wird noch an anderer Stelle zu berichten sein.
Das Wort `Arier´ steht vermutlich in Beziehung zu ihrer ersten Heimat nach der Sintflut, die Eriwan – oder (vokalverschoben) Ariwan war. `AR AM´ läßt sich als „Gott ist das Haupt“ oder „Volk des Lichtes“ deuten.

Im Lexikon finden wir unter `Arier, arisch´: „Ethnologisch-sprachwiss. Begriff (Sanskrit: arya = Herr, Edler) für Völker der indo-germanischen Sprachfamilie.“ oder: „Arier (Sanskrit): Name der Perser, später der Indogermanen, die sich in Iran und im nordwestlichen Indien ansiedelten. (Universal-Lexikon, Köln 1968)

Die ab Mitte des 19. Jahrhunderts politische Verwendung des Begriffes `Arier´ in Rassentheorien, wurde vorbereitet von Schriftstellern und Forschern, die den indischen Subkontinent in das Zentrum der Aufmerksamkeit rückten. Die beginnende Wahrnehmung fremder Kulturen als andere Sichtweisen der eigenen Kultur, die eine Voraussetzung für das ideale, ganzheitliche Bewusstsein einer geeinten Menschheit ist, führte im Falle des faschistischen Nationalsozialismus Hitlers zu dem dämonisch inspirierten Versuch, das arische Erbe der gesamten Menschheit für die Deutschen oder Germanen (Verbund germanischer Stämme wie Sachsen, Angeln, Franken, Cherusker, Falen, Friesen…) zu vereinnahmen, mit dem bekannten, furchtbaren Ergebnis der Erkenntnis der grauenhaften Tiefe, in die der Mensch fallen kann: Der Holocaust an 6 millionen Juden, Sinti, Roma und Andersdenkenden. Dazu schreibt Ludmilla Tüting in ihrem „Dossier: Der  Tibet-Mythos“:
„Am Ende (der philosophischen Gedankenkette des 19. und 20.Jahrhunderts) war der `Arische Mythos´ (Poliakov) geschaffen, demzufolge die Wurzeln der Europäer im Orient zu suchen sind. Schließlich wurde der Begriff `arisch´ mit `indogermanisch´ gleichgesetzt.
Gobineau sah in den Indogermanen den `wertvollsten Teil der weißen Rasse´, die Germanen. Mit den Versuchen einer Klassifizierung der Menschen beförderte der junge Wissenschaftszweig der Anthropologie den allgemeinen Rahmen zu einem semantisch-sozialen Phänomen, welches sich in dem Gefühl der Überlegenheit gegenüber Anderen manifestierte und unter Berufung auf ein `Ariertum´ sich auch in antisemitischen Ressentiments äußerte. (Nicht eingedenk der wesentlich größeren Nähe der Semiten zu den arischen Wurzeln.) Sie gehen zurück auf verschiedene Nomadenvölker, die im zweiten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung vermutlich aus der Kaukasus-Gegend ins heutige Persien und Indien einwanderten. Sie nannten sich „Arya“, was auf Sanskrit `gottergeben, treu, und fromm´ bedeutet. In der Sprachwissenschaft zeigte fortan der Begriff `Arisch´ die Zugehörigkeit zur indoeuropäischen (deutsch: indogermanischen) Sprachfamilie an. Er hatte keinerlei ethnische Bedeutung.
Einige Philosophen, Historiker, Orientalisten, Anthropologen (Menschenkundler), Hobbyforscher und Esoteriker übertrugen `Arisch´ jedoch auf die Abstammungslehre (Darwin) und glaubten, den `reinblütigen Urtyp´ und die `Ur-Heimat der Menschheit´ identifiziert zu haben. Fortan entwickelten sie keine Rassenlehre, sondern eine Rassenideologie. Vor allem der französische `Orientalist´ Graf Joseph Arthur Gobineau (1816-1882), der -noch- kein Antisemit war, und der Brite, spätere Deutsche und Wagner-Schwiegersohn Houston Stuart Chamberlain zählen zu den wichtigsten Wegbereitern des Holocaust; Gobineau durch sein Buch `Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen´ (1853/55),; Chamberlain durch seine `Grundlagen des 19. Jahrhunderts´ (1899), in dem er `arisch´ bereits mit `germanisch´ gleichsetzte. Gobineau orientierte sich an der Rassentrennung des hinduistischen Kastensystems und zog daraus den bis heute offenbar unausrottbaren Schluß, dass `vermischtes Blut und vermischte Rassen der Nieder- und Untergang `reiner´ Völker sei. Seine unheilvollen Phantasien finden sich wortgetreu in Hitlers `Mein Kampf´ wieder. Demnach bestand die Menschheit ursprünglich aus drei Arten: den `Kulturbegründern´ (den `reinblütigen Ariern´), den `Kulturträgern´ (der passiven, aber `kulturfähigen gelben Rasse´), und den `Kulturzerstörern´ (den Schwarzen). In ihrem Wahn zu beweisen, daß die Arier -sprich die Deutschen- die `Kulturschöpfer der gesamten Menschheit´ waren, bedienten sich die Nazis eines aberwitzigen Okkult-Cocktails.
Er enthielt beispielsweise die `Hohlwelt-Theorie´, derzufolge wir in einer nach innen gewölbten Erde lebten. Oder die sehr einflußreiche `Welteis-Theorie´ (Wel) des Österreichers Hanns Hörbiger, die den Arier-Ursprung in den Kosmos verlegte. Demnach kam es durch eine elipsenförmige Laufbahn der Planeten zu ewigem Eis im Weltraum, periodischer Zerstörung der Erde, Eiszeiten, Klimaveränderungen, für Okkultisten wichtige Polverschiebungen, dem Verschwinden von Ozeanen (z.B. in der Wüste Gobi) und Überflutungen (mit dem Versinken von Atlantis). Diese `Auswirkungen´ verführten viele Okkultisten und Nazis zu weitreichenden, abstrusen Schlussfolgerungen.
Himmler gehörte zu jenen, die glaubten, Urkeime der Arier seien im ewigen Eis des Weltraums und vielleicht anderswo im Gestein konserviert und müssten gefunden werden. Deshalb waren zahlreiche SS-Expeditionen in die ganze Welt geplant, von denen jedoch nur wenige verwirklicht werden konnten.
Auch der uralte, weltweit verbreitete, bis heute lebendige Atlantis-Mythos erhielt durch die `Wel´ neuen Auftrieb. Atlantis, Thule, (sowie die Vorstufen Hyperborea und Lemurien) sind die Zauber- bzw. Codewörter der esoterischen und braunen Mythologie. Keine anderen Begriffe vermochten ähnlich blühende Phantasien freizusetzen. Im Kern bedeuten sie die versunkene oder verborgene `arische Ur- oder Seelenheimat´. Jeder Esoteriker schmückt sie mit eigenen Interpretationen und plaziert sie nach eigenen geographischen Vorstellungen. Von der Antarktis über Zentralamerika bis zum Mittel- und Nordmeer ist alles vertreten.“ („Dossier: Der  Tibet-Mythos“, Ludmilla Tüting)

Halbwahrheiten sind gefährlicher als `glatte´ Lügen. So auch hier: Die Instrumentalisierung der Arier für den krankhaften Rassenwahn der Nazis hat die ernsthafte Auseinandersetzung mit diesem Urgrund aller menschlichen Kultur unter dem Schutt der Geschichte begraben und auf viele Jahrzehnte diskreditiert. Dies mag der Grund dafür sein, dass die heutige Verzweigung in hunderte mehr oder weniger verwandte Volkssprachen mit tausenden verschiedenen Dialekten, die auf einen gemeinsamen Stamm zurück zu führen sind, der Arisch zu benennen ist, von der etymologischen Sprachforschung bis jetzt nicht nachvollzogen worden ist, obwohl diese Schlussfolgerung doch geradezu auf der Nase sitzt.
Aus der Arischen Ursprache entstanden sowohl alle hebräischen, persischen und indogermanischen, wie auch die asiatischen und ägyptischen Sprachen.

Zeittafel:

Die Sintflut soll nach jüdischer Überlieferung 1650 Jahre nach der Erschaffung der Welt – bzw. Adams und Evas, als den ersten geistigen Menschenwesen, und circa 400 Jahre vor dem Turmbau zu Babel stattgefunden haben. (In einer umfassenden Deutung astronomischer und mythologischer Zusammenhänge datiert Dr. W. Papke in seiner Schrift „Die Sintflut in Indien“ den Beginn der Sintflut auf den 6. November 3351 v.Chr.)
Die Frage, wie sich innerhalb von 400 Jahren die Familien der drei Söhne Noahs, Sem, Ham und Japhet, zu vielen Völkern vervielfältigen konnten, verdeutlicht das altbekannte Rechenexempel mit den 64 Feldern des Schachbretts: legt man auf das erste Feld ein Korn und auf jedes darauffolgende doppelt soviel wie auf das vorherige, lägen auf dem 64ten Feld eine solch astronomische Anzahl Körner, die die gesamte Weltgetreideproduktion um ein vielfaches übersteigen würde.
Von Noah auf Abraham (der 294 Jahre nach der Sündflut geboren wurde) sind es 12 Generationen, durch die sich die Bevölkerung, bei dem hohen zeugungsfähigen Alter der damaligen Menschen und der großen Kinderzahl der einzelnen Sippen, ohne weiteres auf mehrere hundert millionen, ja milliarden Erdbewohner hätte vermehren können.
Der Thora zu folgen, sprach noch Abraham die (`arische´) Ursprache, die ihn überkam von seinen Vor-vätern und -müttern der semitischen Abstammung Noahs, bis zu seinen Lebzeiten in Babylon der `geistige Turmbau zu Babel´ stattfand. Gott rief Abraham aus Ur in Chaldäa, dem heutigen Kuwait, und schloss mit ihm einen Bund, der ihn zum Stammvater der Israeliten und Moslems – wie zum geistigen Stammvater der Christen machte. „Da nahm Terach seinen Sohn Abram und Lot, den Sohn seines Sohnes Haran, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und führte sie aus Ur in Chaldäa, um ins (verheißene) Land Kanaan zu ziehen.“

Etwa 1200 Jahre später (ca. 900 v.Christi Geburt) gründeten die Stämme der Chaldäer am Westufer des Euphrat mehrere kleine Staaten (Emirate), die sie gegen die Eroberungs-versuche der großen damaligen Staaten, Assyrien und Babylonien verteidigen konnten. Ihr Widerstand war so erfolgreich, dass 300 Jahre später ein Chaldäer den Königsthron von Babylonien bestieg. Sein Sohn, Nebukadnezzar II, wurde der bedeutendste König dieser Chaldäer (den heutigen Kuwaitern). Nebukadnezars (Ne Bouche Kadne Zcar = Es gibt keinen Gott außer mir, dem König) eroberte Juda und zerstörte Jerusalem, raubte den Tempelschatz und führte den größten Teil des `Gottesvolkes´ in die Gefangenschaft nach Babel. In der babylonischen Gefangenschaft erlernten die Hebräer die aramäische Sprache, die sie auch beibehielten, als sich etwa 60 Jahre später die Prophezeiung Jesajas erfüllte: Kyrus, der König der Perser, eroberte Babel und befreite die Israeliten. Als sie nach Palästina zurückkehrten, behielten sie denjenigen Dialekt des Aramäischen, den sie während ihrer Gefangenschaft in Babylon erlernt hatten, als Umgangssprache bei. Hebräisch wurde bald nur noch bei religiösen Zeremonien gesprochen. So ist die Geschichte der Chaldäer in Mesopotamien mit der des Volkes Israel, wie mit allen orientalischen Reichen eng verknüpft.

     Auch folgendes Dokument aus dem 6. Jahrhundert n.Chr. erhellt die Frage nach der Ursprache. Es entstand im syrisch-christlichen Morgenland und wird der Schule `Ephraims des Syrers´ zugerechnet: „M`arrat gazzê“ (`Die Schatzhöhle´). Dieser Text, der aus drei überlieferten uneditierten Handschriften 1883 von Carl Bezold aus dem Syrischen ins Deutsche übersetzt wurde, beinhaltet eine Zusammenfassung der Urgeschichte des Menschen:
„Und in den Tagen des Peleg versammelten sich und zogen herauf alle Stämme und Nachkommen der Kinder Noah’s von Osten her und fanden eine Ebene im Lande Sinear; sie wohnten daselbst und hatten einerlei Sprache und einerlei Rede. Von Adam bis damals redeten sie alle in dieser Sprache, nämlich in der syrischen Sprache, welche die aramäische ist; denn diese Sprache ist die Königin aller Sprachen. Die früheren Schriftsteller aber irren, wenn sie sagen, das Hebräische sei die erste gewesen, und hier haben sie den Irrtum der Unwissenheit in ihre Schriften gemischt. Denn alle Sprachen der Welt sind von der Syrischen (Aramäischen) ausgegangen, und alle Reden in den Büchern sind mit ihr untermischt. In der Schrift der Syrer (aramäisch) dehnt die linke Seite die rechte aus, und der Rechten Gottes nähern sich alle Kinder der linken.“
So findet sich ebenfalls in dieser 1500 Jahre alten Schrift eine eindrucksvolle Bestätigung für die These, dass die aramäische Sprache der Ursprache am nächsten sei, die nach der griechischen Benennung der Aramäer auch „syrisch“ genannt wurde.
Die Beschreibung der Art des Schreibens, ob von links nach rechts – wie bei den indogermanischen Sprachen, oder von rechts nach links – wie im Aramäischen, Hebräischen oder Arabischen, scheint dem Autor der Schrift insofern bedeutsam zu sein, als hier möglicherweise von der unterschiedlichen Ausprägung der Gehirnhälften und der Herzensseite des Menschen die Rede ist. Er legt wert auf die Feststellung, dass im Gegensatz zur westlichen Schreibweise, die aramäische Schrift sich von rechts zum Herzen ausrichtet. (Als weitere Schreibrichtung sei hier das von oben nach unten der chinesischen Schrift nur am Rande erwähnt.)

     Die aramäische Sprache und Schrift war im vorchristlichen Jahrtausend in ganz Vorderasien verbreitet und im persischen Großreich offizielle Amtssprache. In Ägypten wurden zahlreiche aramäische Texte gefunden, die eine wichtige Quelle für die Geschichtsschreibung darstellen. Von besonderer Bedeutung sind beispielsweise die in dieser Sprache verfassten `Elephantine-Urkunden´. Das Aramäische, das sich nach und nach über den ganzen vorderen Orient und von dort weiter in die ganze damalige Welt ausbreitete, ist, wie dargelegt, durch früheste Schriftdokumente zuerst in Syrien nachweisbar. Tatsächlich entwickelte es sich zur wichtigsten Sprache des Nahen Ostens. In alttestamentlicher Zeit war aramäisch zugleich allgemeine Verkehrs- und Diplomatensprache des Orients. Sie war damals Reichssprache in Ägypten und Persien.
Auch revolutionierte die aramäische Sprache die Schriften. Große Teile des Alten wie des Neuen Testaments wurden im Aramäischen verfasst, das deshalb als die `zweite Sprache des Alten Testaments´ gilt. Der altsyrisch-aramäische Dialekt, der sogenannte Peshitta, ist die Sprache der ältesten kompletten Bibelübersetzung, die den griechischen, lateinischen – und somit auch der deutschen Lutherübersetzung zugrundeliegt. Weitere Zeugnisse dieser Sprache sind Inschriften und Fragmente auf Papyrus und Pergament in den großen Museen und Bibliotheken der Welt.
Bereits in assyrischer Zeit war aramäisch eine internationale Sprache und wurde im vorchristlichen Jahrtausend Weltsprache. Die bislang gängige Theorie der Sprachwissenschaft, das Aramäische hätte am Anfang des ersten Jahrtausends v.Chr. ältere Sprachen in Mesopotamien verdrängt, sollte durch die vorangegangenen Ausführungen der verwandtschaftlichen Beziehungen aller dort jemals ansässigen Sprachen und der gemeinsamen Entwicklungsprozesse aus der arischen Ursprache hinlänglich widerlegt sein.
Eine Besonderheit des Aramäischen ist, dass es sich in zahlreiche Dialekte teilt, deren Hauptgruppen ost- und westsemitisch sind. Der älteste überlieferte Dialekt ist der proto-aramäische, der vor über 3000 Jahren gesprochen wurde, was allerdings in Schlussfolgerung der Ursprachenthese keinesfalls die Existenz noch früherer aramäischer Dialekte ausschließt. Die ost-aramäischen Dialekte umfassten jüdisch-babylonisches Aramäisch, die Sprache der jüdisch-mesopotamischen Gemeinschaft, und Mandäisch. Die west-aramäischen Dialekte sind das christlich-palästinensische und samaritanische Aramäisch, (Die politische und religiöse Absonderung Samarias erklärt die Entstehung dieses separaten Dialektes;) und vor allem das jüdisch-palästinensische Aramäisch, das das Volk in Palästina zu Beginn unserer Zeitrechnung sprach. Die syrisch-orthodoxen Aramäer, oder die West-Syrer sprechen Turoyo, einen aramäischen Dialekt, der nur gesprochen, nicht aber geschrieben wird, weshalb mangels schriftlicher Überlieferung keine zeitlichen Angaben über seine Entstehung gemacht werden können. In der syrisch-orthodoxen Liturgie wird das sog. Alt-Syrische verwendet, weshalb Aramäisch auch „Kthobonoyo“ d.h. „Buch- oder Hochsprache“, oder auch „Syrisch“ genannt wird. Diese Sprache ist zugleich die Muttersprache des Volkes der Aramäer und Assyrer, die bis heute gesprochen wird.
Die Blütezeit des Syrisch-Aramäischen reicht bis ins 7.Jh. Die Syrer gehörten damals zum Teil dem Römischen und andernteils dem Persischen Reich an. Die persischen Syrer entschieden sich meistens für die nestorianische, und die römischen Syrer für die orthodoxe Lehre. Diese Spaltung der Kirchen führte zu einer Auseinanderentwicklung der syrischen Schriftsprache in zwei Dialekte, dem östlichen und westlichen. Die östlichen Syrer (Nestorianer, Chaldäer) schreiben Estrangelâ, die sich aus der ältesten syrischen Schrift bildete und die westlichen Syrer (Orthodoxe, Maroniten und Katholiken) Sertô.
Das Reichs-Aramäische, die Amtssprache der Perserkönige, stellte eine weiterentwickelte und verselbständigte Form des ältesten Aramäischen dar. Auf folgende weitere Idiome des sogenannten West- oder Reichs-Aramäischen soll hier nicht näher eingegangen werden: Pehlewi, Nabatäisch, Palmyrenisch, Melkitisch, Neuwest-Aramäisch. Der jüngste Dialekt ist ein spätliterarischer, der heute auch als modernes Aramäisch bezeichnet wird, das sogenannte Suroyo. Er entwickelte sich mit dem Aufstieg des Islam.

     Mit dem Beginn der Perserherrschaft (540 v. Chr.) wurde das Hebräische als Umgangssprache im jüdischen Volk vom Aramäischen allmählich verdrängt, das zur Zeit Jesu die Volkssprache in Palästina, und somit auch die Muttersprache Jesu war. Dies mag ein weiterer Punkt der Argumentation für die Nähe des Aramäischen zur Ursprache sein: Jesus sprach aramäisch! Die Annahme, dass der Schöpfer Adams und Evas, der sie, wie ausgeführt, mit der Ursprache begabte, auch nach Seiner Menschwerdung in der möglichst ursprünglichsten Sprache gesprochen haben wird, liegt nahe. (Wenn auch als sicher angenommen werden darf, dass Er alle Sprachen – und insbesondere die des Herzens – versteht.) Jesus sprach „galiläisch-aramäisch“; jenen Dialekt, in den man im Gottesdienst die heiligen Schriften übersetzte und in dem die aramäischen Teile des jerusalemischen Talmuds überliefert sind. Auch Matthäus schrieb sein Evangelium in dieser Sprache.
 

 

`Vater Unser´ in Aramäisch

Abwûn d’bwaschmâja

Oh Du, atmendes Leben in allem,
Ursprung des schimmernden Klanges.
Du scheinst in uns und um uns,
selbst die Dunkelheit leuchtet,
wenn wir uns erinnern.

Nethkâdasch schmach

Hilf uns einen heiligen Atemzug zu atmen,
bei dem wir nur Dich fühlen
– und Dein Klang in uns erklinge und uns reinige.

Têtê malkuthach

Lass Deinen Rat unser Leben regieren
und unsere Absicht klären
für die gemeinsame Schöpfung.

Nehwê tzevjânach aikâna d’bwaschmâja af b’arha

Möge der brennende Wunsch Deines Herzens
Himmel und Erde vereinen durch unsere Harmonie.

Hawvlân lachma d’sûnkanân jaomâna

Gewähre uns täglich, was wir an Brot und Einsicht brauchen:
das Notwendige für den Ruf des wachsenden Lebens.

Waschboklân chaubên aikâna daf chnân schvoken l’chaijabên

Löse die Stränge der Fehler, die uns binden,
wie wir loslassen, was uns bindet an die Schuld anderer.

Wela tachlân l’nesjuna ela patzân min bischa

Lass oberflächliche Dinge uns nicht irreführen,
sondern befreie uns von dem, was uns zurückhält.

Metol dilachie malkutha wahaila wateschbuchta l’ahlâm almîn.

Aus Dir kommt der allwirksame Wille,
die lebendige Kraft zu handeln,
das Lied, das alles verschönert
und sich von Zeitalter zu Zeitalter erneuert.
Wahrhaftige Lebenskraft diesen Worten !
Mögen sie der Boden sein,
aus dem alle meine Handlungen erwachsen.
Besiegelt im Vertrauen und Glauben.

Amên

Amen

 

 

DIE REKONSTRUKTION DER URSPRACHE

DIE SPIRITUELLE GESCHICHTE DER MENSCHHEIT

Die Kraft des Wortes

 sound-waves

„Am Anfang war das Wort,
und das Wort war bei Gott,
und
Gott war das Wort.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden,
und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
In ihm war das Leben,
und das Leben war das Licht der Menschen.“

Joh 1,1

 

`A Bra C a D a B ra ´ heißt das Entstehungswort, das das Rad der Zeit in Gang setzte, als die Schöpfung begann. Von jeher übten sich Magier vergeblich daran, dieses Zauberwort zu decodieren. Dabei bedeutet ABraCaDa-bara nur: ` A, B und C erschaffen das D´. Das ist der Schlüssel zu Bildung und geistiger Reife. Auf A folgen die anderen Schriftzeichen im Alphabet, jedes nach Plan und Gesetz des göttlichen Wortes, dessen mächtiges „Es werde !“ gleichzeitig vollbrachte Tat ist. Diese Kraft des Wortes ist als wirkende Schwingung zugleich Licht, Klang und Bewusstseinsenergie.

 

Adam und Eva

Bevor Adam und Eva ihren Weg der Erkenntnis der Gesetzmäßigkeiten der Materie antraten (anstatt in der geistigen Schau und der Einheit mit Gott zu verbleiben),
waren sie – mittels der ihnen gegebenen Sprache – zu Herrschern der Welt geworden. Sie schauten mit innerem Auge den wahren Kern der Dinge. Die Geistbegabung ermächtigte sie, das Wesenhafte des Erschauten zu benennen und – durch die ihnen gegebenen Lautkräfte – die Namen der Wesen und Dinge zu benennen, wie diese sich ihnen offenbaren mussten.
In der Urgeschichte der Menschheit bezeichnete das Wort also nicht nur symbolhaft den äußeren Gegenstand, sondern die Kenntnis des wahren Namens verlieh zugleich Herrschaft über das Benannte. Der noch geistverbundene Mensch war also – Eins mit Gott, dem Kosmos und mit seinem inneren Selbst – durch die göttliche Schöpferkraft begabt, mittels Lautschwingungen seine Ideen zu verwirklichen.

 

Die Degeneration der Sprache

Jedoch verließ der Mensch mit der zunehmenden Materialisierung seiner Gedanken und seiner Sprache diesen geistigen Ort Eden. Indem er sich getrennt von Gott wähnte, wurde sein göttliches Selbst zum „Schein-Ich“ –  und so tauschte er diesen paradiesischen Ort geistigen Eins-mit-Allem-Seins mit der Scheinrealität der bipolaren Welt.
Und nur weil derselbe Gott, der den Menschen einst mit dem Geist des Lebens und der Sprache begabte, uns aus Liebe zu diesem verlorenen Ort der Vollkommenheit und Kraft zurückführen will (wenn wir uns nur unseres geistigen Ursprung rückbesinnen wollten), wird es uns Nachkommen Adams und Evas möglich, die einst ungesegnete Frucht vom Baum der Erkenntnis durch Erwachen zu geistiger Reife in Zukunft gesegnet zu geniessen.

 

Die Rückfindung zur Kraft des Wortes

Wir werden erkennen, dass die sinn- und machtvolle Anwendung der Sprache keine Magie oder angemaßte Kraft ist, sondern nur im Einklang mit den kosmischen Gesetzen und dem göttlichen Willen zur vollkommenen Verwirklichung finden kann. Dann erst wird das ausgesprochene Wort – vom bloßen Tönen der Laute – die einstige Schwingungs-Kraft zurück erlangen und die innersten Zusammenhänge des geistigen Wortes tiefer und tiefer sich enthüllen.

Weil also das Wort zu den Mysterien des wahren Menschseins gehört, soll hier dem Wunder der Sprache nachgegangen werden, die in sich – wie wir sehen werden –  trotz der vielfältigsten Veränderungen seit dem Fall des Turmes zu Babel und Verzweigungen in zahllose Sprachen, die Wurzeln der einstigen Ursprache bewahrte. Wie Alles, das (im Gegensatz zum `Menschenwerk´) Gott erschuf, sich als Keim des Lebens fortpflanzt, findet deshalb der nach Wahrheit Dürstende auch heute noch im Wort eine Quelle innerer Erkenntnis der Wahrheit und Lebenswirklichkeit. Was wir auf diesem Weg aus der geistigen Lichtheimat an Erkenntnis mitbringen werden, danken wir dem lebendigen Wort als Geistesgabe, Mittel und Weg zur Erlangung des geistigen Lebens, denn die Sprache verbindet Gott und Mensch, Himmel und Erde.

„Der Gedanke Gottes ist Eins mit Seinem Wort und Seiner Schrift,

mit der Er die Schöpfungen geschrieben hat.

22 Grundlaute (die 22 Buchstaben des hebräischen Alephbeths):

durch sie bildete Er das Wesen alles Geformten

und schuf aus ihnen die ganze Welt.“   (Sepher Jezirah)

Schwingung

Wenn die Laute der Buchstaben auch in physischer Beziehung zu den menschlichen Tonformungsorganen stehen, so sind jedoch nicht die organischen Lautbildeorgane (Zunge, Zähne, Lippen …) des Sprechenden, sondern ist sein Geist der Träger der Bewusstseins-, Schwingungs- und Wortkraft. Agrippa von Nettesheim (1486 – 1535) schrieb darüber:  „Die Rede führt nicht allein den Gedanken, sondern auch die Kraft des Sprechenden mit sich und ist eine Energie, die den Zuhörern entgegengesendet wird. Jene Worte aber sind von größter Wirksamkeit, welche geistige und kosmische Dinge auf eine verständliche und mystische Weise darstellen. Sie sind gleichsam Zeichen und Vorstellungen, welche die Kraft übernatürlicher Dinge besitzen.“ Jeder Laut hat also eine schwingende Intensität, deren Kraft umso stärker wirkt, je geistiger und allverbundener der Sender des Lautes ist. Die Energie des Senders ist die Ursache der Wirkung des Schalls. Die Sprache ist, je innerlicher sie ist, eine umso wirkungsvollere Offenbarung des Geistes. Die ursprüngliche und noch weitestgehend undegenerierte Seelenkraft der ersten Menschen gab den mystischen Lauten ihrer Sprache eine heute kaum noch vorstellbare Kraft. Diese Schrift will der sprachlichen Überlieferung der Völker folgen, die seit dem Verlassen der Allgegenwart des Paradieses und seit dem Turmbau zu Babel inzwischen viele Wendungen nahm. Wir wollen in den sprachlichen Urwurzeln der Arier, Ägypter, Inder, Perser und Hebräer uns dem gemeinsamen Sprachursprung nähern und ein Stückweit zur einstigen Kraft des Wortes zurück finden.

 

Die göttliche Botschaft in den Elementen der Sprache

Wenngleich die unmittelbare Bedeutung der Buchstabensymbole sich mit jeder Übersetzung oder `Modernisierung´ nur immer äußerlicher über das Verstandesdenken erschließen ließ, anstatt wie früher offenbar, direkt und kraftvoll auf die seelische Erkenntnisfähigkeit des Menschen zu wirken, ist die organische Wandlungsgabe der Sprache – wie sich auf erstaunliche Weise offenbaren wird – ein untrügliches Zeichen für die Göttlichkeit des Wortes. Wie in der Rückbesinnung des geistigen Sinns der 22 Laute und Hieroglyphen des hebräisch-altägyptischen Alephbeths deutlich werden wird, enthalten diese Bausteine des Wortes über alles bisher Gesagte hinaus, vom ersten bis zum letzten Buchstaben eine Wegbeschreibung zur Rückfindung zum verlorenen paradiesischen Zustand des Eins-mit-Allem-Seins und der Einswerdung mit dem nur fälschlich getrennt vermuteten Gott.

Angefangen beim Aleph (dem Dreieck als Zeichen der göttlichen Dreieinigkeit), dem Anfang der Welt, bis hin zum letzten Buchstaben Tau (dem Zeichen des Kreuzes und der Vollendung) versinnbildlichte das Ur-Alphabet die geistige Entwicklung der Menschwerdung. Es zeigt in der Aufeinanderfolge der Buchstaben die Individualisierung durch Trennung aus der Einheit mit Gott und weist der Seele den Weg zur Vollendung, Wiedervereinigung und Einswerdung. Dieser – in der Bedeutung der Buchstaben versteckte – urevangelische Code soll hier mit Hilfe des Sanskrit, des hebräisch-arabischen und aramäischen Alephbeths und der Bilder des altägyptischen Tarot überzeugend nachgewiesen werden. Die Entschlüsselung dieser Botschaft, die im Ur-Alphabet als Reifeweg des Bewusstseins verborgen ist, wird – gerade jetzt in Anbetracht der existenziellen Fragen, vor denen die Menschheit nun zu Beginn des Wassermannzeitalters steht, ein hoffnungsvoller Impuls des Erwachens sein.

 

hieroglyphen

Die Beziehung von Buchstabe und Zahl

Im Hebräischen und Arabischen hat auch heute noch jeder Buchstabe einen ihm entsprechenden Zahlenwert: Aleph (arab.:`Alif´) zählt 1 und somit beginnt mit dem Alephbeth auch der Anfang des Zahlensystems des Universums und der Welt. Diese `1´, die von den Mayas als Punkt – und von den Griechen und Römern als aufrechtstehender Strich `I´ dargestellt wurde, bezeichnet symbolhaft die Verbindung des Himmels mit der Erde und Gottes mit dem Menschen. Somit ist auch die Zahl und deren Bedeutung – wie wir sehen werden – ein wesentlicher Faktor bei der Rückerinnerung an die Ursprache.

Das Buch „Sepher Jezirah“, das nach jahrtausendelanger mündlicher Überlieferung erst zwischen dem 3. und dem 6. Jahrhundert schriftlich aufgezeichnet wurde, lehrt, Gott habe die Welt mittels der Zahlen und der 22 Buchstaben des Alephbeths erschaffen. Dieses „Epher Jezirah“ oder  „Sepher Yetzirah“ ist das hebräische Urbuch der Zahlen- und Buchstabenmystik. Dort finden wir die Buchstaben in drei Gruppen unterteilt:

Drei (3) Mütter                 (3 Primärfarben, Dreieinigkeit …);

Sieben (7) Doppelte        (7 Regenbogenfarben, 7 Töne der Oktave …);

Zwölf (12) Einzelne         (12 Monate, 12 Tierkreiszeichen, 12 Töne der Musik …);

Dieses Buch der jüdischen Mystik wurde ein Elementarbuch der Kabbala, die sich ab dem 10. Jahrhundert n.Chr. auch in Europa verbreitete. Um das System der Kabbala zu verstehen ist die Kenntnis der Symbolik des Tarot förderlich; auch werden sich Kenner astrologischer Prinzipien oder der hermetischen Weisheitslehren darin finden, denn alle diese Überlieferungen sind Erinnerungen an die urevangelische Offenbarung der Ursprache, Sternenweisheit und Mathematik als einstige göttliche Geistesgabe. Sie stehen in einer ergänzenden Beziehung zueinander, da sie letztlich nur Ausdruck verschiedener Perspektiven des Einen sind.

Die Kabbala, die von den Semiten übernommene urägyptische Geheimlehre, steht in enger Beziehung zu dem Buch Thot, das die Urbibel der ursprünglich monotheistischen Religion Altägyptens genannt werden kann. Der inspirierten Schau eröffnet sich hier die Schöpfung der Welt und offenbart sich durch die Mathematik, in der nach göttlichem Plan das Universum nach Zahl und Maß geordnet ist. Deshalb galt den alten Griechen die `Mathesis´ als die Wissenschaft der Wissenschaften, die ungeteilt Eins war mit Musik (Schwingung) und Geometrie (Form). Das Buch Thot (oder der Tarot) – und die daraus hervorgegangene Kabbala stellt die Verbindung zwischen dieser geistigen Mathematik, universellen Harmonik, Sternenweisheit und der Ursprache her.

Die Kabbala war etwa 500 n.Chr. schon lange eine der Hauptlehren der Einweihung und wurde den Adepten bereits seit Jahrhunderten zur Entwicklung des Verständnisses der kosmischen und überkosmischen Sphären der Zahlen und Zeichen mündlich anvertraut, um ihr Bewusstsein für die Harmonie der vollkommenen göttlichen Mathematik und Geometrie zu wecken. Jedoch der Ursprung des Tarot geht noch sehr viel weiter zurück. Wir identifizierten bereits den Götterboten Thot-Henoch-Hermes (siehe: Wer ist Hermes Trismegistos?) als den eigentlichen Überbringer dieser göttlichen Weisheit. Nicht erst durch Moses, der in die ägyptischen Mysterien eingeweiht war, haben die Hebräer die Hauptzeichen der ägyptischen Ur-Hieroglyphen als die 22 Buchstaben ihres Alephbeths erhalten, sondern bereits zu Zeiten Adams und Evas durch Henoch – den ersten Priester der Menschheit und Übermittler göttlicher Geistesgabe.

 

thot

Die Urbilder des Tarot

Die altägyptischen Urbuchstaben waren keine wesenlosen, bloßen Schriftzeichen, wie uns die Lettern unseres heutigen Alphabets in Unkenntnis ihrer tiefen Symbolik erscheinen mögen, sondern heilige Zeichen, durch die sich die universellen Kräfte des Seins zum Ausdruck brachten. Der innere Sinn der Buchstabensymbole ist in der Mystik der Zahlen, der Kabbala und des Tarot teilweise erhalten geblieben. Die Hieroglyphen der Urbuchstaben symbolisierten zugleich Sinnbilder, die als Grundelemente des Tarot in 22 Wandgemälden im Einweihungstempel zu Memphis dargestellt waren. Obwohl diese alte Kultstätte bereits seit Jahrtausenden verfallen ist, blieb der Nachwelt die Beschreibung dieser Bilder durch den antiken Mystiker Apollonius von Thyana genauestens erhalten. Sie werden in den Betrachtungen und Deutungen der einzelnen Buchstaben zu Rate gezogen werden.

Auf diese Darstellungen der altägyptischen Urbilder der Zahlenmystik des Tarot gehen auch alle Kartenspiele zurück, die (bevor ihr geistiger Ursprung bis zur Unkenntlichkeit verwässert wurde), wegen ihrer symbolhaften Darstellung der universellen Wirklichkeit auch über das gegenwärtige und zukünftige Schicksal befragt werden. Über diesen Gebrauch zur Wahrsagerei und Zukunftsschau (weil jede göttliche Offenbarung aufgrund ihrer Akasha-Allgegenwärtigkeit über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Auskunft zu geben vermag) hinaus, soll hier jedoch nur die Bedeutung der Urbilder des Tarot wegen ihrer Nähe zum Ursprung der Ursprache und Mathematik interessieren. Zur Kunst des Wahrsagens und des in die Zukunft Schauens indes, sei es mittels Tarot, Astrologie, Runen oder des altchinesischen I Ging, sei hier nur soviel bemerkt, dass viele schon ihre persönliche Freiheit verloren, indem sie sich bald nichts mehr zu unternehmen getrauten, ohne vorher das Orakel befragt zu haben. Warum sollten wir, um uns wahrhaft als die zu erkennen, die wir wirklich sind, in jahrtausendealten Überlieferungen der göttlichen Weisheit und milliarden Lichtjahre entfernten Sternen nach der Erkenntnis unseres Selbstes suchen, wo doch die Entfernung vom Ort unseres fragenden Verstandes, dem Gehirn, bis zum Wohnort der allgegenwärtigen Wahrheit und Liebe Gottes kaum dreissig Zentimeter beträgt ?! Das dem Menschen am allernächsten liegende Weisheits- und Wahrheitszentrum seines Herzens, so es durch Liebe geweckt zum Tempel des lebendigen Gottes wurde, gibt allzeit bereitwillig Auskunft über alle unseren Lebensweg betreffenden Fragen. Somit soll hier also den Spuren des Tarot nicht wegen seiner Orakelhaftigkeit, sondern wegen seiner wesentlich größeren Bedeutung für die Ursprache des Menschen und der Aufzeigung seines spirituellen Weges gefolgt werden.

Die Bedeutung des Tarot als Schlüssel zu den Hieroglyphen Altägyptens und als Pfad zu den Wurzeln der Ursprache ist nicht hoch genug zu schätzen. Jedes Tarotbild trägt einen Buchstaben, der dem Sinngehalt des Bildes entspricht. Die 22, den Buchstaben vorbildlichen Darstellungen der großen Arkana (Geheimnisse) des Buches Thot entsprangen einer tiefen Einsicht in der Beziehung des Menschen zu Gott und bezeichneten den Weg des Menschen aus der Unbewusstheit (der Gottferne), durch alle Bewusstseinsstufen menschlicher Entwicklung – zurück – den Weg zur Einswerdung. Schon der Name `Thot´ weist auf die Universalität dieses Buches hin: (vgl. lat.: `tot-um´ = alles). Es enthüllt den Schöpfungsplan Gottes. Im Hebräischen bedeutet `daoth´= Erkenntnis, Wissen, Einsicht – und ist auch mit dem Wort `Tora´ = heiliges Gesetz, verwandt. Das Wort `Tarot´ stammt vom ursprachlichen `tarus´: ein Wort, das sich noch im englischen `truth´= Wahrheit erhalten hat. Ursprachlich bedeutet der Gottesname Thot: `Der Vollender der Vollendung´.

Doch die Menschheit ist leider nicht mehr in Kenntnis der Bedeutung der Ur-Hieroglyphen der Ursprache, als gewissermaßen der `Grammatik des Urevangeliums´, oder des Ur-Tarot, als der `urevangelischen Wegbeschreibung´, denn nie bleibt eine Überlieferung jahrtausendelang völlig rein erhalten. Die Veränderungen des Wortes durch Abschriften und Übersetzungen verfälschten im Laufe der Zeit unwiederbringlich das Bild. In fortwährender Veränderung des Uralphabetes wurden immer neue Sprachen geformt, was wesentlich zur `Babylonischen Sprachverwirrung´ beitrug. Zum Beispiel weist das griechische Alphabet, trotz offensichtlicher Übereinstimmungen in Reihenfolge und Namensgebung vieler Buchstaben, bereits wesentliche Umwandlungen gegenüber dem Hebräischen – und umso mehr noch zum `Arischen Ur-Alphabet´ auf. Durch Auslassungen und Zusätze veränderten sich so Zahlwerte – und damit Bedeutungen der einstigen göttlichen Sinngebung, die in ihren Ur-lauten, -lettern, -symbolen, -zahlen und -bildern wesentliche Teile der göttlichen Uroffenbarung an den Menschen waren. Wenn also schon im Griechischen die logische Reihenfolge der Glieder dieser Ideenkette teilweise zerstört war, um wieviel mehr bei den daraus hervorgegangenen Alphabeten des Lateinischen – und den darauf aufbauenden Sprachen, wie zum Beispiel dem Englischen, Französischen, Spanischen … oder Deutschen?! Vergleichbar ist dieser Prozess der Degenerierung des menschlichen Erbgutes. Und doch bergen auch diese späten Alphabete erstaunlicher- und wunderbarerweise noch heute jenes geistige Licht, das in seiner reinsten Form im Ur-Alphabet und in den Urlauten strahlte. Das Fundament der Ursprache – als Nachhall des einstigen Schöpfungswortes, das alles Sein ins Leben rief – ist noch heute in allen Sprachen der Menschheit als geistiges Erbe erhalten.

Wenn es einen Gott gibt, (der in jedem Fall uns und unserer Entwicklung schon deshalb sehr zugeneigt wäre, weil der Schöpfer eines Werkes an dessen Vervollkommnung ein allergrößtes Interesse haben wird,) dann ist von Seinem Schöpfungswerk mit Recht zu erwarten, dass jedes Element des göttlichen Bauplans das göttliche Genom enthält (wie jede Körperzelle den gesamten Bauplan der DNS-Struktur). Ebenso dürfen wir vermuten, dass in den Elementen des Wortes – jener göttlichen Geistesgabe an den Menschen – die Kraft des göttlichen Schöpfungswortes widerhallt, wenn wir sie nur mit Sinn und Bewusstsein verstehen und auszusprechen wüssten. Das Herzensverstehen der Buchstaben des Ur-Alphabets würde uns den verlorenen Garten Eden näherbringen. Gemeinsam mit den Engeln würden wir die Elemente der göttlichen Schöpfungsformeln – die Heiligen Zahlen, die über alles menschliche Verstehen reichen – in ihrer Tiefe diskutieren.

 

Bevor wir also im nächsten Kapitel („Das Ur-Alphabet“) den Versuch einer Rekonstruktion der einstigen Ursprache wagen werden, soll diese Einleitung zum besseren Verständnis voraus geschickt sein. Die Erinnerung an die geistige Ursprache eines ungeteilten Seins muss zweifellos – im Angesicht der Gewohnheit unseres Verstandes in Symbolhaftigkeit zu denken, anstatt das innere Wesen des Benannten zu erfassen – Stückwerk bleiben. Doch immerhin werden wir einen Hauch der einstigen Kraft des Wortes erahnen dürfen, die sich bis heute auf wunderbare Weise in allen Sprachen – wenn auch relikthaft – erhalten hat.

Das Ur-Alphabet

licht

Die innere Rückfindung zum Urwort

Dieser Versuch, zu den ursprachlichen Wurzeln des Sprachenbaumes – und damit zum Verständnis der weltengründenden Bedeutung der Buchstaben des Ur-Alephbeths  zurück zu finden, verbindet das überlieferte Wissens der Kulturen der Welt und ihrer unerschöpflichen, nie zu ergründenden heiligen Bücher – mit den modernsten Erkenntnissen der Natur- und Geisteswissenschaften. Doch mit dem Wissen aller Schriften der Welt ist es nicht getan, denn:  „Der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ (2 Kor 3,6)

Denn die Rückbesinnung auf dieses Urwort ist zugleich `Rück-verbindung´(Re-ligio) der Seele mit ihrem Geist, der ihr den inneren Sinn des äußeren Buchstabens enthüllt. Erst dann wird der Mensch die verlorene Wahrheit und den vergessenen Sinn wieder entdecken, wenn er bereit ist, nicht nur die alten Überlieferungen, sondern auch sich selber von den Schlacken konditionierten Verstandesdenkens zu reinigen. Dass diese Befreiung aus den unbewussten Tiefen eines Jahrtausende lang gewachsenen Massenbewusstseins und das Erwachen im Hier und Jetzt einer höheren Wirklichkeit möglich ist, liegt schon darin begründet, dass der Mensch letztlich selber das ganze Alphabet des Schöpfungswortes in sich trägt (wovon schon auf elementarbiologischer Ebene die gesamte DNS-Struktur in jeder einzelnen Körperzelle zeugt) und im Herzen seiner Seele jener Geist allen Lebens als rechter Führer auf dem Weg zur Rückkehr in die geistige Heimat wohnt. Somit ist uns bewusst, dass die Ursprache letztlich nur im Herzen – dem Zentrum seines Selbst – dechiffriert und verstanden werden kann. Möge folgender Rekonstruktionsversuch der innerlichen Bedeutung der Elemente der einstigen Ursprache, in deren Kraft Gott das „Es werde !“ spricht (- dem das `Es ist !´allzeit gleich folgt;), zur Rückbesinnung auf unser vergessenes göttliches Wesen beitragen.

Gott tritt heraus aus dem `unzugänglichen Licht´ als sichtbarer Vater, Freund und Bruder. Das ist in aller Kürze die Bedeutung der Buchstaben des Uralphabets in seiner Folge von `A bis O´ (griechisch) oder`Aleph bis Tau´ (hebräisch), die ebenso wie das Orakel des Tarot oder die Bilder der Sterne von der urevangelischen Botschaft der Erlösung des Menschen erzählen. Das ist die eigentliche frohe Botschaft desUrevangeliums: Von`Aleph´ bis zum `Tau´ weisen die Buchstaben den Weg zur Vollendung der geistigen Wiedergeburt.

Das Alephbeth zeigt den Weg nach Adams Fall auf und schildert, wie bereits in den Sternen gelesen, die Verheißung der Erlösung des Menschen und wie er aus seiner materiellen Gebundenheit die Freiheit des Geistes zurück erlangt. So lässt sich auch heute noch der urevangelische Sinn, der den Menschen der ersten Hochkultur noch sonnenklar vor Augen stand, durch Entschlüsselung der Buchstaben (auch denen der modernen Sprachen) herauslesen. Es darf dieser Plan, die Beschreibung des Erlösungsweges in den Elementen der Sprache zu verbergen, wahrhaft göttlich genannt werden.

 

Vom innergeistigen Sinn des Buchstaben

„… Zweiundzwanzig ! Drei Mütter, sieben Doppelte und zwölf Einfache. Er zeichnete sie, wog sie und setzte alle zueinander in Beziehung. So bildete Er durch sie das Wesen alles Geformten und noch zu Formenden. 22 Grundlaute! Eingegraben in die Stimme, eingezeichnet in die Seele und geheftet im Munde an fünf Stellen: – vier an der Kehle (die zwei Hauchlaute `Aleph und Ajin´, die zwei H-Laute `H und Ch´) – vier am Gaumen (`G,J,K,Q`) – fünf an der Zunge (D,T,L,N,Th´) – fünf an den Zähnen (`Z,S,Sz,R,Sch´) – und vier an den Lippen (`B,V,M,P´).

22 Grundbuchstaben – sie sind im Kreise an 231 Pforten geheftet, indem sich der Kreis vorwärts und rückwärts dreht. Wie verband und versetzte Er sie? A mit allen und alle mit A; B mit allen und alle mit B und so fort, indem sie im Kreise wieder zurückkehren. So findet es sich, dass die ganze Schöpfung aus Einem hervorgeht.“ (Sepher Jezirah)

Jeder einzelne Buchstabe steht also in Beziehung zu den anderen Buchstaben und deren Zahlenwerten, wobei bestimmte Verhältnisse besonders bedeutsam sind. Das Verständnis dieser geistigen Beziehung findet in allen Sprachen Zusammenhänge und erschließt in den Worten einen oftmals erstaunlichen inneren Sinn. Die assoziative Rückerinnerung an die einst dem Worte innewohnende Lautkraft kann intuitives Verstehen fördern, und Aufschluss über das Geheimis geben, die Dinge bei ihrem wahren Namen zu nennen.

Das Buch Thot ist eine sinnbildliche Darstellung vom inneren Wesen und Werden des Menschen als der höchsten Schöpfungsidee Gottes:  „Gott schuf den Menschen zu Seinem Bilde,      zum Bilde Gottes schuf Er ihn.“ (Mose 1,27)

Die folgende Darstellung der ursprachlichen Beziehung der altägyptischen Bilder des Tarot zu den hebräischen Buchstaben soll der Bedeutung der Buchstaben der Ursprache nachspüren.    Dank der grundlegenden Forschungsarbeit von Court de Gebelin und Eliphas Levi im 19. Jahrhundert und vonM. Kahir („Das verlorene Wort“) im 20.Jahrhundert, die die Beziehung zwischen der Kabbala, dem Buch Sepher Jezirah und dem Buch Thot erstmals aufzeigten, soll es im folgenden gelingen die unerschöpfliche innere Bedeutung der Buchstaben tiefergehend zu entschlüsseln.

Letztlich liegt jedoch die `Überwindung Babels´ und die Wiedererstarkung der Urkraft der Laute allein in der Sprach- und Erkenntnisfähigkeit des Einzelnen und in seiner Aufnahmefähigkeit für das `innere Wort´, das sich erst in Hinwendung zum Schöpfer aller Sprache öffnet, der von Sich Selbst sagt: „Ich bin das Wort des Lebens!“  In diesem Licht wird sich das Sprechen, Hören und Verstehen des Wortes immer neuen Bewusstseinstiefen öffnen. Die Meditation über den Lebensweg, der in den Ur-Bildern und Lauten als den Elementen der  Ursprache als Weg zur Erlösung beschrieben ist, ist eine tiefe Erfahrung, die jeder in sich selbst intuitiv am lebensnahsten erfasst, je tiefer er dem Sinn der Laute in der Rede seiner eigenen Sprache nachforscht. Die überirdische Wirklichkeit des Weges der Seele ins Licht findet sich in den 22 Buchstaben, Zahlen und Bildern detailliert beschrieben. Es sind Laternen und Hinweisschilder zur Findung des Lebensweges in der noch weitgehend dunklen Erdennacht.

Folgende Rückerinnerung an die ursprachliche Bedeutung der einzelnen Buchstaben möchte ein praktisches Hilfsmittel zur Entschlüsselung des tieferen, inneren Sinns der Worte sein. Es ist eine höchst lebendige – leicht erlernbare – Sprache. Möge der interessierte Leser mit der Deutung der Buchstaben seines Namens beginnen. Es wird sich darin ein Sinn finden, der über jede andere Auslegung dieses Namens hinausreicht und von der wahren Veranlagung des Menschen und seinem höchsten Lebensziel kündet.

 

Buchstabe

A

Hebräisch  Alephaleph
Zahlenwert

1

Laut

 a

Tarotbild 01-Der-Magier

I  „Der Magier“

Das erste Bild des Tarot, das dem Aleph, dem A und der 1 entspricht, ist „Der Magier“ (ägypt.: `Osiris´). Dies symbolisiert das göttliche Aktivum und ist das Sinnbild für das göttliche Bewusstsein.

Bedeutung  Gott, Vater, der Urgrund, die Liebe, das Leben, das Licht
Erläuterung Die Anfangstellung und sein Zahlwert 1 offenbaren die Bedeutung dieses Buchstabens, der den ursprünglichen Sinn: `Schöpfer, Gott, Urgrund, Anfang´ in sich trägt.Je nach Silbentrennung ergibt sich in der unterschiedlichen Lesart eine andere Bedeutung: `Al-eph` heißt demnach soviel wie: `Verkündigung des Lichtes´.Die ursprünglichere Schreibart (Lautverschiebung) ist die Wahrscheinlichste: `A-Lew´ (Lew = hebr.: `das Herz´) als Sinnbild für Leben und Liebe.Der erste Buchstabe des arabischen Alphabets `A-lif´ zeigt deutlich die Verwandschaft zu den englischen Worten: `life = Leben´ und `love = Liebe´.Die Silbentrennung bei gleichem Wortklang `Al-ew´ bedeutet `das ewige Licht´ (vergleiche im deutschen auch `All-ewig´).

 

 

Buchstabe

 B

Hebräisch  BethBet
Zahlenwert

 2

Laut  b, w
Tarotbild 02-PriesterinII  „Die Priesterin“

Das zweite Bild desTarot: „Die Priesterin“ (ägypt.: `Isis´) symbolisiert das göttliche Passivum.

Bedeutung  Der Sohn,  die Weisheit,  die Fruchtbarkeit
Erläuterung Der weiblich-empfangende Laut mit dem Zahlwert 2 trägt den Sinn `Fruchtbarkeit´ und `Geburt´ in sich. Das ursprachliche `Ba-jat´= „Das schaffende Wort“ (der Sohn), oder `Ba-jot´ = „Den Weg schaffen“, wurde im Laufe der Zeit zu `Beth´ verkürzt und zusammen gezogen. Er ist der erste Buchstabe der Bibel:`be-reschith´= „Im Anfang“.In Lautverschiebung wurde `Beth´ auch zu `Waidh´ oder `Wadh´ mit der Bedeutung „Weisheit“, bzw. „Wasser“. Also geht aus dem `Urgrund der Liebe´ (Aleph 1) der `Sohn, die Weisheit´ (Beth 2) hervor.Im alten Ägypten bezeichnete das Wort „Wadan“ (= lebendige Weisheit) auch das astrologische Zeichen des `Wassermann´ (= water man = weiser Geist). Dieser Wortsinn findet sich auch in Worten wie `wadhi´(arab.) = Wasserlauf; `water´(engl.); `voda´(slawisch) = Wasser; `veda´(Sanskrit) = Weisheit … u.a.  In vielen Worten dieses Lautstammes klingt also in vielen Sprachen der Urbegriff `Wissen´ und `Wasser´ nach. Es ist das „Wasser des Geistes“ oder „Wasser des Lebens“, von dem diese zweite Hieroglyphe des Alephbeth zeugt.

 

 

Buchstabe

 G

Hebräisch  GimelGimel
Zahlenwert

 3

Laut  g
Tarotbild 03-Die-Herrscherin

III.  „Die Herrscherin“

Das dritteTarotbild „Die Königin“ (ägypt.: `Horus´) bedeutet: die „vollendende Kraft des Heiligen Geistes“.

Bedeutung  Der Geist,  die Kraft,  die Ehe
Erläuterung Das hebräische `Gimel´ wurde bislang mit „Kamel“ übersetzt, doch legt zum Beispiel die Verwandtschaft zum griechischen `Gamma´ eher eine Übersetzung als „Macht“ oder „Kraft“ nahe. Die hebräischen Worte `gomel´ (gml= „Gutes tun“), `gamal´ (gml= „reifen lassen, tun, vollbringen“) und `gamul´ (gml= „Vollbringung, Tat“) belegen diese Anschauung, zumal im Hebräischen Vokale nicht geschrieben werden, und von daher das `gml´ (=“Kamel“) tatsächlich eher eines der vielen babylonischen Irrtümer zu sein scheint.1 + 2 + 3 = A + B + G (C) = die Dreieinigkeiten:`göttliches Aktivum, göttliches Passivum und Macht´;`Liebe, Weisheit und Kraft´;`Vater, Sohn und Heiliger Geist´;`Feuer, Licht und Wärme´.Die Urlaute `G´ ( stimmhaftes `sch´, bzw. italienisch `dj´) = „Geist“ und `M´ = Formung der Materie (Mutter) verbinden sich zu dem Wortstamm `gam´, der die „Ehe“ in ihren himmlischen, seelischen und weltlichen Dimensionen bezeichnet, wovon viele Worte in vielen Sprachen kunden, z.B. im Deutschen: Gemahl/in, gem-einsam; oder im Sanskrit: gam-in (= ehelicher Verkehr, entwickeln) usw.Im Deutschen drückt die Vorsilbe „ge“ die Vollendung einer Tätigkeit aus (z.B. ge-macht, ge-schafft, ge-tan…). In seiner Verbindung mit dem Ewigkeitslaut `N´ drückt das `G´ als `Gen´, Genesis´ oder `Genie´ den Schöpfungsreichtum des Schöpfers aus, wovon auch das englische `angel´ (dt.: Engel) zeugt, = `Gezeugte des Lichts´. Deshalb kann man das hebräische Wort `gam-el´ ursprachlich übersetzen als „Die vollbringende Kraft des göttlichen Lichts“.

 

 

Buchstabe

 D

Hebräisch  Dalethdaleth
Zahlenwert

 4

Laut  d, dh
Tarotbild 04-der-Herrscher

IV  „Der Herrscher“ (ägypt.: `Pharao´)

Dieses Bild symbolisiert das Gesetz und die Macht, die `Ordnung im Kosmos´, denn griechisch bedeutet: `Kosmos´ = `Ordnung´.

Bedeutung  Das Geschenk,  das Tor,  die Geburt,  das Kind
Erläuterung Die Zahl der Erde (4) entspricht dem vierten Buchstaben `Daleth´, der „Tor oder Tür“ genannt wird. Deshalb lässt sich diese Tür verstehen als der „Übergang aus dem geistigen in das materielle (irdische) Sein“ – oder als „Tor aus der Innenwelt in die Aussenwelt“.Die hebräischen Worte `dalah´ (= schöpfen, herausziehen), `ledah´ (= gebären), oder `jalad´ (das Kind); sowie die Sanskrit-Worte `da´ (= geben) oder `dadâ´ (= Geschenk), legen die ursprachliche Übersetzung dieses Buchstabens, als „Gabe der Geburt“ nahe.„ABraCaDaBra“ =`abaca da bara´ =“das ABC schafft das D“. Dieses `machtvolle Zauberwort lässt sich auch übersetzen als `Aba bagar daát bara´ = “Mein Vater hat das in mir reifende Wissen erschaffen”. Darum interpretiert M. Kahir die Bedeutung des 4. Buchstabens so:„A-lew, die Urliebe, Wedh, die Urweisheit, und Gam-el, die Macht ihrer Vermählung schaffen Da-leth, das Kind; die Geburt der Schöpfung, den Urgeist Mensch, den ewigenAdam Kadmon.“

 

 

Buchstabe

 H

Hebräisch   Hei
Zahlenwert

 5

Laut  h
Tarotbild 05-der-Hohepriester „Der Hohepriester“ (ägypt.: `Hierophant´)

kann als Symbol für Religion und die Verbindung des Menschen mit Gott gelten. Dies ist das Sinnbild für den „Weg der Seele zum ewigen Leben“.

Bedeutung  Atem,  Leben,  der Weg
Erläuterung Der in derKabbala überlieferte Name dieses Buchstabens `das Fenster´ hat eine gewisse Berechtigung für den `Seelenbuchstaben H´ mit dem Zählwert 5 (= die Seelenzahl), weil die fünf Sinne des Menschen tatsächlich als Fenster betrachtet werden können. Außerdem liegt es nahe, nach der kabbalistischen Bezeichnung des zweiten Buchstabens `Haus´ (den wir `Weisheit´ nannten) und der Tür (= D, 4), nun im Gefängnis des körperlichen Seins auch das Fenster (= H, 5) der Seele nicht zu vergessen, um das Licht des Geistes herein zu lassen.Die Kabbalisten bezeichnen den Laut `H´ als „Atem Gottes“ und weisen damit auf die Seele des Menschen hin:  „Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“Dieser geistige Hauch `H´bezeichnet also das Leben der menschlichen Seele und erweckt in ihr die Ahnung von Ewigkeit.  Der Buchstabe `Hê´ (mit langem e) entspricht (laut hebräischer Grammatik) dem ursemitischen `aj´, was zu den Worten `chaj´ = „Leben“; und `haj´ = „immer, ewig“ führt. Auch imSanskrit heißt `aj´ (`ây-u´) = „Leben“; `hâ´ = „aussenden“ und `yâ´ bedeutet der „Weg“. In diesem Zusammenhang wird der hebräische Name `Chajva (= Heva, Eva) deutlich als die „Trägerin des Lebens“.

 

 

Buchstabe

 W

Hebräisch  Wawwaw
Zahlenwert

 6

Laut  v, w, u
Tarotbild 06-Die-LiebendenVI  „Die Liebenden“  (ägypt.: `Scheideweg´)
Bedeutung  Versuchung,  Entscheidung,  Verbindung
Erläuterung Die Form der 6. Hieroglyphe des Alephbeths (genannt:`der Haken´) stellte ursprünglich eine Schlange mit erhobenem Haupt dar. Das darin zum Ausdruck gebrachte Bild für die „Versuchung“ weist auf die `Entscheidung zwischen himmlischer und irdischer Liebe´ hin.So mahnt dieses Zeichen des `(Wider-)Hakens´, bzw. der Schlange (= ursprachlich: `uv´) vor der Verkörperlichung der Seele und ihrer stofflichen Verdichtung – im Gegensatz zu ihrer eigentlichen Berufung – der geistigen Freiheit.Dass seit dem Genuss des Apfels vom „Baum in der Mitte des Gartens“ diesbezüglich ein `Stachel´ oder `Widerhaken´ im menschlichen Fleisch sitzt, davon erzählt das Bild von der Versuchung Evas undAdams durch die Schlange im Paradiesgarten. Auch die Zahl `6´ (Sexus) weist auf diese Zusammenhänge hin. Indem es aber an der Entscheidung der freien Seele selber liegt, ihre Liebe entweder zu vergeistigen oder zu verkörperlichen, drückt sich im `waw´ insbesondere die Willensfreiheit des Menschen aus. Genau das vermittelt auch das sechste Tarotbild: „Die Liebenden“ (ägypt.: `Scheideweg´) = Willensfreiheit. Dieser Sinn des sich entscheiden müssens steckt denn auch in der Gegensätzlichkeit der hebräischen Worte `aw´ (= wünschen, begehren, lieben) und `ôw´ (= Dunkel, Verdichtung).In Verbindung mit dem `U´ (= Du, engl.: You) heißt `wa-u´ „Wunsch nach dem Du“. Darin spricht sich der verbindende Aspekt des „Haken“ `waw´ aus, der im Hebräischen auch als das Bindewort „und“ gebräuchlich ist.Das sechste Zeichen bezeichnet also die Seele in ihrer Eigenschaft des freien Willens, zu wählen zwischen dem Geist und der Materie, dem Unsichtbaren und Sichtbaren, der göttlichen Vollkommenheit und der irdischen Befangenheit, die beide sich in ihr verbinden.In der Vollendung der zweiten Dreiheit (6) wird sich die Seele ihrer Verantwortung und Macht bewusst, um schließlich in der `7´ zu vollenden und über die Versuchung zu siegen.

 

 

Buchstabe

S

Hebräisch  ZajinZain
Zahlenwert

 7

Laut  s
Tarotbild 07-Der-WagenVII „Der Wagen“ (ägypt.: `Triumpf´)

= Verwirklichung. Das Bild zeigt den `Aufbruch des Helden´, der zwei Pferde (die positive und die negative Kraft der bipolaren Welt) vor seinem Wagen mit dem Stab des Magier (der Kraft Gottes) lenkt.

Bedeutung  Der Sieg des Selbstes über das „Schein-Ich“
Erläuterung Der hebräische Name des Buchstabens Zajin ist `Waffe´ oder `Pfeil´, wobei vermutlich die Form dieser Hieroglyphe der Grund für diese Namensgebung war. Näheren Aufschluß über den inneren Sinn dieses Symbols scheint da schon eher die `7´ zu geben, als die Zahl der Vollkommenheit der göttlichen Ideen (die `7 Eigenschaften´ Gottes,  7 Erzengel,  7 Farben, die 7 Töne der Oktave…).Als die Zahl der Gesundheit, des Lichtes und der Vernunft steht sie dafür, dass sich die Seele in ihrer freien Willensentscheidung (6) zwischen Verweltlichung und Vergeistigung für das Licht der Wahrheit entschieden und so den `Sieg´ über sich selbst errungen hat.Es ist der `siebte Tag´, der die Schöpfung vollendet und Ruhe schafft. Die Seele hat ihren Eigenwillen (den konditionierten Verstand) überwunden – oder besser ins Licht gehoben und transformiert: „Dein Wille geschehe !“

 

 

Buchstabe

 CH

Hebräisch Chet Het
Zahlenwert

 8

Laut  ch
Tarotbild

08_Kraft

VIII  „Der Mut“  (ägypt.: `Wahrheit´) = göttliche Ordnung.

Bedeutung  Trennung,  Mut
Erläuterung Der hebräische Name des Buchstabens Chet =`Die Umzäunung´ drückt Abgrenzung und Absonderung aus.Was ist passiert, dass nach dem `Sieg der Sieben´ nun in der `8´ eine Trennung geschieht? Mit der 7 ist die Schöpfung abgeschlossen, die 8, die ihr folgt, ist eine neue Eins auf einer neuen Stufe. Deshalb ist in der 8 der Zeitpunkt der Verwirklichung des göttlichen Planes gekommen, in der Gott die menschliche Seele als selbstständiges Wesen aus sich heraus vor sein Angesicht stellt. Dieses Ereignis bringt das Symbol der 8 schon darin zur visuellen Anschauung, dass dem Urgrund der göttlichen Liebe (`0´) ein weiterer Kreis gegenüber gestellt wird. Die beiden Kreise der 8 stellen also `Gott und Sein Kind´ – `das Ich und das Du´ dar.Das deutsche Wort `Acht´ stammt unverkennbar von diesem hebräischen `chet´ ab und steht auch in unmittelbarer Verbindung zu dem Sanskritwort `ahtau´ für `8´. Somit ist in all diesen Worten die ursprachliche Bedeutung weitgehend erhalten geblieben, die M. Kahir so deutet: „`A-chet-U´, das A (Gott) trennt das U (Du) als Eigenwesen von sich ab.“Diese trennende Bedeutung des `chet´ findet sich in vielen Sprachen: `khid´ (Sanskrit: „trennen“), `cut´ (engl.: „abschneiden“), `couteau´ (franz.: „Messer“), `chatab´ (hebr.: „abtrennen“), auch die deutschen Worte `scheiden´ und `Abschied´ leiten sich von diesem Wortstamm her. Diese `Abtrennung´ bezeichnet auch das `Scheiden´ der Seele von der Welt.So zeigt denn auch das Tarotbild VIII „Der Mut“ (ägypt.: `Kraft´) in einer Frauengestalt den weiblichen Aspekt der Seele, deren Ewigkeit das Unendlichkeits-Symbol über ihrem Kopf ausdrückt. Der zahme Löwe neben ihr steht für die Überwindung des niederen Vitals.

 

 

Buchstabe

 T

Hebräisch  TethTet
Zahlenwert

 9

Laut  t
Tarotbild 09-Der-EremitIX  „Der Eremit“ (ägypt.:`Pilger´)
Bedeutung  Geburt
Erläuterung Der gebräuchliche Name dieses Buchstabens `Schlauch´ lässt kaum auf seine innere Bedeutung schließen. Da ist die alte hebräische Überlieferung, die `Teth´ als „Gebärmutter“ bezeichnet, zum Verständnis schon hilfreicher, da sich darin ein neues Leben zur Reife entwickelt, um schließlich geboren zu werden. Auch spricht für diesen Sinngehalt, dass der Reifungsprozess des Embryos im Mutterbauch nach 9 Monaten abgeschlossen ist. Dass es sich hierbei nicht nur um einen biologischen Prozess handelt, sondern auch um die Geburt des `Gottes-Du´, geht aus der Entwicklung der ersten acht Buchstaben hervor, die hier im neunten Zeichen zur Vollendung der drei Dreiheiten finden, die die Grundlage aller folgenden Buchstaben sind, so wie aus den Verbindungen der neun Grundzahlen (und der `0´) alle weiteren Zahlenkombinationen entstehen. Darum kommt dem letzten der neun „Grundbuchstaben“, `Teth´, die Bedeutung `vollbrachtes Werk´ und `Beginn der Weiterentwicklung auf neuer Ebene´ zu.Die Sinnverwandtschaft der Neun mit dem Neuen findet sich in vielen Sprachen: z.B. lateinisch `novum´ = neu; griechisch `en-néa´ = neun, und `néos´ = neu…Der Monatsname November = der `neunte Monat´ (der inzwischen der elfte ist) stammt vom lateinischen `novem´ = neun und kommt aus einer Zeit, als das Jahr kalendarisch noch im Frühlingsmonat März begann.Durch die im Hebräischen gebräuchliche Vokalverschiebung lässt sich `Teth´ auch als `ta it´ lesen, was „das ist der Weg“ bedeutet. Das Wort `tata´ heißt übersetzt: „auf den Weg bringen, fortschreiten.Das 9. Tarotbild „Der Eremit“ (ägypt.:`Pilger´) zeigt einen Wanderer, der sich mit einem Stab und einer Laterne in der Hand auf den Weg macht. Für den Seelenmenschen heißt dies, dass er fortan mit göttlicher Führung (Stab) und dem inneren Geisteslicht (Laterne) voranschreitet. Von diesem Weg des irdischen Menschen zurück in seine Lichtheimat erzählt die zweite Neunheit der nun folgenden Buchstaben (10 – 90). Der Sinn der ersten neun Grundzahlen wiederholt sich dabei in Anpassung an die jeweiligen Sphären auf neuer Ebene, wodurch wieder drei Dreiheiten entstehen, deren Elemente mit denen der ersten drei Dreiheiten korrespondieren:Der jeweils erste Buchstabe (J, M, O = 10, 40, 70) repräsentiert dabei eine geistige Idee; der jeweils zweite Laut (K, N, P = 20, 50 80) eine seelische Kraft; und das jeweils dritte Zeichen (L, Sz, Ts = 30, 60, 90) ein stoffliches Prinzip.Die nächste Neunheit lässt sich vielleicht beschreiben als der `Erlösungsweg´ des in der Materie verstrickten Erdenmenschen.

 

 

Buchstabe

 I, J

Hebräisch  YodYud
Zahlenwert

 10

Laut  i, j
Tarotbild

 10_Das_Schicksalsrad

„Das Lebensrad“ (ägypt.: `Schicksalsrad´)

Bedeutung

„Der Weg“ – „Wegweiser“

Erläuterung Die 10. Hieroglyphe steht also als neue 1 auf anderer Ebene in Beziehung zum ersten Buchstaben `Aleph´. Wenn dieses `A´ den unergründlichen göttlichen Ursprung im `Himmlischen Vater´ versinnbildlicht, dann symbolisiert der 10. Buchstabe `I´ oder `J´ den Sohn, in dem Gott sich als Mensch dem Menschen offenbart.In der ursemitischen Mystik wird dieser zweite Aspekt der göttlichen Dreieinigkeit `It-bara´ = „der Wegbereiter“ genannt. Im Altindischen bedeutet das Sanskritwort ` Îshvara´ = „der Sich persönlich offenbarende Gott“.Auch in den neuen Sprachen findet sich dieser Anklang: Das deutsche `I-ch´ (= Trennung vom göttlichen „Ich bin“); das nordische: `I-ke´, bzw. `I-ka´ = „Kraft des I“) entstammt dem altindischen `eka´ (= „1“). Hierin liegt auch die visuelle Ähnlichkeit der Ziffer `1´ mit der Form des `I´ begründet. Das Englische `I´ (= Ich) ist also eigentlich der Gottesname, mit dem sich alle `Ichs´ benennen. Deshalb unterscheiden die Rastafari auf Jamaika, indem sie Gott `I and I´ nennen, so wie im Hindhuismus das `kleine Ich´ und das `große Ich´ unterschieden wird.In hebräischer Schreibweise kann der Buchstabe `Jod´ (JVD) auch als `Ja-vad´ (= „Weg der Weisheit“ ) gelesen werden. Eine ähnliche Bedeutung hat auch das Sanskritwort `yâ-veda´ (= „in der Weisheit voranschreiten“). Das hebräische `joda´ bedeutet „wahrnehmen, erkennen und wissen“.Das 10.Tarotbild, „Das Lebensrad“ (ägypt.: `Schicksalsrad´), symbolisiert den Hinabstieg des Menschen in die stoffliche Welt und seinen geistigen Wiederaufstieg als Evolution des Bewusstseins. (Involution).

 

 

Buchstabe

 K

Hebräisch Kaph Kaf
Zahlenwert

 20

Laut  k, ch
Tarotbild

11_Justice

XI  „Die Gerechtigkeit“ (ägypt.: `Kraft´)

Bedeutung  Gefäß,  Kraft,  Macht
Erläuterung Die Hieroglyphe `Kaph´ wird auch `hohle Hand´ genannt. Die ursprünglich nach oben geöffnete Höhlung legt die Assoziation eines `Gefäßes´ nahe. Tatsächlich bedeutet das ähnlich klingende hebräische Wort `qaw´ nicht nur „Hohlhand“, sondern auch „Schale“. Was also ist diese Schale für ein Gefäß? Weil `Kaph´ seinem Zahlenwert 20 gemäß ein Seelenbuchstabe ist, drückt er ein passives Empfangen aus. Demnach bezeichnet er ein Aufnahmegefäß. Es ist diese Schale das menschliche Herz, das als `Heiliger Gral´ der Seele das `Wasser des Lebens´ – die Kraft des Gottesgeistes empfängt. In diesem Sinne ist dieses Gefäß des Herzens der Krippe zu Bethlehem vergleichbar, die `den sich persönlich offenbarenden Gott´ (`I, J´) aufnehmen soll, um schließlich zum lebendigen Tempel des in uns auferstandenen Christusgeist zu werden.Hier findet die Suche nach dem Sinn in der Betrachtung des 11. Bildes des Tarot festen Grund: „Die Gerechtigkeit“ (ägypt.: `Wahrheit´) = als göttliche Ordnung. In diesem Bild verdeutlicht sich das Gesetz des Karmas – der ausgleichenden Gerechtigkeit, der das Individuum in Eigenverantwortlichkeit unterworfen ist. Die Konsequenz für ihr Tun ist die nächste Erfahrung der Seele, ob sie die bewusst oder unbewusst erlebt, akzeptiert oder leugnet (was mit Schmerz verbunden wäre).      Die Symbolik dieser Bildes des Tarot schildert das ägyptische Totengericht des `Wiegens des Herzens´, (jener Vorgang, dem in der altägyptischen Mystik Thot beiwohnt). Hier kommt das universelle Gesetz der göttlichen Ordnung in vollkommener Gerechtigkeit zur letztendlichen Vollendung. Wer sich in diesem Gericht des `Herzwiegens´ würdig erweist, getreu einer Lebensführung gemäß des Liebegebotes Gottes, der wird als `gottgleicher Partner´ und gleichwertiges `Du´ Gottes, Erfüllung und Verwirklichung auf einer höheren Ebene finden. Wer sich hingegen bei diesem `Herzwiegen´ im Sinne eines lieblosen Lebenswandels als unwert erweist, muss die gerechten Folgen verantworten und dulden.`Kaph´ bedeutet auch „Kraft“ und „Macht“, denn ohne Kraft und Macht wäre das Urteil der Gerechtigkeit blind und stumpf.  Als Beispiel für die `Kraft´ der Ursprache, die sich trotz aller Wandlungen und Übersetzungen über die Jahrtausende auch in den modernen Sprachen erhalten hat, soll hier das deutsche Wort „Kraft“ ursprachlich gedeutet werden:K (`Kaph´ = „Kraft“);R (`Resch´ = „Herrschaft“);A (`Aleph´ = „Gott“);

F (`Phê´ = “Mund, Wort”);

T (`Tau´ = „Vollendung“):

Demnach bedeutet das Wort `Kraft´ ursprachlich soviel wie: „Die Kraft ist vollendet, wo das Wort Gottes regiert.“ – oder „Das göttliche Wort vollendet die Macht der Herrschaft.“ Das ist die `Technik´ der ursprachlichen Wortbildung, die in ihren Elementen das innere Wesen des Wortes ausdrückt.

 

 

Buchstabe

 L

Hebräisch LamedLamed
Zahlenwert

 30

Laut  l
Tarotbild

12-Der-Gehängte

XII  „Der Gehenkte“ (ägypt.: `Prüfung´)

Bedeutung  Licht,  Liebe
Erläuterung Der hebräische Name des Buchstabens Lamed (mit dem Zahlenwert 30) = `Ochsenstecken´, zeugt einmal mehr von der babylonischen Sprachverwirrung. Worte wie `Licht, Leben, Liebe´ (light, life, love) sprechen vielmehr von dem hellen Sinn dieser Hieroglyphe als Laut der „Licht- und Lebenskraft des göttlichen Liebegeistes“. Sowohl das Sanskritwort `lamba´, wie imGriechischen das Wort `lambda´ lassen diesen eigentlichen Sinn, in völliger Übereinstimmung mit demTarot, erahnen: „Das (unverstandene) Licht des Geistes in der Materie“.Dem entsprechend zeigt das Tarotbild „Der Gehenkte“ (ägypt.: die `Prüfung´ = Opfer) einen Gefesselten, der mit dem Kopf nach unten an einem Kreuz aufgehängt ist, was den in der Körperlichkeit gebundenen Geist darstellt.Der Laut `L´ in Verbindung mit dem `M´ (Mêm = Materie) zeugt von dem Erscheinen des göttlichen Lichtes in der Stofflichkeit. Deshalb ist das `Lamm Gottes´ der Name für den Christus, der sich als `Opfer-Lamm´ der Menschheit schenkte, zur Erlösung des in der Materie gefangenen Geistes.Die Bedeutung des Wortstammes `Lam´= `hinaus leuchten´, findet sich auch im Wort `Is-lam´ = „das Hinausleuchten“. Die Verbindung im Hebräischen von `Lam´ mit `ed´ (= Daleth = „Geburt“) ergibt den Sinn „Geburt des Lichtes in der Materie“. Durch die Silbentrennung im Hebräischen ergeben sich verschiedene Akzentuierungen mit verwandtem Sinn: `La-med´= „Medium (Mittler) des Lichts“; `Lam-ed´= „Zeuge des Lichts“.  Die griechische Bezeichnung für das `L´=`Lamb-da´ heißt wörtlich: „Geschenk (Hingabe) des Lichts“.Das lateinische `lum-en´ = „Licht“ findet sich zum Beispiel im deutschen Wort `B-lumen´ wieder, was ursprachlich soviel heißt, wie „Kinder des Lichtes“. Und die `Lam-pe` (phê = Mund, Verkündigung) bedeutet demnach soviel wie „Lichtverkünder“. Wunderbare Erscheinlichkeit des Urwortes allenthalben!

 

 

Buchstabe

 M

Hebräisch  MemMem
Zahlenwert

 40

Laut  m
Tarotbild

 13-Der-Tod

„Der Tod“ (ägypt.: `Das Weib´)

Bedeutung Matrix,  Mutter,  Gestaltung
Erläuterung Schon die graphologische Gestaltung der ägyptischen Hieroglyphe `M´ weist durch seine Wellenbewegung auf die Bedeutung „Wasser“ hin. `Mem´ (= `Ma-im´) drückt Mehrzahl aus, also „die Wasser“, wie schon in der Genesis in dieser Pluralform gesprochen wird:  „Und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.“Hier ist von dem ätherischen Urmeer der `Prima Materie´ die Rede = dem Urstoff der Schöpfung, dem Seelenfluidum, in dem die göttlichen Gedanken belebte Formen werden. Es ist gleichzeitig das `Meer der Zeitlosigkeit´, aus dessen Gischt- und Wellengekräusel die vergänglichen Formen der Zeit entstehen. In `Memo´ bleibt von ihnen nur die Erinnerung.`M´ ist in fast allen Sprachen der „Mutterlaut“. Im hebräischen Wort für Mutter =`am´, verbinden sich `A´ = „Urgrund“ mit dem `M´ = „Formgebung, Gestaltung“ (Siehe auch `Amme´). Das deutsche Wort `Mutter´ hat seinen Ursprung im altindischen `matri´ (`ma´ = das formende Maß; `ter´ = in Bewegung bringen). Hier liegt auch die Wurzel von `Mater´ und `Materie´, wie auch der Worte `Matrix´ und `Matrize´, als Bezeichnung für die gestaltgebende Urform. Das slawische Wort `Matka´ (= Mutter) lässt sich ursprachlich übersetzen als: „Kraft zur Vollendung der Form“.Das 13.Tarotbild, „Der Tod“ (ägypt.: `Das Weib´) weist auf einen weiteren Zusammenhang hin: Für die alten Ägypter war die Inkarnierung der Seele in den Körper gleichbedeutend mit dem (vorübergehenden) Tod. Deshalb bezeichnet der Buchstabe `M´ in vielen Sprachen nicht nur die Formgebung durch die Mutter (Geburt), sondern auch das Sterben und den Tod. Sanskrit:`mar´= „sterben“; Latein:`mors´= Tod usw.Und noch ein universeller Sinn urständet im Laut `M´: `ma´ = das Maß der Form – in Verbindung mit dem Laut der ewigen Fortdauer `N´- ist der `Na-me´. Er offenbart vor allem in den heiligen Schriften das innere Wesen der Namensträger. Das Wort Namen (Latein: `nomen´) heißt im Hebräischen `Sch-em´. Hier ist das `M´ mit dem Laut des geistigen Feuers `Schin´ verbunden und liest sich ursprachlich also als „das Maß des geistigen Wesens“. Nicht zufällig bilden diese Elemente `M,N,Sch´ auch das Wort „Mensch“.

 

 

Buchstabe

 N

Hebräisch  NunNun
Zahlenwert

 50

Laut  n
Tarotbild 14-temperanceXIV  „Die Mäßigkeit“
Bedeutung  Ewigkeit,  Fortdauer
Erläuterung Der 14. Buchstabe des hebräischen Alephbeths mit dem Zahlenwert 50, lässt die ursprüngliche ägyptische Hieroglyphe noch erahnen, die in ihrer Urform eine Wellenlinie zeigte, die vertikal von oben nach unten führte. In seiner sinuswellenförmigen Gestaltung macht der Buchstabe `Nun´ seinen Inhalt, „ewige Fortdauer“, schon optisch sichtbar.Früher wurde dieses Zeichen `Schlange´ genannt. Im alten Indien wurde der wellenschwingende Energiefluss, der nach indischer Lehre die 7 Strahlorgane des menschlichen Ätherkörpers (Chakren) miteinander und mit der kosmischen Energie verbindet, als „Schlangenfeuer“ (=Kundalini) bezeichnet. Später, als das Wissen um den Entsprechungsgehalt der Buchstaben mehr und mehr verloren ging, nannten die Hebräer dieses Zeichen `Fisch´.Diese Wellenlinie symbolisiert auch die Verbindung der drei kabbalistischen Welten und versinnbildlicht die Seele als Bindeglied zwischen Materie und Geist. (Die 50 ist die Transformation der `Seelenzahl 5´ auf der zweiten Schöpfungs-Ebene.)Der Seelenlaut `N´ bezeichnet die `ewige Fortdauer´ (siehe auch das mathematische Symbol `n´) des Seelenlebens, ungeachtet der Veränderungen ihrer jeweiligen Umhüllung und Verkörperung (E = MC2).Das ist es auch, was das 14.Tarotbild (=Die Mäßigkeit) veranschaulicht: Es zeigt eine engelgleiche Frauengestalt, die aus einem in ein anderes Gefäß (Lebens-)Wasser gießt. Dieser Vorgang geht noch über die hinduistischeReinkarnationslehre der `Wiederverkörperung´ hinaus, denn die ägyptische Benennung dieses Bildes als `die Frucht´ bezeichnet auch die Fähigkeit der Seele, durch die Kraft des Geistes in ihr, neue belebte Schöpfungen hervorzubringen.

Wie aber passt nun die als `ewige Fortdauer´ identifizierte Bedeutung des Buchstabens `N´ auf den Sinngehalt der Verneinung, für den dieses Zeichen in vielen Sprachen steht? (engl.: `no´, franz.: `non´, russ.: `njet´, deutsch: `nein´ usw.) Im Hebräischen bezeichnet die Silbe `en´ das „Nichtsein“ – als das der ewigen Seele Unfassbare.

 

 

Buchstabe

 SZ

Hebräisch  SamekSameh
Zahlenwert

 60

Laut  ß, ss
Tarotbild 15-Der-TeufelXV  „Der Teufel“ (ägypt.: `Die Lüge´).
Bedeutung  Eigenwille,  Erde
Erläuterung Die Hieroglyphe des 15. Buchstabens zeigt eine eingerollte Schlange und wird `Stütze, Unterlage´ genannt. Die entsprechendeTarotkarte trägt den Namen „Der Teufel“ (ägypt.: `Die Lüge´).Der Zahlenwert dieses Zeichens 60 wiederholt auf zweiter Schöpfungsebene das Prinzip der 6 und zeigt `Abtrennung durch Eigenwillen´ an. Tatsächlich ist das Bild des Teufels der Schlüssel zum Verständnis: Wie das althochdeutsche Wort `Tiuvel´ (`tiu´= entzweit, `vel´ = Wille) trägt das italienische `dia-volo´ oder im Griechischen der `dia-bolos´ den gleichen Wortsinn: „Entzweiungswille“.Kahir deutet dieses Zeichen in seinem Buch „Das verlorene Wort“ wie folgt: „Das Symbol `Teufel´ bedeutet hier alle jene Anreize der Welt,      die ihn (den Menschen) an die grobe Stofflichkeit fesseln wollen.     Denn die Materie entstand aus der Seelensubstanz des gefallenen Urgeistes Luzifer (= „Träger des Lichtes“) und dient mit ihren unzählbaren Lebensformen aller Naturreiche der steten Höherentwicklung des in ihr eingeschlossenen Seelenlebens.“Auf diese Weise kehrt die Lebensenergie Gottes, aus der Er den erstgeschaffenen Geist am Anbeginn erschuf, in die Einheit mit Ihm zurück, auch wenn Satan (die Schlange, Luzifer), der `Verlorene Sohn´, auch weiterhin auf seinen Eigensinn beharren will. Bis einmal alle Materie wieder vergeistigt ist, wird er, als der materielle Gegenpol zum Geist, die kosmische Grundlage der Schöpfung und der körperliche Stoff jeder Seele sein, deren Weg zurück in die Einheit mit Gott, in die geistige Freiheit, er mit allen Tricks und Schlichen zu verhindern sucht.

Es ist in der irdischen Lebensschule die Aufgabe der Seele, den Lockungen der noch ungeläuterten Materie-Seelenkräfte durch freiwillige Hinwendung und gelebte Liebe zu widerstehen und diese Trennung zu überwinden. Und eben das ist der `Diavolo´, dem der Mensch – seelisch und körperlich selbst ein Glied dieser elementaren Naturwelt – mittels des ihm eingepflanzten göttlichen Geistes begegnen soll.

In diesem Sinne ist die Namensdeutung des `Samek´ mit `Stütze, Unterlage´ aufzufassen; denn die Ausbildung der Willensfreiheit (bzw. der freiwilligen Umkehr aus Liebe in die Einheit mit Gott) des Menschen ist das Hauptziel des Schöpfungsplanes. An dessen Ende und Vollendung (Tau!) wird er als freies Geistwesen seinen entwickelten Eigenwillen wieder mit dem göttlichen Willen in Einklang gebracht haben.

Was aber bedeutet nun der Name des Buchstabens `Samek´ selbst ? Die Wortwurzel `sam´- für „zu-sam-men oder Sam-mlung“ bedeutet an sich nichts Negatives. Erst die zweite Silbe `ek´ macht deutlich, worin das Unheilvolle dieses Zeichens liegt: `ek´= „ich“ ist die Konzentration auf das Ego, das die Trennung schafft.

Die Form des hebräischen Buchstabens `Samek´ als eingerollte Schlange veranschaulicht nicht nur das Symbol der Verführung, sondern drückt darin auch deutlich diese `Ich-bezogenheit´ aus. `Samek´ ist also der Gegenpol zur Nächstenliebe, wie es auch die Mystik der Zahlen unzweideutig ausdrückt: Der Zahlenwert 60 steht dem Zahlenwert des `Lamed´ (Liebe, Leben, Licht) = 30 mathematisch eindeutig in Opposition gegenüber.

Die kabbalistische Benennung Satans: `Samael´ heißt soviel wie „Selbstlicht“ oder „selbstbezogene Liebe“.  So zeigt denn auch das Tarotbild einen riesenhaften, gehörnten Teufel vor dem ganz klein, ein nackter Mann und eine nackte Frau in Ketten gebunden stehen. Dieses Bild drückt den Sieg der dunklen, körperlichen Seite im Seelenkampf aus, deren Herrschaft liebloser Lüsternheit den der Seele innewohnenden Geist der Liebe verkümmern läßt.

Im Kontext der voranschreitenden Entwicklung der menschlichen Seele im Spiegel des `Ur-Alephbeths´ und des `Tarot´ bedeutet dieser Buchstabe die Herausforderung zur Überwindung des Trennenden.      Dies bezeichnet die Hinwendung zum `Ewigen Du´ und die vertrauensvolle Einlassung des Christusgeist, dessen einziges Gebot es ist, Gott über alles zu lieben und den Nächsten wie sich selbst. Die daraus erwachsende Kraft macht es der Seele möglich, den satanischen Verlockungen des Trennung schaffenden Eigenwillens zu widerstehen und im Schöpfungsalphabet zur Vervollkommnung des erwachten göttlichen Bewusstseins voran zu schreiten.

 

 

Buchstabe

 Y

Hebräisch  AjinAyin
Zahlenwert

 70

Laut  ë, ojin
Tarotbild 16_Der_TurmXVI  „Der Turm“
Bedeutung  Das Auge
Erläuterung Dieser Laut klingt wie ein aus der Brustgrube hervor gestoßenes o oder ü, ist jedoch kein Vokal, sondern ein akzentuierender Stimmansatz vor dem nachfolgenden Laut.Die Übersetzung der Hieroglyphe Ajin mit „Das Auge“ findet Bestätigung durch das gleichbedeutende Sanskritwort `Ayna´ und erhielt sich am reinsten im Englischen `eye´.Die ursprünglichste Form dieses Zeichens, einDreieck, von dem ein Strahl nach unten ausging, klingt in der heutigen Gestalt noch an. Dieses Bild fand im `Y´ durch das griechische Alphabet Eingang auch in die modernen Sprachen.Es ist das archaische Symbol des „Auge Gottes“, das ursprünglich in einem Dreieck, dem Sinnbild für die göttliche Dreieinigkeit, als Kreis eingezeichnet war. Von diesem `göttlichen Auge´ gingen ein oder mehrere Strahlen aus, die die universelle Wahrnehmung Gottes, Sein Allwissen und Seine Allgegenwart verdeutlichten. Durch die Verkehrung dieses göttlichen Dreiecks wird es zum `Auge Luzifers´, das heutzutage als Wahrzeichen der `Illuminaten´ auf jeder Ein-Dollar-Note zu sehen ist. Daran wird ersichtlich, dass die Verkehrung des Göttlichen ins Gegenteil (wie bei den satanischen Symbolen des umgedrehten Kreuzes oder des auf-den-Kopf-gestellten Fünfsterns Druidenfuß) das besondere Geschäft des „großen Nachahmers“ ist.

Im irdischen Bereich wurde das Auge zum Sinnbild aller sinnlichen Wahrnehmung, weil tatsächlich dem Licht, dem Klang und dem Wort, als gleichermaßen Schwingungen, eine nahe Verwandtschaft innewohnt (siehe Harmonik). Von daher erklärt sich auch die ursprachliche Lautverwandtschaft der Worte für Auge und Ohr, Sehen und Hören, Licht und Ton: Im Hebräischen heißt `ajin´= „Auge“; `ozin´= „Ohr“; im Sanskrit bedeutet `bhas´= „scheinen“; `bhan´= „klingen“; im Griechischen ist `phos´= „Licht“; `phone´= Stimme. Diese enge Beziehung von Licht und Klang kommt im Deutschen auch in Worten wie `Klangfarbe´ oder `Farbton´ zum Ausdruck.

Wie passt nun dieser 16. Buchstabe des `göttlichen Auges´ zu dem 16. Bild des Tarot, dem vom Blitz getroffenen Turm, der das Prinzip der Zerstörung symbolisieren soll?  Die Wahrnehmung mit dem „Auge Gottes“ schafft Erleuchtung des menschlichen Geistes und bewirkt Erkenntnis des Guten und Wahren. Dieser „Erkenntnisblitz“ zerstört das verkehrte Denken und dadurch sinnbildlich die selbsterbauten Türme und Götzentempel des Menschen (Turmbau zu Babel), die er in seiner Ich-bezogenheit und Gottferne erbaut hatte (siehe `Samek´). „Turm“ heißt auf hebräisch `migdal´ und setzt sich zusammen aus `mi- gadal´ = „meine eigene Größe“. Wie die Zahl `7´ und ihr Buchstabe `Zajin´ = „Sieg“ bedeutet, so zeigt sich im Laut `Ajin´ und dem Zahlenwert `70´ – entweder der Sieg der Materie über den Geist und die Gefangenschaft der Seele (in ihrem Turm) ihres erdgebundenen Denkens – oder aber der Sieg des Geistes über das erdgebundene Denken des Menschen und seine Erhebung in die höhere Wirklichkeit bewusster Gegenwart geistigen Seins.

 

 

Buchstabe

 P, Ph

Hebräisch Phe´ Pei
Zahlenwert

 80

Laut  p, ph
Tarotbild 17-Die-SterneXVII  „Die Sterne“
Bedeutung  „Mund“,  „Wort“
Erläuterung Die 17. Hieroglyphe zeigt einen geöffneten Mund mit einer sichtbaren Zunge und deutet dadurch das Sichkundgeben durch die sprachliche Rede an. Es ist jener Augenblick, in dem der Gedanke des göttlichen Schöpfungsplanes durch das Sprechen des allerschaffenden Wortes „Es werde !“ zur Verwirklichung hinaus geboren wird durch die Sprache des Mundes.Der Buchstabe `Phe´drückt also in der ursprachlichen Wortbildung die Offenbarung des Schöpfungswortes aus: „`Es werde Licht !´“ – sprach der `Mund´ Gottes,      und es ward Licht.“ Der geistige Sinn dieses Zeichens ist das geoffenbarte Wort.Der erste Urgrundlaut des Alephbeths ist `Al-eph´(´1´) = `die Verkündigung des Lichtes´. Es ist der „Vater“ -`pha (= Verkünder) – `ter´(=bewegen, strahlen), der sich im `beth´(`2´) als „Sohn“ -`ben´(=Erschaffer des `N´ = ewiges Leben) offenbart durch die Lichtkraft (`3´) des Heiligen Geistes. Die alten Seher, selber erfüllt von dieser Kraft des Lichtes, erschauten das Symbol des Heiligen Geistes im Bild „Die Taube“, deren Name `columba´ (lateinisch) den Sinn dieses Symbols erschließt: `co´ (=“Kraft“), `lum´ (=“Licht“), `ba´ (=“schaffen, gebären“) = Die Kraft, die das Licht erschafft.In vielen Sprachen spricht aus dem Laut `Phê´ (Hebräisch), `Pho´ (chinesisch), `Ph´ oder `F´ das Feuer (althochdeutsch: `fiur´; englisch: `fire´) des Geistes: Es ist das ursprachliche `phi-ur´ = „Offenbarung des Urlichtes“, das in diesen Worten nachklingt. Das altägyptische `pyr´, das sich genauso im Griechischen erhielt, erklärt auch die Herkunft des Wortes `Pyramide´, denn `pyr a mi dai´ heißt wörtlich “Feuer an mich gib !”, womit in diesen Stätten höchster geistiger Bildung zweifellos das „Geistfeuer der inneren Erleuchtung“ gemeint war.

Dass es den altenÄgyptern dabei auch um Unsterblichkeit und Ewigkeit ging, (erst später, als sich bei den Ägyptern die urevangelische Weisheit verlor, wurden die Geistschulen der Pyramiden zu Kultstätten des Todes;) zeigt das – diesem Buchstaben entsprechende – Tarotbild „Die Sterne“, das auch die `Hoffnung auf Erlösung´ genannt wurde.

Der Buchstabenwert 80 (Reflex der Seele im Körperlichen) zeigt das Sichbewusstwerden der Seele bis ins irdische Verstandesdenken hinein – und damit den Beginn der Erkenntnis der eigenen Unsterblichkeit. So versteht sich das Tarotbild der Frauengestalt, die aus zwei Tonkrügen (den irdischen Gefäßen der Verkörperungen) Wasser (des Lebens) in das unendliche Meer des universellen Allbewusstseins gießt, als das Zeichen für die Weckung der Seele zum ewigen Leben. Das Wort „Seele“ (auch engl.: „soul“) verheißt ursprachlich:

`Se´- (`Zajin´= „Sieg“) `el (=“Licht“),: „Sieg des Lichtes, der Liebe und des geistigen Lebens über den Tod !“

 

 

Buchstabe

 Th

Hebräisch   SadêTsadi
Zahlenwert

 90

Laut  th,  dh
Tarotbild 18-Der-MondXVIII  „Der Mond“
Bedeutung  Fundament,  Grund
Erläuterung Der LautSade klingt zwischen `S´ und `Z´ wie das englische `Th´ [oder das altgotische `Dh´]. Er ist der 18. (2 x 9) Buchstabe mit dem Zahlenwert `90´, der mit der Zahl `9´und der Hieroglyphe `Têth´ („Die Geburt“) auf erster Schöpfungsebene korrespondiert. Auch dieser Laut hat also zu tun mit der Geburt von etwas Neuem.Die Zahl `9´ drückt kabbalistisch das Stoffprinzip an sich aus und die`90´ symbolisiert den Körper selbst: das „Chaos“ der Materie, das „Fundament“, den „Grund“. In der Reihenfolge der Ur-Neunheit berührt die Seele hier den Boden, als die Basis aller Dinge, bevor sie der Weg zur `1´ zurück führt.Doch Halt ! Zunächst spricht sich hier eine ernste Warnung aus: Nicht umsonst hat dieser Buchstabe imHebräischen den Namen  „Widerhaken“, denn die Gefahr für die Seele, sich in die Körperlichkeit der Welt zu verhaken, ist groß, hier in der äußersten Rinde des körperlichen Seins. Nicht umsonst klingt in dem Laut `Sadê´ der Name `Satan´ an, der „Geist der Verdichtung“, der sich der „Fürst der Welt“ nennt.Die 90 steht in der Reihe der Stofflichkeit – `30´, `60´, `90´, die in den Bildern „Der Gehenkte“ (=`Verdichtung des Geistes im Stoff´), „Der Teufel“ (=`Fesselung der Seele im Stoff´) und „Der Mond“ (=`der Stoff, die Verkörperung selber´) in Zusammenhang stehen. Die `90´zeigt das Ende der zweiten Neunheit an; das bedeutet auch den Endpunkt der Verdichtung der Seele und den Anfangspunkt ihrer geistigen Befreiung. Hier ist der Kulminations- und Wendepunkt von der Involution zur Evolution des Geistes. Die `90´ ist nicht mehr Widerpart, Gegenpol und Antipode der `1´, sondern durchflutet von deren Kraft des Lichtes und des Lebens ganz und gar ein Teil von ihr: Eins mit Allem.

In Indien ist `Sadja´ der Grundton der Sitar- und Tamburamusik und wird dort „Vater aller Klänge“ genannt. Ganz in diesem Sinne bringt das Sanskrit-Wort `sadh´ die Bedeutung „ein Ziel erreichen, vollbringen“ (siehe auch `Sadhu´) zum Ausdruck.

Das lange ê im Hebräischen `Sadê´ entspricht dem ursemitischen `aj´, jener Silbe, die sowohl im Sanskrit wie im Hebräischen „Leben“ bedeutet. Demnach heißt `Sad-aj´: „Erlangung des geistigen Lebens“.

Ursprachlich bedeutet der Laut`S-adê´: `S- = „Seele“ –`a-dieu´ (französisch), `a-dios´(spanisch), `a-de´ (deutsch) = “mit Gott !“

Das 18.Tarotbild heißt „Der Mond“. Er steht voll und rund über dem Horizont und hat ein Gesicht. Im Vordergrund steigt ein Krebs aus dem Wasser auf einen Weg, der zwischen zwei Hunden, die den Mond anbellen, und zwei Türmen entlang führt, die links und rechts im Hintergrund stehen, bis er am Horizont des Bildes fast den Mond erreicht.  Das Bild des Mondes zeigt anschaulich, dass es einmal mehr um die Seele geht, und zwar um ihre höchsteigene „Wiedergeburt“ aus dem Schatten ins Licht. Sie erkennt im Dunkel ihrer zukunftslosen Körperlichkeit, dass die Erde lichtlos ist wie der Mond, und dass all-ein die Sonne (des Lebens) es vermag existentiell Licht und Sinn in ihre Nacht zu schenken. Erst nach dieser Erkenntnis kann das göttliche Erlösungswerk mit ihrer Befreiung aus der Gebundenheit der Materie beginnen. Von jetzt an übt sie ihre Fähigkeit, das empfangene Licht (die Erkenntnis des Weges zur Wahrheit des Lebens) zu reflektieren, anstatt es wie bisher restlos zu absorbieren und zu Materie zu verdichten. Ist die Seele bis auf den Grund des irdisch, materiellen Denkens von diesem Licht durchgedrungen, dann beginnt sie  – durch die Kraft des Heiligen Geistes – selber zu leuchten! Deshalb heißt `El Schadaj´, der hebräische Gottesname, „Das Licht des allgegenwärtigen Gottes“.

Der kabbalistische „Baum des Lebens“, der die zehn Sephirot (= Schöpfungsideen und Kraftsphären) in ihren Relationen zu Geometrie, Mathematik, Astrologie, Energetik, den Lauten, Farben und Klängen grafisch darstellt, zeigt in seiner stilisierten Symbolhaftigkeit die neunte (`9´) Sephira (= “Sphäre“) als das Energiefeld `Jesod´ (= die Grundlage, das Fundament) gleichsam als Wurzeln des ´Lebensbaumes`. Diese neunte Sphäre gründet schließlich in der untersten Sephira: `Malkuth´, die in ihren aufsteigenden Ästen und Zweigen mit allen Lauten, Buchstaben und Zahlen verbunden ist – bis hin zur obersten Spitze des Baumes – der `1´. In der Krone des Baumes steht zuoberst das Dreieck der Sphären `1´,`2´ und `3 ´ (=Dreieinigkeit Gottes). Von hier strahlt das`Al-eph´ (= “Das Licht des göttlichen Schöpfungslautes“) bis in die Tiefe der 10. Sephira `Malkuth´ hinab, die im Hebräischen mit “Königreich” übersetzt wird. Ursprachlich heißt `ma-lich-outh´ = „Mein Licht außen“ – oder `m-al-k- u- th´= „Die Kraft des schaffenden Lichtes Gottes vollendet das Du.“ Das Königreich Malkuth des Lebensbaumes ist die Erde in ihrer Polarität (= 2 in der 10), aber auch die Seelenwelt (= 5 in der 10). Es umfasst alle drei kabbalistischen (und tatsächlichen) Welten: die irdisch vergängliche, körperlich-materielle Welt; das unvergängliche, unkörperlich-seelisch subtile Sein, und die geistige Existenz, die das ganze Reich durchdringt, denn „Das Königreich“ ist die 1 in der 10 (wie in allen Zahlen). Die inkarnierte Seele befindet sich in den Spannungsfeldern der 10 Sephirot, wie einst Eva und Adam in der Verantwortung der Willensfreiheit, wohin sie sich orientieren wollten: Ob in die irdisch materielle Verdichtung ihres subtilen, spezifischen Seelenfluidums, oder zu dessen schon diesirdischer Vergeistigung und Befreiung.

In der heutigen Zeit einer immer materieller werdenden Welt wird es zunehmend schwieriger, unter den Myriaden von Ansichten, Perspektiven und Manipulationen des geistig schon ziemlich entwurzelten 21.Jahrhunderts, sich aus der Begrenztheit des irdischen Denkens zu befreien. Was die Welt glaubt, dass es ihr gehöre, gibt sie leichtlich nicht wieder los. Mögen unsere Seelen auch gegen diesen Widerstand zur Ruhe finden und ihre geistigen Augen öffnen: Denn wenn wir durch die Liebe zu uns selbst finden, dann werden die myriaden flüchtig flimmernden Lichtfetzen des nur geliehenen Mondenlichtes im zur Ruhe kommenden Wasserspiegel zum klaren Bild sich fügen und die Sonne, strahlend wie sie selbst, in den `Wassern der Seele´ reflektieren. Dann werden wir das Wunder erleben, dass Gott uns nach Seinem Ebenbild erschuf. (1 Mose 1,27)

In Indien heißt ein „im Geiste Wiedergeborener“ – `Sadhu´; das Alte Testament nennt „den Gerechten“ – `Zadok´. In beiden Namen klingt die `Kraft des Sadê´ an. Der Name `Melchizedek´, der „Hohepriester Gottes“, der die Nachkommen Noahs gesegnet und die Stadt Jerusalem gegründet hat, wird im Hebräischen übersetzt mit „Der gerechte König“ oder „Der König der Könige“. Ursprachlich heißt `Mei lichi zedek´ = „Meines Lichtes Unterlage“, das Fundament der göttlichen Ordnung – völlig durchdrungen von der Heiligen Geistkraft (= Zade-k).“

Der 18. Buchstabe `Sadê´ (oder `Tsadê´) schließt die zweite Neunheit ab, die mit dem Laut `Jod´ = “Der Weg“ begann. Ab hier, nach dem Erreichen des Grundes, wird sich in den verbleibenden 4  Zeichen die Umkehr in die geistige Heimat vollziehen, die ihre Entsprechung findet im „Gleichnis vom verlorenen Sohn“. Das 18. Bild zeigt den Sohn am Boden, genau an dem Punkt, an dem er sich entschließt, nicht länger mit den Säuen die Treber zu teilen – sondern umzukehren – in die geistige Urheimat. Bis hierhin musste er fallen, bis auf den Grund, nachdem er „sein Erbe verprasste“ und seine `Freunde´ ihn fallen ließen, als das Geld ausging. Da mußte er Säue hüten und sich deren Fraß mit ihnen teilen. Da starb sein Hochmut `den Tod´ (=`13´) und er erkannte des „Teufels“ Netze (=`15´), in die er geraten war. Auf dem Erfahrungsweg durch die Verhängnisse der Materie wurde der Sohn schließlich und endlich wissend und sehend. Da „schlug er in sich“ (`Turm´ =`16´) und entschloss sich, reumütig zurück zu kehren. „Vater,“ nahm er sich vor zu sagen, ich habe gesündigt vor Gott und vor Dir, und bin fortan nicht wert, Dein Sohn zu heißen.“ Im Bild des 12. Zeichens `Lamed´ steigt der Lichtgeist Gottes in die Materie hinab, um – gleich dem Vater, der dem verlorenen Sohn entgegen eilt, die gefallene Schöpfung zu erlösen. Auf diesen Moment hat Er nur gewartet, dass Sein Sohn zur Besinnung kommen und freiwillig den Entschluss zur Umkehr fassen würde, weil Er die `Willensfreiheit´ des Sohnes unbedingt akzeptiert.

Das ist es, Seelen, was wir tun müssen: Uns unserer Herkunft erinnern und das Geschenk der Erlösung durch das Licht dankbar anzunehmen! Dieses Opfer der ewigen Liebe erhebt uns, wie den verlorenen Sohn aus der Erniedrigung der Welt empor: Er hebt uns auf und schließt uns allverzeihend in die Arme.

 

 

Buchstabe

 Kh

Hebräisch  QophKuf
Zahlenwert

 100

Laut

 Q

Tarotbild XVIIII_-_Die_SonneXIX  „Die Sonne“
Bedeutung  Das Herz
Erläuterung Der Buchstabe Q (Qoph) = Kh hat den Zahlenwert 100 und trägt die Bedeutung „Herz, Sonne“. Die altägyptische Hieroglyphe zeigte einen Kreis, aus dessen Mitte ein Strahl nach Außen geht. Dieses Bild ist im lateinischen `Q´ viel deutlicher erhalten als beispielsweise noch in dem hebräischen Zeichen für diesen Buchstaben.Der Kreis mit einem Punkt im Zentrum als das astrologische Symbol für die Sonne, entstammt ebenfalls dem alten Ägypten und geht vermutlich auf die urevangelische Verkündigung der Sternenweisheit durch Hermes-Trismegistos zurück. Den Ägyptern der frühen Blütezeit war die Sonne am äußeren Himmel, bevor sie später irrigerweise selber als Gottheit angebetet wurde, nur ein Bild für die innere Sonne. Das Licht und die Wärme der planetaren Sonne `Sol´ (`S-ou-l´ = „Licht der Seele“; vergleiche engl.: `Soul´) verstanden sie als ein Entsprechungsbild für die geistige Sonne des Lebens, und gleichzeitig als Veranschaulichung der göttliche Dreieinigkeit:Das Urevangelium nannte diese geistige Sonne = „Die Liebe“, ihr Licht = „Die Wahrheit“ und ihre ausstrahlende Wärme = „Die Heilige Kraft“. Diese überkosmische Sonne ist es, die die Seele erleuchtet. Deshalb zeichneten die weisen Ägypter nach ihrer inneren Anschauung den Kreis mit dem Punkt in der Mitte als ein Symbol, das sie in ihrem Inneren verband mit der ihnen spürbaren lebendigen Kraft. Die Erleuchteten sahen darin Gott im Zentrum aller Schöpfung, dessen Lebens- und Liebekraft den Raum durchdringt und erfüllt.

Diese einfachste symbolische Darstellung des im metaphysischen Sinn höchsten Denkbaren findet sich in dem Zeichen `Q´ wieder. Für das veräußerlichte Verstandesdenken des 21.Jahrhunderts hingegen ist dieser Kreis eben nur ein Kreis mit einem Strich.

Dass der Buchstabe `Qoph´ (die Laute kh, ck, c) in vielen Sprachen der Anfangsbuchstabe des Wortes für „Herz“ ist, verwundert nicht, da, wie die Sonne im Verhältnis zu den Planeten, das Herz in Beziehung zu den Organen des Körpers als zentrales Medium des seelisch-körperlichen Lebens steht.

Herz: hebräisch `kher-eb´;  griechisch `kar-dia´;  lateinisch `cor´; Das Herz, als Mittelpunkt des Kreises also, darf deshalb hier genauso wie die Sonne als Bedeutung dieses Buchstabens angesehen werden (entgegen der irrtümlichen hebräischen Bezeichnungen und Verlegenheitsübersetzungen verschiedener Zeiten: (`Nadelöhr´, `Beil´ oder `Affe´). Dass hier das körperliche Herz nur als Analogie für `Das innerste Herz´, als dem Mittelpunkt des Lebens, verstanden werden kann, versteht sich.

Die Verbindung nun, dieser beiden Symbole „Sonne und Herz“ des Buchstabens `Qoph´ und dem entsprechenden 19. Tarotbild „Die Sonne“ (ägypt.: „Sonne des Osiris“), stellt den Kern des ägyptischen Wissens und Erlebens dar.

Diese Verbindung von `Sonne´ und `Herz´ im Buchstaben `Q´ ist kein Zufall. Die alten Ägypter, namentlich Thot-Hermes, wussten warum sie beides in Beziehung setzten, denn die Liebe Gottes war ihnen in ihrem Herz geistig erlebbar als „Die Sonne des Lebens“, deren Licht ihre Weisheit durch die Kraft des Heiligen Geistes war.

Sie sahen in dieser Geistigen Sonne das Herz Gottes, dem alles Leben aller Schöpfung entströmt. Und sie erkannten in sich selbst ihr Leben als dieses Eine, das, einströmend in ihre feinstofflichen Herzensgefäße, sie auf ewig mit dieser Quelle verband (`Q-el-le´ = „Herzensverbindung mit dem Licht des Lebens“).

Dieses große göttliche Herz der Lebenssonne findet jeder im kleinen in sich, als den inzwischen weitgehend in Vergessenheit geratenen göttlichen Lebensfunken im seelischen Zentrum des Menschen. Dort schlägt der Pulsschlag des wirklichen Lebens. Deshalb kann das bloße Verstandesdenken den Zustand des `Heilseins´, das der Tarot in dem Bild „Die Sonne“ beschreibt, das auch das `Volle Leben´ genannt wird, nicht wirklich erfassen.

Der hebräische Gottesname `Kodesch´ bedeutet „Der Heilige“. Heil ist voll und ganz – total komplett heil: Das ist volles Leben! Ursprachlich heißt `Ko-de-sch(in)´ = „Das Herz (oder das Feuer der Sonne) Gottes ist das Geschenk des Sieges des Bewusstseins“.

Weitere Worte mit den Wurzeln `ko`´(oder co), zum Beispiel „ko-operieren, ko-ordinieren oder Ko-existenz“, zeugen von der Beteiligung des Herzens. Der Laut `car´ oder `char´ findet sich in vielen Worten: Sanskrit `kar-a´ (wörtlich: „Das Herz Gottes“, = „nach dem Herzen tun“); lateinisch `car-itas´ (= „Herzensgüte, Barmherzigkeit“); griechisch `char-is´ (= „Liebe, Gnade, Freude“); `chara´ (= „Seligkeit“)… `Charakter´ = `char-actor´ bedeutet „Mit dem Herzen Handelnder“; man könnte auch sagen: „Im Einklang mit dem Gewissen Handelnder“. Denn `Herz´ und `Gewissen´ (das, wessen man sich innerlich gewiss ist) gehören untrennbar zusammen wie die Liebe und das Licht. Das `Gewissen´ ist „Das innerliche Wissen um die Gesetze des Herzens“.

 

 

Buchstabe

 R

Hebräisch  ReschResh
Zahlenwert

 200

Laut  r
Tarotbild  XX_-_GerichtXX  „Das Gericht“
Bedeutung  Das Haupt,  die Herrschaft,  ER
Erläuterung Durch die Verbindung des Herzlautes `Q´ mit dem Kopflaut `R ´ wird ursprachlich die Kraft des Denkens und Handelns in Übereinstimmung mit der Liebe durch die Weisheit angezeigt. Das ist das „Herzdenken“, der höchste Entwicklungsstand der Menschwerdung. Diese Vervollkommnung erfolgt durch die Aufgabe des `Schein-Ichs´ und die Übergabe der Lebensführung an das wahre Selbst im Prozess der `Geistigen Wiedergeburt´.Die Lautbedeutung des `R´(ra) findet sich als Name des ägyptischen Sonnengottes `Râ´, wie auch in vielen Sprachen in der Bedeutung „König“: z.B. äthiopisch: =`Ras´; Sanskrit: = `Raja´; italienisch: = `Re´; französisch: = `Roi´; sowie lat./deutsch: `Re-gent´ oder `re-gieren´. Das Wort `Rech-t´ (= „Vollendung des Resch“) weist auf die göttliche Ordnung und Gerechtigkeit hin, die sich auch in den mathematischen Gesetzmäßigkeiten des `Rechnens´ zeigt. Von daher ist auch die Verwandtschaft des `Resch´ in den slawischen Worten `ras´ oder ´roz´ erklärlich, die in Erinnerung an den ursprachlichen Sinn des „Höheren Verstehens“, als `rasum´ (russisch) und `rozum´ (tschechisch) = „Vernunft, Verstand“ bedeuten. `Rex´ (Latein = „König“), der Königsbuchstabe weist auf das Haupt hin, den `Re-x´ – oder `Re+´, das ist der „König am Kreuz“. Deshalb sagte Pilatus zu den Juden: „ecce rex vester“ – „Seht, das ist euer König!“, bevor er Jesus kreuzigen ließ.Der geistige Sinn des Buchstabens `Resch´ wird auch in den ursprachlichen Wurzeln des Sanskrit deutlich: Da bedeutet `rara´ = „leiten, regeln, Herrschaft ausüben“; `Sahas-rara´ ist das Sanskrit-Zahlwort für `1000´ und bezeichnet zugleich den `Tausendblättrigen Lotus´, der in der altindischen Schwingungslehre von den 7 Chakren, den Strahlzentren im Ätherleib des Seelenmenschen, das oberste Scheitelchakra bezeichnet – kurz oberhalb des Hauptes. `Sahasrara´ bedeutet „Die siegende Macht (`sah´) des Geistfeuers (`as´=`esch´) regiert (`rara´)“.

`Cha-k-ra´ heißt ursprachlich „die Kraft des Herzens im Haupt“. Dieses oberste Energiezentrum `Resch´ empfängt den Kraftstrom des Heiligen Geistes, dessen Licht aus der Quelle des Herzens kommend, alle Schwingungszentren des erleuchteten Wesens durchströmt und belebt. Tatsächlich ist das Herzchakra in der genauen Mitte der 7 Chakren als das `Zentrum des Lebens´ anzusehen. Dessen Name `An-aha-ta´ (Sanskrit) zeugt von dieser zentralen Bedeutung: `an´= „Ewigkeit des Lebens“ – `aha´ = „durch der Liebe“ – `ta´ = „Tätigkeit“. So empfängt das Schwingungs-Gefäß Mensch, je befreiter seine Seele vom Irrtum und der Bindung an die Stofflichkeit der Materie ist, um so mehr göttliche Lebens- und Liebekraft, die dann in ihm und durch ihn hindurch zum Heile der ihn umgebenden Schwingungsfelder wirkt. `R-esch´ heißt also ursprachlich „Das Haupt des Lebensfeuers“, denn das hebräische `ajsch´ (=`esch´) heißt „Feuer des Lebens“, weil es den Heiligen Geist bezeichnet, der das ganze All mit dem Feuer des Lebens (sanskrit: Agni = Vermählung mit der ewigen Ich Gottes) erfüllt.

Wie aber passt nun das 20. Tarotbild „Das jüngste Gericht“ zu diesem tieferen Sinn des Lautes `Resch´? Zu sehen ist ein Trompete blasender Engel in den Wolken; unter ihm auf der Erde entsteigen drei Tote ihren viereckigen Gräbern, was andeutet, dass sich das Göttliche (Dreieinigkeit) aus dem irdischen Kerker der Vierheit erhebt. Dieses Bild war im altägyptischen Ptah-Tempel zu Memphis nach Kundgabe des Thot-Henoch als Freske auf der zwanzigsten der 22 Wände zwischen den 24 Säulen des Tempels dargestellt. (Auf jeder Seite waren je 11 Bilder zwischen 12 Säulen gemalt.)

Das Bild stellt das „Jüngste Gericht“ dar, wie es im Matthäus-Evangelium beschrieben ist: „Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen.“ Die Beziehung zwischen dem hebräischen Buchstaben „R“ und dem (hermetischen) altägyptischen Urbild zeigt auch hier eindeutig auf allen Bewusstseinsebenen den Sinn „Die Wiedergeburt“ oder „Die Erlösung“, als Qualität geistiger Erneuerung und Selbstwerdung an.

Die Übereinstimmung des Sinngehaltes von Laut und Bild bestätigt auch der Wert des Buchstabens R = `200´, der dem Zahlenwert `100´ des Buchstabens `Qoph´ folgt: die Zahl 200 als Zwillingszahl der 100 (die Zahl des sichtbaren Ganzen) kennzeichnet die Verbindung des Irdischen mit dem jenseitigen Leben.

Dies ist das Thema aller Themen seit der Tod in die Welt kam. Seit Adam und Eva hoffte die Menschheit – nach dem Sturz aus der Einheit mit Gott in die Gespaltenheit der Bipolarität der Welt – auf die ersehnte Erfüllung der urevangelischen Verheißung der Erlösung, die Gott ihnen nach dem Verlassen des Paradieses gab. Die Wegweisung ist vom Geist inspiriert in die einzelnen Buchstaben der Ursprache gelegt worden. Auch lasen die alten Ägypter den Weg zur Erlösung und Vergöttlichung des Menschen in den Sternen, die insbesondere in der Gestalt des Lichtgottes Horus am Sternenhimmel zu ihnen vom Sterben und Auferstehen sprach.

 

 

Buchstabe

 Sch

Hebräisch  Schinshin
Zahlenwert

 300

Laut  s, sch
Tarotbild 0_-_Der_NarrXXI  „Der Narr“
Bedeutung  Geistfeuer
Erläuterung Der Buchstabe `Schin´ wird im Hebräischen aus unerfindlichen Gründen „Zahn“ genannt, vielleicht wegen der 3 Zähne der Hieroglyphe, was zumindest kabbalistisch als Symbol der 3 (= “Geist im Stoff“) einen Sinn gibt. Wahrscheinlicher aber deuten die 3 Zacken dieses Zeichens wohl eher auf die Flammenspitzen des Feuerlautes `Sch´ hin, der sich so in seiner Bedeutung als „Das Geistfeuer“ anzeigt.In der Nummerierung der Tarotbilder trägt dieses 21. Sinnbild „Der Narr“ die Ziffer `0´. Entgegen der Darstellung vieler populärer farbenprächtiger Tarotkarten, die dieses Bild als letztes der 22 Symbole einreihen, werden die im folgenden aufgezeigten Zusammenhänge, auch im Sinne von Papus, Éliphas Lévi und Kahir die richtige Reihenfolge klären. Schon deshalb, weil im Alphabet der Buchstabe `S´, der dem Bild „Der Narr“ zugeordnet ist, vor dem `T´ kommt, ist die hier vorgestellte Ordnung begründet, derzufolge die dem `T´ entsprechende „Vollendung der Welt“ nur am Ende des Alphabetes stehen kann. Die innere Logik der Aufeinanderfolge der Zeichen `Q R S T´ ist augenscheinlich: Zuerst muss im Licht des Feuer- und Geistbuchstabens `Sh´ (`sch´) die irdische Trugwelt, `der Narr´, fliehen; und der Irrtum erkannt – und so die Trennung überwunden werden, bevor das Einssein mit dem göttlichen „Alles in Allem“ offenbar werden kann.Die erste Voraussetzung dazu ist die Reinigung des Menschenherz durch die Q-Kraft (`Qoph´ = 100), darauf folgt die Regung des Geistfeuers im Haupt als die Erweckung des höheren Bewusstseins (`Resch´ = 200), und dann, bevor der Mensch schließlich die `Vollkommenheit´ (`Tau´ = 400) erlangen kann, muss er erst das „narrenhafte Schein-Ich“ (= 300) durch verantwortlichen Umgang mit seinem freien Willen überwinden.

Das Tarotbild zeigt einen Jüngling, der sein Pünsel an einen Stock geschnürt, leichtfertig über einen Abgrund tänzelnd auf der Schulter trägt, ohne die Gefahr zu sehen, in der er sich befindet. Der gelbe Hintergrund des Bildes verrät den sanguinischen Charakter dieses Menschen. Ein Hund zu seinen Füßen (seine Triebhaftigkeit) beißt ihn auf seinem Weg. Doch oben am rechten Bildrand im Rücken des Jünglings ist ein Teil der Sonne als Zeichen des Schutzes einer höheren Führung zu sehen. Treffend ist auch der ägyptische Name dieses Bildes: `Die Torheit´. Es spricht eine Warnung aus: „Überwinde das innere Tier, das dich immer wieder an den Abgrund treibt und wende dich zur Sonne !“

In ähnlichem Sinne findet sich der Laut `Schin´ oder `Sin´ in vielen Worten, die einen eher lichtlosen Zustand kennzeichnen: Das lateinische `sine´ = „ohne“ zeigt einen Mangel an; das deutsche Wort „Schein“ weist auf den Lug und Trug der Scheinwelt hin. Auch Begriffe wie „Sünde“ oder „Sühne“ dürften aus dem Urlaut `sin´ herzuleiten sein. Im Hebräischen heißt `sin´ = „Wüste“, was einerseits „Einsamkeit“ und andererseits „Rückbesinnung“ ausdrückt. Die Wüste Sinai (`sine aj´ = „ohne geistiges Leben“) zu durchqueren in das verheißene Land `Kanaan´, war das Ziel der Israeliten, die Gott durch Moses aus der ägyptischen Gefangenschaft führte. Auch das Land `Sinear´ (`Schinear´), dort wo die Magie der Chaldäer und Babylonier begann, trägt in seinem Namen seinen Sinn: `Schine-ar´ = „Ohne das Haupt Gottes“.

Das hebräische Wort `sinah´ bedeutet „Ohne Liebe Gottes“. So deutet alles darauf hin, dass der Laut `schin´ einvernehmlich mit dem Bild `Der Narr´ den Zustand der Gottferne kennzeichnet. Respektierte Gott den `Freien Willen´ des Menschen nicht so total, mit dem dieser Ihn trotz aller guter Worte, Zeichen und Wunder beständig ignoriert, dann gäbe es zwar weder Lügen, noch Morde oder Kriege, doch der Mensch wäre nur eine – wenn auch göttliche – Maschine (`Ma-Schin-e´ = „Schaffen ohne göttlichen Geist“).

Der Feuerlaut `schin´ oder `schim´ mit dem Wort „Schimmer“ in Verbindung gebracht, drückt aus, dass man wohl eine unbestimmte Ahnung von etwas, jedoch noch keinen Schein der Wirklichkeit, geschweige denn das Licht selber hat, das sich erst dann einstellt, wenn alles Trennende überwunden ist. So sei zur weiteren Klärung dieses Lautes noch abschließend das hebräische Wort `Schechina´ = „Einwohnung der Herrlichkeit (oder des Lichtglanzes) Gottes“, herangezogen. Dies ist das Licht Gottes im Erkennen des vollendeten QRST: „Ich bin das Licht der Welt. (Joh 8,12)

 

 

Buchstabe

 T

Hebräisch  TauTav
Zahlenwert

 400

Laut  t, th
Tarotbild XXI_-_Die_WeltXXI  „Die Welt“
Bedeutung  Vollendung
Erläuterung Der 22. und letzte Buchstabe des hebräischen Alephbeth, `Tau´, ist zugleich das letzte Bild des Tarot. Wie die Rückerinnerung an die einstige Ursprache der Menschheit deutlich macht, stellen die Buchstaben des Alphabets, als die Elemente des Wortes und der Sprache zutiefst die geistigen Entwicklungsstufen zur Vervollkommnung des Menschen dar, die ihn `von A bis Z´, oder `von Alpha bis Omega´, zur Erfüllung des göttlichen Schöpfungswortes führen. Oder hebräisch gesprochen `von Aleph bis Tau´, dem letzten Buchstaben des hebräischen Alphabets, mit dem auch das altägyptische Tarot endet. Dieser letzte Laut `Tau´ bezeichnet im Bild der `mystischen Hochzeit´ die Vollendung des Weges, den auch die chinesische Gotteserkenntnis `Tao´ (= den Sinn) nennt.Dieser Buchstabe, der mit `das Zeichen´ übersetzt wird, wurde in seiner ältesten Hieroglyphe als ein Kreuz dargestellt (was sich im `T´ bzw. `t´ bis heute erhalten hat). Er wurde auch „Zeichen des Kreuzes“ oder „Unterschrift“ genannt, weil Schreibunkundige früher mit `3 Kreuzen´ unterschrieben.In der urägyptischen Religion bedeutete die Hieroglyphe Anch  ()  „Ewiges Leben“.

Das urchristliche Symbol des Kreuzes stellt mit seinen 2 Balken die Dualität des Menschseins (männlich/weiblich) und der Erde (+/-) dar. „Das Kreuz“ das Sinnbild für die Verbindung des Geistes (die göttliche `1´ des `Aleph´ als vertikaler Balken = `l´) mit dem Stoffprinzip (horizontaler Balken = `-´). Das daraus entstehende Kreuz (`+´) symbolisiert mit seinen 4 rechten Winkeln das Ziel des göttlichen Schöpfungsplanes mit dem Menschen: Die schließliche Überwindung der Dualität und der weltlichen Gegensätze, und seine Vollendung durch Vergeistigung und Einswerdung.

Wesentliche Bedeutung kommt dem Kreuzungspunkt in der Mitte der Horizontalen und der Vertikalen, auch als dem Nullpunkt des Kosmischen Koordinatenkreuzes (der Matrix des Lebens) zu: er ist sozusagen der Mittelpunkt der Welt. So trägt dieses 22. Sinnbild (in der Numerierung der Tarotbilder die Ziffer `21´, weil das Bild `Der Narr´ 0 zählt) denn auch den Namen „Die Welt“.

Die urbildliche Darstellung zeigt in jeder der 4 Ecken des Bildes ein Gesicht: das eines Adlers, eines Löwen, eines Stieres und das eines Menschen. Sie sind nicht nur (wie eine spätere Christenheit deutete) die christlichen Symbolbilder der 4 Evangelisten (Adler = Johannes; Löwe = Markus; Stier = Lukas; Mensch = Matthäus), sondern sie versinnbildlichten schon im altägyptischen Tempel zu Memphis die Tierkreiszeichen `Wassermann, Skorpion, Löwe und Stier´, die sich als Sinnbilder der 4 Elemente zueinander wie die vier Himmelsrichtungen verhalten.

In der Bildmitte dieses letzten der Tarotbilder ist eine engelartige Frau mit Palmzweigen in den Händen zu sehen, die von einem ovalen Kranz umgeben ist. Dieser Kranz um den Körper dieser Frau, die die vollendete Menschenseele darstellt, wird als Kraftfeld, Glorie, Heiligenschein und wegen seiner ovalen Form als Aura gedeutet. Zum einen unterstreicht das Oval als `Umkreis des Kreuzes´ die bereits angemerkte Bedeutung des `Tau´ als das Kreuzzeichen, zum anderen deutet es den Tierkreis an, wovon auch die vier Gesichter zeugen. Dieser Zodiakalkreis ist das Symbol des Universums, das der Mensch in sich trägt und das ihn umgibt. Auch darum heißt das Bild: „Die Welt“.

Mit der Zahl 400 endet das ursprachliche Alphabet. Die ersten drei Buchstaben mit ihren Zahlenwerten 1, 2 und 3, repräsentieren als erste Dreiheit die Geistwelt; die Zahlen 4, 5 und 6 als zweite Dreiheit die Seelenwelt; und die 7, 8 und 9 als dritte Dreiheit die stoffliche Welt. Außerhalb dieser drei Prinzipien aber ist nichts denkbar. Deshalb werden die Zahlenwerte der folgenden Buchstaben des hebräischen Alephbeth nicht 10, 11, 12 usw. gezählt, sondern 10, 20, 30 …, als Wiederholung der Grundzahlen auf anderen Bedeutungsebenen.

So wie der neunte Buchstabe `Teth´ die erste Neunheit als Schlusspunkt des `göttlichen Gedankens Mensch´ beendet, so drückt nun der letzte Laut des Schöpfungswortes, `Tau´, die Vollendung dieses göttlichen Schöpfungs-Gedankens aus. Auch korrespondieren die Zahlen (Bilder und Buchstaben) der 1, der 10 und der 100, die in mystischer Verwandtschaft zueinander stehen, wie auch die 2, die 20 und die 200 etc. in bedeutungsmäßig starken Relationen stehen (gleichfalls wie `A+B+G+D´= 1 + 2 + 3 + 4 = 10; oder `J+K+L+M´ = 10 + 20 + 30 + 40 = 100;) besonders auch die Zahlen und Buchstaben der dritten Schöpfungsebene: `Q+R+S+T´ = 100 (`Q´) + 200 (`R´) + 300 (`S´) + 400 (`T´) = 1000

(Tau-send = `tau is end´, wie man auf Englisch liest.) `1000´ aber ist jene mystische Zahl der Vollendung, die auch in der Offenbarung Johannis im Begriff des `Tausendjährigen Reiches´ in der Verheißung des Messianischen Friedenreiches genannt wird.

 

`Q-R-S-T´

heißt ursprachlich sinngemäß: „Herz und Haupt (= höheres Bewusstsein) des Menschen vollendet in der Kraft des ´Geistfeuers´“. Das ist die Erlösung von der Sünde Adams und Evas, die allein darin bestand, sich statt des Einsseins mit Gott, von Ihm getrennt zu erleben. Auch der Name des Erlösers war also schon im Urevangelium genannt: `Q+R+S+T´ (vokalisiert Khrist) = Christus, der menschgewordene Gott, ermöglicht die Vergöttlichung des Menschen. Und nun wundert es auch nicht mehr so sehr, dass schon Horus in der urevangelischen Offenbarung diesen Titel trug. Der mythische Horus ist die urevangelische Verheißung des QRST, des Erlösers aus der Trennung des Menschen von Gott.

Die Rückführung des entweihten Teils des göttlichen Erbes im Menschen – zurück in das Zentrum der kosmischen Urlebenskraft der Liebe Gottes: das ist die Erfüllung des göttlichen Plans. Gedanklich steht nun der `Adam Kadmon´ vor uns, der auf seinem Weg durch Irrtum und Leid in der Materiewelt durch seine Fehler sehend wurde. Durch Überwindung seines trennenden Eigenwillens, der bis dahin sein Denken und Tun lenkte, findet er nun als freier Mensch (= körperlich, seelisches Geistwesen) zur Einheit mit Gott zurück und erwacht aus seinem tagträumenden „Schein-Ich-Todesschlummer“ als ewiges Gotteskind. Darum sagt Johannes der Täufer: „Er muss (in mir) wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Joh 3,30), bis wir schließlich mit Paulus sagen können: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal 2,20)

Von gleichem Sinn zeugt der Zahlenwert des `Tau´= 400: Hier wiederholt sich auf der dritten Ebene die Zahl `4´ = „Verwirklichung des Schöpfungsgedankens in der Welt“. Diese dritte Wiederholung deutet des Menschen Wiedergeburt durch die Vergeistigung der Stofflichkeit seiner freien Seele an. „Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.“ Dieses Wort des Paulus (1 Kor 15,44) kennzeichnet den Sinn der Allegorie dieses Tarotbildes und dieses Lautes im Alephbeth treffend. Es bezeichnet die Erfüllung und Vollendung des göttlichen Schöpfungsplans in der Entfaltung des geistigen Wesens, dass Er nach Seinem Ebenbild erschuf.

Das sicher nicht letzte aber vielleicht tiefste Geheimnis des `Tau´ findet sich in der Deutung der beiden Laute, die seinen Namen bilden: `T´ = „Vollendung“ und `U´ = „`tu´(indogermanisch) = thou, you, du“. Darin liegt der eigentliche Grund für die Schöpfung verborgen: Die all-einige `Liebe´ erschafft das Wesen als freies Gegenüber, um es zu lieben – und um von ihm wieder geliebt zu werden. Das ist die Erfüllung im `TU´ = `DU´! Die altdeutsche Schreibweise des Du = `TV´ bedeutet gleichzeitig „Vollendung der Willensfreiheit“. Der mit dem göttlichen Willen geeinte eigene Wille des geistig Wiedergeborenen, führt ihn in die höchste Freiheit des Gottesbewusstseins.

Gott, dem `Ich Bin´, ist jedes seiner Kinder ein geliebtes `Du´, und das geistig erwachte `Ich´ erkennt wiederum in Gott sein ewiges `Du´. Dieses `U´ hat nicht zufällig die Form einer Schale. Es ist das Bild für jenes Gefäß, mit dem die Seele das Gotteslicht des Lebens empfängt: jener `Heilige Gral´ also, der nicht an irgendeinem Ort in der Welt, sondern nur im eigenen Herzen zu finden ist. Dieses Gefäß des Herzens, überfließend im Licht und der Kraft des Heiligen Geistes ist die Vollendung des Menschen – KRST – Christus in uns.

Tausend = `Tau is end´ = `Tau ist die Vollendung´. Nun kann der `Adam (und die Eva) Kadmon´ als vollendeter Mensch in jedem von uns sprechen: „Ich bin das Aleph der Urliebe Gottes und das Tau Seiner schöpferischen Tat, die mir eigene Form und Prägung gab“. („Das verlorene Wort“, M. Kahir).

`Thou is end´, das Du ist vollendet! (`Thou´ ist die rituelle Du-Anrede Gottes im englischen Gebet.) Damit wird begreiflich, warum die Offenbarung des Johannes diese Zahl jenem Reich zuschreibt, das der Messias (der mit dem Geist Gesalbte) auf Erden errichten wird. Mit diesem letzten Bild der `Großen Arkana´ des Tarot erfüllt sich im `Q-R-S-T´ die urevangelische Verheißung des Erlösers, dem `Christ´. Dies gibt Antwort auf die Frage, was es bedeutet zu sagen: „Ich bin Christ“. `Q-R-iS-T´ = “Die Kraft der Liebesonne im Denken, Fühlen und Tun ist vollkommen”. Wer kann dies von sich behaupten? Nur diejenigen, in denen die Liebesonne Selbst mächtig geworden ist.

 

Abschließend sei noch einmal festgestellt, dass die 22 Buchstaben des hebräischen Alephbets, der Baum des Lebens, mit seinen ebenfalls 22 Zweigen und Verbindungen zwischen den zehn Stufen oder Sephiroth, sowie die 22 Tarotbilder nicht zufällig in Beziehung stehen, sondern sich vielmehr als spirituelle Pfade zur Weckung und Entwicklung des Bewusstseins vollkommen ergänzen. Sie zeugen in ihren verschiedenen Ausdrucksformen (Laut, Name, Zahl und Bild) von Einem und Demselben.

 

Zusammenfassung

Die Arche, das Karma, der Tod

Die Arche – das Karma – der Tod

Das Zwillingzeitalter

ca. 6680 bis 4520 v.Chr.  (Übergang vom Satya-Yuga zum Treta-Yuga)

Arche NoahNach der großen Flut

Die 2. (noahische) Hochkultur der Menschheit

Aus den drei Familien der Söhne von Noah (ursprachlich = `Die Liebe Gottes ist ewig´), der in Indien auch Manu (= `Der Mensch bist Du´) und in Babylon Utnapischtim (=`Der das Leben fand´) genannt wurde, entstehen die Stämme der Japheten, Hamiten und Semiten.

Die Übereinstimmung der Zahlenstruktur der 8 Insassen der Arche (Noah, seine Frau, ihre 3 Söhne Japhet, Ham und Sem, sowie deren 3 Frauen) mit der DNS-Struktur, dem Binär-System der Computertechnologie (1-2-4-8-16-32-64-128-256-512-1024…) und der Zahlenmystik des I Ging (Vater, Mutter, 3 Söhne, 3 Töchter) ist keinesfalls zufällig, sondern stellt präzise die Formel des „Aus Einem entsteht Alles“ dar.

Nach dem Untergang der Ersten Menschheitskultur rettet Noah in der Arche nicht nur das Wissen um die Ganzheitlichkeit von Körper, Seele Geist, die Ursprache und die Sternenweisheit in die neue Zivilisation hinüber, sondern transportiert auch ein überschweres „Karma-Paket“, das als Hypothek auf der Zweiten Menschheitskultur lastet – bis auf den heutigen Tag. Die Ursachen jener Wirkung dieser karmischen Last – das unbewusst wirkende und die Freiheit der Gedanken beeinflussende Massen-bewusstsein – waren die Folgen der Entscheidung gegen die Einheit mit Gott und für die Bipolarität der Welt (die „Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“). Dann der Brudermord von Kain an Abel und auch die Kriege der ersten Hochkultur, die schließlich durch die Sintflut zu deren Untergang führten. Dieser Grundhypothek wurden bis heute endlos viele Taten hinzugefügt, die weiteren verheerenden karmischen Einfluss haben: auf jeden Einzelnen, seine Beziehung zu sich Selbst und zu den Anderen, die Beziehung zwischen Männern und Frauen – und nicht zuletzt auf die Beziehung des Menschen zu Gott.

Adam und Eva

Das, was in jüdisch-christlichem Kontext „Erbsünde“ genannt wird, ist also nichts anderes, als das kosmische Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma). Die eigentliche Sünde – und es gibt nur diese eine – ist das Sich von Gott getrennt zu erleben. Dass der Mensch durch die Verneinung der Einheit mit Gott in die Bipolarität der Welt fiel, hatte Gott in Seinem Schöpfungsplan als Entscheidungsmöglichkeit des Freien Willens des Menschen allerdings bereits von Anbeginn vorhergesehen.

In der Zwillingszeit verließen die ersten Menschen nach Noah die Höhen der Berge des Kaukasus und gingen in den Stämmen ihrer Sippen auf Wanderschaft. Nach der Besiedelung von Sinear (Babylonien) zog es sie in die Ferne, um das reichlich vorhandene, unbewohnte Land zu besiedeln. Noch immer sprachen sie die eine Ursprache der adamitischen Zivilisation. Noch erinnerten sie sich der Überlieferung des Urevangeliums (von der einstigen Erlösung aus der bipolaren Gespaltenheit der Welt durch die Rückfindung zur Einheit mit Gott), das mit Noah in der Arche das Ende der ersten Menschheitskultur und den Zeitenwechsel überdauert hatte.

Nach der Klassifizierung der Archäologen reden wir über die Zeit des Übergangs von der Altsteinzeit zur Jungsteinzeit und Kupferzeit, am Übergang der Prähistorie zur Geschichtlichkeit. Hierher werden Ereignisse in der Menschheitsgeschichte wie die Erfindung des Rades, des Webstuhls, der erste Anbau von Getreide, sowie die Domestizierung von Ziegen im vorderen Orient datiert. (Tatsächlich allerdings allesamt Errungenschaften bereits der 1. Hochkultur).

In einer heute unvorstellbaren Freiheit machten die Sippen sich in Karawanen nach Osten, Westen, Süden und Norden auf den Weg. Sie zogen mit ihrem Vieh und Nomadenzelten so weit, bis sie ein Land fanden, das ihren Vorstellungen von Heimat entsprach und nahmen es – soweit das Auge reichte – in Besitz. Hier teilten die Patriarchen der Sippen (die lokal auch Matriarchen gewesen sein mögen) das Land unter den Familien auf. Innerhalb ihrer Stammesstrukturen hatten sie unbeschränkte Machtvollkommenheit, in der sie gleichzeitig die weltliche Rechtsprechung wie das priesterliche Amt der Beziehung des Stammes zu Gott wahrzunehmen hatten. Von ihrer Integrität und Aufrichtigkeit hing es wesentlich ab, in wie weit das Urevangelium (das sie in den Sternbildern am Himmel und in den Buchstaben der Ursprache lasen) bewahrt – oder vernachlässigt wurde.

Erst später (siehe Nimrod) wurde das weltliche und das geistliche Amt geteilt: Es entstanden Königreiche, Priesterschaften und Gerichte. Politische Interessen der Könige und religiöse Machtentfaltung der Priesterschaften manipulierten die einstige göttliche Botschaft vom Grund des Seins und dem Sinn des Lebens.

Schon bald hatte sich aus den drei Zweigen (Japhet, Ham, Sem) eine unüberschaubare Verästelung sich mehr und mehr voneinander fort entwickelnder Sippen des gemeinsamen Stammbaumes gebildet.

 

Kulturelle Rückentwicklung

Um 5000 v.Chr. entstehen scheinbar aus dem geschichtlichen Nichts die ersten Städte in Mesopotamien: Nippur, Ur, Eridu, Babylon… Viele archäologische Funde aus dem nahöstlichen und sumerisch-mesopotamischen Raum der damaligen Zeit geben der evolutionsorientierten Geschichtsforschung Rätsel auf. Sie lassen keine vermuteten primitiven Vorläufer erkennen, aus denen sie sich aufbauend entwickelt hätten. Im Gegenteil kann festgestellt werden, dass Funde aus späteren Zeiten primitiver sind, also eher eine kulturelle Rückentwicklung (Regression oder Devolution) stattfand. Doch verwundert dies keinesfalls, wenn man von der hinlänglich erläuterten These ausgeht, dass die Menschen zu Beginn der nachsintflutlichen Zivilisation noch im Besitz der göttlich inspirierten Weisheit waren, die nach dem Goldenen Bewusstseinszeitalter des Satya-Yugas zunehmend in Vergessenheit geriet, bis schließlich von dem einstigen ganzheitlichen Weltbild nur noch Bruchstücke übrig waren.

  1. Oates schreibt in seinem Buch „Babylon“: “Die archäologischen Funde zeigen von den frühesten agrarischen Siedlungen bis hin zu der Zeit, in der die geschriebene Sprache als sumerisch identifiziert werden kann, eine so hochgradige kulturelle Kontinuität, dass diese Existenz einer bedeutenden, sumerisch sprechenden Bevölkerung von Anfang an nicht mehr angezweifelt werden kann. Und es gibt auch an keiner Stelle einen überzeugenden Beweis für die »Invasion« eines neuen Volkes, und, dies ist vielleicht das eindrucksvollere Argument, wir können auch kein hypothetisches Heimatland ausmachen, aus dem die Sumerer mit ihrer einzigartigen Sprache und Kultur gekommen sein könnten. Dass wir wohl auch in Zukunft kein solches Land werden finden können, das wird umso wahrscheinlicher, je mehr unser Wissen über die Länder rings um Mesopotamien zunimmt.”

Die Berichte der Tora (des Alten Testaments der Bibel), des Gilgamesch-Epos, der Srimad-Bhagavatam, des Korans und anderer geschichtlicher Überlieferungen fügen sich nahtlos zur Erkenntnis, dass die Nachkommen Noahs es waren, die jene Kulturen gegründet haben.

 

Gilgamesch

Die Keilschrifttafeln des Gilgamesch-Epos geben interessante Hinweise auf das Ende der Sintflut und setzen damit die mesopotamische Zeitschreibung mit der biblischen und indischen in Einklang:

“Dem Willen und der Gnade der Götter verdankte Gilgamesch, dass er als König über die Stadt Uruk herrschte, dass er der fünfte Herrscher war seit der Zeit, als die Erde das Wasser der Sintflut aufgesaugt hatte. Vor ihm hatte dort der Fischer Dumuzi, vor Dumuzi der Schäfer Lugalbanda, vor Lugalbanda der Krieger Enmerudkar geherrscht; der erste König von Uruk war Meschkiagascher, der Sohn der Sonne.“ (V. Zamarovsky, „Gilgamesch“)

Dass mit dem »Sohn der Sonne« niemand anderes als Ham, der Sohn Noahs gemeint war, erhellt folgende Erklärung. Werner Papke identifiziert in seinem Buch „Die geheime Botschaft des Gilgamesch“ den König Enmerud als Nimrod, den Geschichtsforscher bislang vergeblich in Babel gesucht hatten. Der babylonische Enmerud hatte einen Vater namens Kasch. Der Bibel zufolge heißt Nimrods Vater Kusch. Kaschs Vater ist in der Genesis der Sohn Hams. Ham bedeutet so viel wie `der Heiße´. So erstaunt es nicht, dass die Sumerer ihn in ihrem kosmologischen Epos, in dem die Herrscher Babylons mit der Sonne, dem Mond und den Planeten identifiziert werden, als die Sonne bezeichnen.

Nachdem das nach der Sintflut unbewohnte Land auf die beschriebene Art und Weise von den Stämmen und Sippen in Besitz genommen war, dauerte es nicht lange, bis die Verteilungskämpfe einsetzten und sich das `Recht des Stärkeren´ durchsetzte. Durch die Erschließung von Kriegs- und Handelswegen verbreitet sich das Wissen der Zwillingszeit. Es gab einen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch unter den Völkern, der ohne die heutigen Transport- und Verkehrsmittel undenkbar scheint. Und doch sind beispielsweise ägyptische Waren in Europa, ganz Asien – ja sogar in Australien und Amerika zu finden. Fast ebenso weit sind phönizische, sumerische und chinesische Produkte verbreitet, woraus ersichtlich wird, dass bereits damals ein reger Schiffsverkehr stattfand. Es erfolgte also eine intensive gegenseitige kulturelle Befruchtung der einzelnen Blüten am wachsenden Stammbaum des nachsintflutlichen Menschen der Erde. Aus den Nachkommen von Sem entstanden die semitischen Völker der Assyrer, Aramäer, Araber, Erythräer, Äthiopier, Chaldäer (Babylonier) und Hebräer (…).

Die Nachkommen von Ham bildeten die hamitischen Völker Ägypten, Kanaan, Kusch, Lybien, Nubien (…). Die Nachkommen von Japhet sind die indogermanischen Völker – die Inder, Germanen, Russen und Türken (…).

Diese Nachkommen Noahs (die letztlich auch die Nachkommen des einzigen Elternpaares – Adam und Eva – sind) trugen die Wurzeln der Ursprache in die ganze damals bekannte Welt. Doch in der Isolation der einzelnen Stämme erinnerte man schon bald die einstige Ganzheitlichkeit nur noch bruchstückhaft. Manche Inhalte hob man hervor, während man andere vergaß, die jedoch von anderen Völkern, die im Laufe der Zeit aus den Sippen entstanden, bewahrt wurden. Die einstige Ursprache, in der jedes Buchstabensymbol zugleich eine Zahl, ein Sinnbild und ein Schwingungslaut war, bewahrte in der hebräisch-arabischen Überlieferung den entsprechenden Zahlenwert, in der ägyptischen die symbolhaften Sinnbilder der Buchstaben, und in der indischen die Erinnerung an die Kraft der Laute. Auf ähnliche Weise überdauerte auch das Wissen um die Ganzheitlichkeit des Seins und das Urevangelium, das bis heute, in den kulturellen und spirituellen Wurzeln der Völker schlummernd, darauf wartet – wie Puzzleteile eines großen Bildes oder Splitter eines großen Spiegels – wieder zusammen gefügt zu werden.

 

Der Tod

Seit der „Vertreibung aus dem Paradies“, die eigentlich eine Flucht aus dem Paradies (dem Einssein mit Gott, sich Selbst und Allem) war, ist das Leben untrennbar mit dem Tod verknüpft, denn jene Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen brachte zugleich mit der Erfahrung des Lebens auch die Erfahrung des Sterbens. Deshalb war die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod nicht nur für die Erste Menschheitskultur das essentielle Thema, sondern infolge des menschheitlichen Karmas eines gewachsenen Massenbewusstseins auch für die Zweite. Im Gegensatz zu vielen, sich wissenschaftlich nennende Anschauungen über die Totenkulte und Bestattungsriten der Frühkulturen, ging es wohl nicht so sehr, wie vermeint, um „Todesfurcht, dem Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit sowie der Trauer um den Verlust nahestehender Menschen“ (Wikipedia), sondern entstammten sie vielmehr einem tief verwurzelten Glauben an ein jenseitiges Fortleben, an Seelenwanderung und göttliche Gerechtigkeit in den Himmeln und Höllen, der von unmittelbarem spirituellen Erleben genährt war. Das Bewusstsein einer spirituellen höheren Wirklichkeit (- wie auch immer man den Einen Gott in seinen vielen Erscheinlichkeiten und Avataren in den verschiedenen Völkern inzwischen nannte -) war in allen Frühkulturen ausgeprägt und allgemein anerkannter gesellschaftlicher Konsens. Die Verstorbenen kehren aus der Außenwelt in ihre Innenwelt und zu den Ahnen zurück. Das Urteil eines metaphysischen „Totengerichtes“ richtet über die Lebenszeit des Gestorbenen und verfügt nach Kriterien göttlicher Gerechtigkeit seinen zukünftigen Aufenthaltsort im jenseitigen Geisterreich. Weder die Existenz einer überirdischen Gerechtigkeit, noch die Realität von Geistern wurde in Frage gestellt. Die Vorstellung vom Tod, als endgültiger Schlusspunkt, ist eine recht junge Anschauung, die erst im gottfernsten Zeitalter des Kali-Yugas (etwa 700 v.Chr. bis 1700 n.Chr.) ihre hoffnungslosen Blüten trieb.

Der Tod  (Gustav Klimt)

In der Vorstellung der alten Ägypter (und auch anderer Kulturen) musste der Tote zunächst durch die Unterwelt wandern, wo es Dämonen zu überwinden und Gefahren abzuwehren galt, bevor er zum Totengericht fand, wo sein Herz, zum Zeugnis über sein Leben, gewogen wurde. Deshalb wurden den Verstorbenen Karten des Geisterreiches, magische Beschwörungsformeln zur Bannung der Dämonen und Namen der Wächter verschlossener Türen ins Grab gelegt, damit sie sich im Labyrinth der Unterwelt zurecht fänden. Hunderte von solchen Formeln und liturgischen Anweisungen wurden 1842 von Karl Richard Lepsius als „Ägyptisches Totenbuch“ herausgebracht, das allerdings vielmehr als ein Buch des nachtodlichen Lebens zu verstehen ist.

„Mein Körper wird genährt von den Dingen der Erde, mein Geist von den Dingen des Herzens…“ (Ägyptisches Totenbuch)

 

Das Wiegen des Herzens

Der Verstorbene hatte sich nach einer Zeit der Wanderung durchs Totenreich vor dem obersten Totenrichter Osiris und dem Totengericht zu verantworten. Sein Herz wurde in die Waagschale gelegt und gegen die Feder der Maat (das göttliche Prinzip der Wahrheit und Gerechtigkeit in Personifikation der Tochter des Re, des Sonnengottes, für den die Sonne als Symbol verehrt wurde) aufgewogen.

Das Wiegen des HerzensSzene des „Herzwiegens“ (aus dem Totenbuch)

Wog das Herz nicht mehr als die Feder der Maat, so wurde der Gerechtfertigte in das ewige Leben und die Gegenwart der Götter erhoben. War es jedoch schwerer, so musste der Tote einen zweiten, endgültigen Tod sterben. Sein Herz wurde dann von der `Verschlingerin´ (ein furchterregendes Wesen mit Krokodilkopf, Löwenrumpf und Nilpferdhinterteil) gefressen.

Anubis (= eine Inkarnation von Osiris mit Schakal- oder Hundekopf) hatte die Genauigkeit der Waage zu prüfen. Thot (= Hermes Trismegistos, der Priester der Menschheit vor dem Thron Gottes und der Überbringer von Schrift, Mathematik und Sternenweisheit) dokumentierte das Ergebnis des Herzwiegens und teilte es Osiris mit.

 

Wenn Sie diese Leseprobe interessiert hat, dann lesen Sie bitte im Buch „Reise durch die Zeit – in die Ewigkeit“ die Fortsetzung dieses Kapitels. Darin geht es u.a. um die Sonnenverehrung der alten Ägypter. Es handelt desweiteren vom göttlichen Geistfunken der Seele, der als Teil der Liebesonne Gottes das ewige Leben in Allen und Jedem ist.

Spirituelle Zeitreise

Reise durch die Zeit in die Ewigkeit

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KreuzKugel Emblem AKADEMIE DER HARMONIK

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Wer ist Hermes Trismegistos?

Wer ist Hermes Trismegistos?

Über die mythische Wesenheit des `Hermes Trismegistos´ haben Weisheits-Schulen, esoterische Geheimbünde und Wahrheits-Suchende jahrtausendelang spekuliert. Kaum eine Gestalt der Menschheitsgeschichte, die wesentlich zum Fundament des geistigen Gebäudes der Menschheit beitrug, auf das die Bausteine aller Wissenschaften aufbauen, ist so legendär wie `Thot´, den die Alten Ägypter auch `Trismegistos´, den „dreifachen Meister“ – die Griechen den Götterboten `Hermes´ – und die Römer `Merkur´ nannten.

Die kosmischen Gesetze der „Sieben Hermetischen Prinzipien“, die als ewig unergründliche universelle Wahrheiten allgültig sind, wurden der Menschheit durch diesen Hermes überbracht, dessen rätselhafte Herkunft wir hier näher ergründen wollen, weil er als der Begründer aller geistigen Wissenschaft gelten kann.

Wer war dieser `dreifache Lehrer´ der Menschheit, dem unter anderem die Übermittlung der Schrift zugeschrieben wird? Seinen Spuren durch die Geschichte folgend, werden wir erstaunliche Zusammenhänge entdecken.

 

Das Analogie Gesetz:

`Wie oben, so unten´. `Wie im Himmel, so auf Erden´.

Dieses Gesetz der Analogie von Mikro- und Makrokosmos besagt auch folgendes: Alles, was auf einer oberen Ebene geschieht, hat eine Entsprechung in unteren Ebenen. Alles, was in den unteren Sphären geschieht, ist ein Abbild des Geschehens in den oberen Sphären. Kurz: `Wie oben, so unten !´ Dieser Satz ist universell und gilt für das ganze Universum, also für den Makrokosmos ebenso wie für den Mikrokosmos.

Hermes.jpg

Die Sieben hermetischen Prinzipien

1.   Prinzip der Mentalität            (göttliche Geistigkeit)
2.  Prinzip der Entsprechung      (wie oben so unten)
3.  Prinzip der Schwingung         (alles ist Energie und in Bewegung)
4.  Prinzip der Polarität               (weiß/gut und schwarz/böse)
5.  Prinzip des Rhythmus            (alles ist in geordneter Bewegung)
6.  Prinzip des Karma                  (Ursache und Wirkung)
7.  Prinzip des Geschlechts         (männlich/weiblich)

 

Die ägyptischen Götter

Thot-Hermes ist es, von dem die alten Ägypter ihre – noch heute Ägyptologen und Astronomen gleichermaßen verblüffenden – Kenntnisse des Weltalls, der Sonne Sirius und der Geographie der Erde hatten. Im weiteren Verlauf dieser Kosmogonie wird man noch desöfteren auf ihn, als den Überbringer göttlicher Weisheit treffen. Seine Kulturen begründende Bedeutung wirkt sich bis auf den heutigen Tag aus.

Das 1. Zeitalter Ägyptens (Sep-Tepi) soll bis vor etwa 5000 Jahren von den Göttern (`Netjeru´) regiert worden sein. Die scheinbar vielen verschiedenen Götter dieser Götter-Hierarchie waren zunächst nichts anderes, als die Benennung der verschiedenen Eigenschaften des Einen Gottes (Ptah), den die alten Ägypter monotheistisch verehrten. Ra (= Sinnbild für die göttliche Sonne des Lebens); Isis, Osiris und Horus, ihr Sohn (= die göttliche Dreieinigkeit als Symbol für die männlich-weibliche Wirklichkeit Gottes und den daraus hervorgehenden `Gottessohn´); und Thot (= Überbringer der göttlichen Weisheit), nahmen in dieser Gottesschau hervorragende Stellungen ein. Diese Zeit wird vom dynastischen Ägypten als “Goldenes Zeitalter” bezeichnet. In der ägyptischen Mythologie wurde Thot als Mondgott in Ibis- oder Paviangestalt dargestellt.

thoth_1Thot

Das Herz des Ra

Er galt als Gott der Weisheit und wurde `Herr der Zeit´ und `Rechner der Jahre´ genannt. Dem Mythos nach begleitete er die Verstorbenen in die Unterwelt und überwachte dort die Zeremonie des `Wiegens ihrer Herzen´. Thot, der dreifache Mensch (Körper+Seele+Geist) war Priester und Eingeweihter aller Mysterien im Alten Ägypten und wurde als ständiger Begleiter des `Sonnengottes´ das `Herz des Ra´ genannt. Er sagt von sich selber:

 „Worte sprechen davon, dass ich `Thot´ bin,
doppelter Götterkörper
(Körper und Seele einig im Geist Gottes),
Herr des Größten der Götter,
(`Götter´ bedeuten hier Menschen, in denen das Bewusstsein
des Einen Gottes mächtig ist.
„Denn der HERR, euer Gott, ist der Gott aller Götter
und der Herr über alle Herren, der große Gott.“ 5 Mose 10,17),
dessen Körper das Haus des Geistes ist 
(Körper und Welt als Ort der Transformation.“).
`Ich bin´ (der Name Gottes) ist der HERR
der seligen Neunheit, (die 9 Grundzahlen, aus denen alle Zahlen
des Universums sich zusammensetzen)
Herr der 8 großen, heiligen, Gottheiten
(siehe `I Ging´und die`DNS Struktur´).
`Ich bin´ ist der Herr der Unterwelt (des `Totenreiches´)
und der Wege des Himmels.“

Dies ist die Erläuterung seiner Existenz, die von ihm selbst überliefert ist. Offensichtlich ist er sich seiner Göttlichkeit und seiner Rolle als „Bote des Schöpfergottes“ bewusst. Diese Erklärung des göttlichen Ursprungs seiner Botschaft geht der Überlieferung der Grundlagen der Schrift, Mathematik und Kosmologie voran. Die `dreimalgroße´ Tiefe der Worte des Thot, wie sie auch in der „Tabula Smaragdina Hermetis“ zum Ausdruck kommen, öffnet sich unerschöpflich immer neuem Verstehen.

 

Trismegistos

Die Persönlichkeit von `Hermes-Trismegistos, dem dreifach Großen, dreifach Geweihten und dreifachen Meister´, liegt im geschichtlichen Nebel, was seit tausenden von Jahren zu vielen Vermutungen Anlass gab. Seine Herkunft ist unbekannt. Er war plötzlich einfach da!

Hermes / Merkur

Der Götterbote, den die Griechen `Hermes´ und die Römer `Merkur´ nannten: kaum eine esoterische Schule, die sich nicht auf seine Lehren gründet. Doch nicht nur ernsthaft Forschende und Suchende nach den Wegen Gottes, sondern auch Phantasten, Magier und Zauberer tranken zu allen Zeiten, aus dieser Quelle göttlicher Weisheit. Diese `Sagenumwobenheit´, dass man nicht weiß, woher er kam und wohin er ging, begünstigt natürlich, den Trismegistos zu einem Spielball für manchmal auch recht eigenwillige und obskure Inbeschlagnahme zu machen. Eine Reihe populärer pseudo-wissenschaftlicher Bücher bringen ihn sogar mit außerirdischen Göttern und Ufologie in Verbindung, was hier als Spekulation widerlegt werden soll.

Wer also war Hermes Trismegistos? Es ist eine mythische Gestalt, von der bisher kaum bekannt war, ob sie jemals lebte oder nur eine mythische Fiktion ist. Hier nun soll sich enthüllen, wer er war und ist und es sich offenbaren, woher dieser Hermes sein Wissen und seine Kenntnisse vom göttlichen Bauplan wirklich hatte. Er, (der dreifach große Lehrer) stiftete als Thot dem Alten Ägypten nicht nur die Schrift, sondern war, wovon die Mythen berichten, in vielen Bereichen maßgeblich an der Entwicklung der alt-ägyptischen Kulturblüte beteiligt. Er gilt als derjenige, der der Menschheit neben anderem Elementarwissen auch die Mathematik, Geometrie, Kosmologie, Astrologie und die Zeitrechnung vermittelte. Hier ist wohl auch der Grund zu suchen, warum die Menschen nach Hunderttausenden von eher unspektakulären Jahren des Höhlenlebens, nun eine Hochkultur nach der anderen erbauten.

Auf die legendäre Herkunft dieses Menschenlehrers und den `göttlichen Ursprung´ seiner Botschaften gehen wir im folgenden näher ein, weil seine Lehren nicht nur die ägyptische, griechische und römische Kultur erheblich beeinflussten, sondern auch heute noch aus diesen Wurzeln die modernen Wissens-Zweige sprießen.

TABULA SMARAGDINA HERMETIS

“Wahr ist es, ohne Lüge und sicher: was oben ist, ist gleich dem, was unten ist, und was unten ist, ist gleich dem, was oben ist – fähig, die Wunder des Einen auszuführen. Und wie alles aus Einem stammt, durch das Denken des Einen, rührt auch alles Gewordene durch Angleichung aus diesem Einen. Die Sonne ist sein Vater, der Mond seine Mutter, der Wind hat es in seinem Leibe getragen, die Erde ist seine Nährmutter. Dies ist der Vater aller Vollkommenheit oder Vollendung aller Welt. Grenzenlos ist Seine Kraft, wenn sie sich der Erde zuwendet.

Trenne die Erde vom Feuer, das Feine vom Groben, sanft und voll Sorgfalt. Von der Erde steigt es zum Himmel empor und steigt wieder herab auf die Erde, um die Kraft des Oberen und des Unteren in sich aufzunehmen. So wirst Du die Herrlichkeit der ganzen Welt erlangen, alle Dunkelheit soll von Dir weichen. Hier ist die Kraft der Kräfte, die alles Feine überwindet und in alles Grobe eindringt. So wurde die Welt erschaffen. Davon kommen die wunderbaren Angleichungen, deren Wesen hier mitgeteilt ist. Darum nennt man mich den dreimal großen Hermes, der ich die drei Teile der Weltphilosophie besitze. Es hat sich erfüllt, was ich über das Wirken der Sonne ausgesagt habe. Daran fehlet Nichts, es ist ganz vollkommen.“ In einer anderen Übersetzung wird der letzte Satz übersetzt: „Nun ist vollendet, was ich von der Bearbeitung des Goldes gesagt.“ Dies war der Grund, weshalb viele Alchimisten des Mittelalters sich mühten nach der falsch verstandenen Rezeptur dieses Textes aus Blei Gold herzustellen (in Missdeutung dessen, dass hier von geistiger Läuterung die Rede ist).

Die Schöpfungsgeschichte des Thot, die er in Hieroglyphen auf Tafeln schrieb, enthält Erklärungen über den göttlichen Schöpfungsplan und die Wesenheit Gottes, die zu Recht als Fundament der geistesgeschichtlichen Bildung der globalen menschlichen Zivilisation gesehen werden dürfen (- was immer die einzelnen Menschen im Laufe der Menschheitsgeschichte daraus machten).

In seiner Priesterschaft auf Erden, als Mund Gottes für die damaligen Menschen wie für die nachfolgenden Zivilisationen, vermittelte er „getreulich in Wort und Zahl“ die Botschaft des Einen allumfassenden Gottes an die Menschen. Die Kundgaben, die Gott durch Trismegistos dem Menschen als dem geliebtem Gegenüber der göttlichen Liebe gab, teilten den Grund und die Beschaffenheit der Schöpfung mit, und ebenso die Buchstaben und Zahlen als Grundlagen aller Schrift, als Bedingung von Geist und Kultur. Dies geschah mit dem Ziel, das aus der Einheit mit Gott in die Zweiheit hinaus geschleuderte menschliche Wesen, unter Beachtung seines freien Willens, zurück zum EINSSEIN mit Gott zu führen: in einer auf Gegenseitigkeit beruhenden Liebe.

Hermes SphärenEins mit Allem

“Wisse, oh Mensch, dass der gesamte Raum geordnet ist, denn nur durch Ordnung bist du Eins mit Allem. Ordnung und Gleichgewicht sind das Gesetz des Kosmos. Befolge dies, und du wirst Eins sein mit Allem.” (Thot)

Es gab keine Trennung zwischen religiösem und weltlichem Handeln. Alles, ob Pflügen, Säen, Ernten oder gesellschaftliches, handwerkliches, kriegerisches Tun: alles war Symbol und Ritual im Umgang mit den `Göttern des Einen Gottes´. Der ägyptische Glauben, der von Gott durch Thot als `Gottes Bote´ maßgebliche Impulse erhielt, bezeugte: Gott ist der Ursprung von Allem; der Schöpfer des Universums; der Schöpfer des Menschen. Dieser Glaube prägte das Bewusstsein der Ägypter in ihrer Stellung zum Universum und den geistigen Sphären ebenso wie ihre Vorstellungen von dem Leben nach dem Tod. Das altägyptische Glaubensbekenntnis könnte genau so gut in der christlichen Bibel stehen.

„Würde die altägyptische Religion in ihren urältesten Grundzügen – die durch den späteren Götterkult nur verwischt auf die Jetztzeit gekommen sind – gänzlich bekannt sein, so würde es heißen: Die christliche Religion ist der altägyptischen entnommen, so sehr gleichen sich diese (hauptsächlich wenn die Wesenheiten des Osiris, der Isis und des Horus genau in ihrem uranfänglichen Sinn erkannt würden.“ (`Großes Evangelium Johannes´, 11 75,13 Jakob Lorber)

In Memphis war eine der Verehrungsstätten Gottes, dessen Priester Thot war. An den Felsentempel von `Jabusimbil´ (d.h.: `Ich Bin, der Ich war und sein werde´) erinnert blass der halbverfallene Tempel von Abu Simbel, der fälschlich dem jahrtausende später regierenden Ramses zugeschrieben wird. Dort schmückten die Wände symbolhafte Bilder, die vorbildend waren auch für die Buchstaben und Zahlen. Sie stellten die Entwicklung des Menschen aus der Unbewusstheit zum Wachwerden des göttlichen Bewusstseins dar. Diese Darstellungen des Hermes Trismegistos sind als das „Buch Thot“ heute noch ansatzweise durch den Tarot überliefert.

Werke wie das `Buch Thot´ und die “Tabula Smaragdina” bilden im Grunde bis heute die Quintessenz der Weisheit.  Auch für die Heilkunst legte Thot-Hermes den Grundstein. Unter seinen 42 Büchern, von denen Clemens Alexandrinus (150-211 n.Chr.) spricht (andere Überlieferungen sprechen von 365 Büchern), befindet sich eine ganzheitliche Krankheitslehre, die die Wirkkräfte von Sonne, Mond und Planeten auf den Organismus beschreibt.

 

Hermetische Medizin

Dieser Lehre zufolge entsprechen die Organe des Körpers dem astrologischen System. Sie ermöglicht durch Erkenntnis des die Krankheit verursachenden Prinzips die Anwendung einer wirksamen Therapie. Schon damals spielten die Phasen des Mondes und der Lauf der Planeten durch die einzelnen Zeichen des 12teiligen Kreises, sowie die Aspekte ihrer Beziehungen zueinander, eine Rolle. Der menschliche Organismus war den Eingeweihten der Antike heilig, denn in ihm wirkten und spiegelten sich die höheren Kräfte des Universums, die heute gemeinhin nur noch als abstrakte Naturkräfte verstanden werden. Das Analogiegesetz wird seit Jahrtausenden auch in der Heilkunde und Medizin angewandt.

ÄskulapAsklepios / Äskulapstab

Hermes Trismegistos stand im Dialog mit Asklepios, dem Begründer der griechischen Medizin, dessen Symbol der Schlange, die sich um einen Stab herum windet (der `Äskulap-Stab´), noch heute das Symbol der Mediziner und Apotheker ist. Das „heilige Buch des Hermes an Asklepios“ verdeutlicht einmal mehr die Bedeutung des Hermes für den gemeinsamen Ursprung der Wissenschaften.

Caduceus

Das Symbol des Hermes-Trismegistos hingegen war der Schlangenstab mit zwei geflügelten Schlangen, auch `Caduceus´ genannt, die trefflich die beiden sich umwindenden Stränge der DNS-Doppelhelix symbolisieren mögen. Doch darf vermutet werden, dass hier auch die „Schlangenkraft“ der aufsteigenden „Kundalini-Energie“ – jener göttlichen Kraft, die von den Chinesen `Chi´, von den Japanern `Ki´, von den Indern `Shakti´ und von den Christen `Heiliger Geist´ genannt wird, symbolhaft dargestellt ist. Denn das Bild der Schlange – als Symbol der Lebenskraft, von der die Chakren (gleichsam die feinstofflichen Organe des menschlichen Seelenwesens) im Licht des Bewusstseins erweckt werden – war den alten Kulturen als Zeichen lebendiger Erfahrung des ganzheitlichen Seins bekannt.

 

Hermetische Pflanzenlehre

Das „Buch des Hermes Trismegistos an Asklepios über die Pflanzen der sieben Sterne“ legt die Beziehung bestimmter Pflanzen mit den Planeten und Sternbildern dar. Nechepso soll aus diesen Büchern eine astrologische Pflanzenlehre und Pharmakologie geschöpft haben.  Für die Rückerinnerung an die einstige Ursprache ist ein Hinweis des Hermes interessant, weil er einen Eindruck vermittelt von dem Verlust des ursprünglichen Sinnes eines Urwortes durch dessen Übersetzung in eine andere Sprache: In einem Brief an Pharao Ammon wehrt sich Hermes dagegen, dass seine Schrift ins Griechische (bzw. Phönizische) übersetzt werde, da diese Sprache nur ein Wortgeklingel sei, dem es an der ursprünglichen Kraft des Ägyptischen fehle.

 

Götterbote Hermes

Die Griechen, die die Kraft und Ursprünglichkeit der Lehren des Thot erkannten, nannten ihn den `Götterboten Hermes´. Der Name `Hermes´ bedeutet „nach dem Maß des Herzens“ und kommt von `Her´= Herz, und `Mes´= Maß“  (M. Kahir, „Das verlorene Wort“). Später übernahmen auch die Römer das, wenn auch im Laufe von Jahrtausenden und durch die Übersetzung in die bereits dritte Sprache inzwischen ziemlich entstellte Urwort des Thot-Hermes-Trismegistos. Sie nannten ihn `Merkur´ (`merk´= festhalten; `ur´= Licht), und identifizierten ihn mit dem innersten Planeten des Sonnensystems, weil dieser der Sonne am nächsten ist.

 

Götterbote Merkur

Die Römer verehrten Merkur als Gott der Wege, der Reisenden, der Händler und der Diebe und sahen in ihm einen geflügelten Boten zwischen Himmel und Erde, Göttern und Menschen, Lebenden und Toten. `Hermes-Merkur´ bezeichnet jenen Zustand der Erleuchtung, in der das geistige Herzenslicht das irdische Denken des Menschen kräftigt und erhellt.

Das Weistum der Menschheit ist also eng verknüpft mit der Gestalt des Hermes Trismegistos als seinem großen Inspirator. Als Thot-Hermes-Merkur inspirierte er die Jahrtausende. Die von ihm überlieferten Schriften zeigen den Übergang von der ägyptischen – zur griechischen – zur römischen – bis zur neuzeitlichen Kultur, die in allen Bereichen von den Offenbarungen durchdrungen ist, die Gott durch ihn der Menschheit gab.

Doch woher kam dieser dreimalgroße Gottesfreund nun wirklich, von dem vermutet wird, er wäre von dem zum Untergang geweihten Kontinent Atlantis nach Ägypten gekommen? Die Antwort ist ebenso überraschend wie einleuchtend. Die Spuren führen direkt zu den Stammvätern und -müttern der direkten Nachkommenschaft Adams und Evas.

 

Henoch

Da sich in der geschichtlichen Literatur häufig Verwechslungen mit dem gleichnamigen ersten Sohn von Kain ergeben, nach dem das vorsintflutliche Reich `Hanoch´ benannt wurde, sei hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei dem im folgenden beschriebenen `Henoch´ nicht um den Nachkommen Kains, sondern um den Sohn Jereds handelt. Siehe dazu das mosaische Geschlechtsregister:

 

Stammbaum Adams

„Und Adam war 130 Jahre alt und zeugte (nach Kain und Abel) einen Sohn, ihm gleich und nach seinem Bilde, und nannte ihn Seth; und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 930 Jahre, und starb. Seth war 105 Jahre alt und zeugte Enosch und lebte danach 807 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 912 Jahre, und starb. Enosch war 90 Jahre alt und zeugte Kenan und lebte danach 815 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 905 Jahre, und starb. Kenan war 70 Jahre alt und zeugte Mahalalel und lebte danach 840 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 910 Jahre, und starb. Mahalalel war 65 Jahre alt und zeugte Jered und lebte danach 830 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 895 Jahre, und starb. Jered war 162 Jahre alt und zeugte Henoch und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 962 Jahre, und starb. Henoch war 65 Jahre alt und zeugte Metuschelach (Methusalem). Und Henoch wandelte mit Gott.“ (1 Mose 5,3-22)

 

Henoch: Der siebte Urvater

„Und nachdem er Metuschelach gezeugt hatte, lebte er 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 365 Jahre. Und weil er mit Gott wandelte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen.“ (1 Mose 5,22-24)  Der Chronologie der Bibel ist also zu entnehmen, dass Henoch 622 Jahre nach der Erschaffung Adams in 7. Generation geboren wurde. Er zeugte Methusalem (der der Älteste der Urväter gewesen sein soll) und wurde im Alter von 365 Jahren im Jahre 987 nach Adams Erschaffung, 57 Jahre nach dessen Tod entrückt. Das war heute (2015 n.Chr.) gemäß biblischer Offenbarung vor 5176 Jahren. Die Bibel lässt Henoch also nicht sterben, sondern ihn von Gott vor den Augen der Urväter und Urmütter aus dem einen in ein anderes Leben heben. Wohin wurde er entrückt?

 

Identität des Henoch mit Thot

Es fällt wie Schuppen von den Augen: Gott entrückte Henoch aus der Mitte der Sippe Adams, wo er der von Gott selbst gelehrte und eingesetzte Priester war (lange vor der Selbstzerstörung der 1. Zivilisation und der Sintflut, die nach der biblischen Chronologie im Jahre 1656 nach Adams Erschaffung stattgefunden haben soll) – nach Ägypten. Der Thot der Ägypter scheint wirklich Henoch zu sein! Vieles, was Hermes-Thot der Menschheit gebracht hat, sagt man auch von Henoch. Er lehrte die ersten (geistigen) Menschen die Wege Gottes und gilt ebenfalls als Überbringer der Kosmosophie, Mathematik, Geometrie und Heilkunde.

 

Sepher Jezirah / Kabbala / Das Buch Thot

Auch schreibt die hebräische Überlieferung Henoch die Erfindung der Schrift zu. Auf ihn sollen die Überlieferungen des `Sepher Jezirah´ zurückgehen, dem Elementarbuch der Kabbala. Der Patriarch Abraham soll der Erbe der Einweihung des Henoch gewesen sein. Das berühmte, ganz in Bilder-Hieroglyphen und Zahlen geschriebene Buch Thot (= Tarot), ist wohl als Wurzel der meisten Schriftsprachen der Welt zu betrachten. Die Ägypter rechneten es dem Thot zu, die Griechen dem Hermes und die Hebräer schreiben es als eine mit Mysterien angefüllte heilige Schrift, die älter als die Bücher Moses sei, dem Henoch zu. Wilhelm Postel (16. Jhd.) bezeichnet sie deshalb als `Genesis des Henoch´.

„Die hellenistischen Überlieferungen haben Henoch gleichgesetzt mit dem Götterboten, der in Ägypten Thot, in Griechenland Hermes und bei den Römern Merkur genannt wurde. Er hatte als der Bote der Götter die Götterweisheit auf die Erde zu tragen und so eine göttlich inspirierte Kultur des Urbeginns zu stiften …“ (Emil Bock,”Beiträge zur Geistesgeschichte der Menschheit, Band 1: Urgeschichte)

Wenn Sie diese Leseprobe interessiert hat, dann lesen Sie bitte im Buch „Reise durch die Zeit – in die Ewigkeit“ die Fortsetzung dieses Kapitels. Darin geht es u.a. um die apokryphen Henochbücher. Es enthüllt desweiteren die erhabene Identität des Henoch-Thot-Hermes-Merkur mit Metatron, dem Priester der Menschheit vor dem Thron Gottes.

Spirituelle Zeitreise

Reise durch die Zeit in die Ewigkeit

Die spirituelle Geschichte der Menschheit

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KreuzKugel Emblem AKADEMIE DER HARMONIK

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